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Villmar: "Der Chor ist ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens"

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Der Quartettverein Villmar bei seinem Konzert im Pfarrgarten in Villmar, der eine herrliche Kulisse bot.
Der Quartettverein Villmar bei seinem Konzert im Pfarrgarten in Villmar, der eine herrliche Kulisse bot. © Margit BAch

Landrat Michael Köberle überreicht dem Quartettverein die Zelter-Plakette

Villmar -Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause konnte am Dienstag nun endlich wieder "Musik im Park" stattfinden. Der Villmarer Pfarrgarten bot wieder einmal die herrliche Kulisse für ein Open-Air-Abendkonzert mit dem Quartettverein Villmar 1920 und als Gastchor dem MGV "Liederkranz" Niederzeuzheim. Beide Ensembles werden von Chorleiter Jürgen Fassbender geleitet, der Quartettverein seit mehr als 30 Jahren.

Im stimmungsvollen Ambiente des Pfarrgartens an diesem lauschigen Sommerabend hatten die Besucher unter den Bäumen und auf der Wiese Platz genommen und genossen die hochwertigen Gesangsdarbietungen und das Beisammensein mit anderen. In ihren Begrüßungsworten erinnerte die zweite Vorsitzende des seit 2009 als gemischter Chor agierenden Vereins, Laura Ringel, in Vertretung der erkrankten Vorsitzenden Sabine Rubröder daran, dass 2020 das 100-jährige Bestehen des Vereins leider nicht gefeiert werden konnte.

Jürgen Fassbender fügte an, dass er sich wie "einer der letzten Abenteurer dieser Zeit" fühlen würde, denn bei Chorkonzerten in Pandemiezeiten würden immer wieder unerwartet Sängerinnen oder Sänger positiv auf Corona getestet und dann beim Konzert fehlen.

Linde gepflanzt

Mit den Liedern "Im Abendrot", "Erlaube mir feins Mädchen" und "Der Lindenbaum" eröffneten die Quartettler das Konzert. Landrat Michael Köberle nahm dann im Auftrag von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier eine besondere Ehrung vor: Er überreichte die Zelter-Plakette, die höchste Auszeichnung für Chöre in Deutschland, und eine Urkunde zum 100-jährigen Vereinsbestehen. Der Landrat blickte auch auf die Geschichte des Vereins zurück und erinnerte daran, dass sich 1919 zunächst eine kleine Gesangsgruppe mit Ferdinand Hasselbächer als Dirigent gebildet habe und 1920 dann der Quartettverein ins Leben gerufen wurde.

In der Historie ist auch zu finden, dass die Mitgliederzahl damals auf 16 Sänger begrenzt war, um den MGV Teutonia als bestehenden Gesangsverein in Villmar nicht zu schwächen. Die Chorproben wurden in der Gaststätte "Nassauer Hof" abgehalten.

Heute proben 50 Sängerinnen und Sänger mit Begeisterung jeden Dienstag um 19 Uhr in der König-Konrad-Halle in Villmar. Landrat Michael Köberle schilderte auch, dass es inzwischen auch Tanzgruppen gebe und dass die Vereinsmitglieder eine Linde gepflanzt hätten an der Stelle, an der früher eine Gerichtslinde wuchs.

"Tolles und breites Repertoire"

Er hob hervor, dass der Chor in all den Jahren ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens im Marktflecken sei, und er bedankte sich auch bei den vielen Helferinnen und Helfern, ohne die die Veranstaltungen nicht durchgeführt werden könnten. "Der Quartettverein besitzt ein tolles und breites Repertoire an Musikliteratur und zeichnet sich auch durch seine Kontinuität aus", sagte der Landrat und dankte Chorleiter Jürgen Fassbender für mehr als 30 Jahre Treue zu den Villmarern.

Im Anschluss nahm der Sängerkreisvorsitzende Gerhard Voss eine Ehrung vor: Rainer Werner hatte mehr als 25 Jahr lang den Vorsitz des Vereins inne. Dann ging das Konzert weiter mit "Autums Leaves", "Down By The Salley Gardens" und "Morgen muss ich fort von Dir". Der MGV "Liederkranz" Niederzeuzheim brachte wunderbar zu Gehör "Now Let Me Fly", "Kein Feuer, keine Kohle", "Waldlied", "Jägerabschied", "Heimat", "All Night All Day" und "The Parting Glass". Das Publikum war begeistert und bedankte sich mit viel Applaus.

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