Die Werke von Gerhard Höhler sind noch bis Saisonende im Villmarer Lahn-Marmor-Museum zu sehen.
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Die Werke von Gerhard Höhler sind noch bis Saisonende im Villmarer Lahn-Marmor-Museum zu sehen.

Kunst in Stein

Villmar: Ein Leben mit und für den Marmor

  • VonRobin Klöppel
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Steinmetz Gerhard Höhler zeigt seine Werke bis Ende Oktober in einer Ausstellung

Villmar -Bis Ende Oktober ist im Villmarer Lahn-Marmor-Museum eine Sonderausstellung mit Marmor-Kunstwerken von Gerhard Höhler zu sehen. Stiftungsvorstandsmitglied Dr. Bernold Feuerstein erklärte bei der Eröffnung, dass hier Teile des Lebenswerkes des Villmarer Steinmetzes präsentiert würden. Höhlers Leben sei eines mit und für Marmor. Beruflich habe er sich sein ganzes Leben lang mit diesem Werkstoff befasst, so das Mitglied des Museums-Stiftungsvorstandes.

Was Gerhard Höhler stets ausgezeichnet habe, sei der Sinn für das Künstlerische seiner Arbeit. Die Vielfalt und Struktur des Lahnmarmors wären laut Feuerstein nichts ohne die Form, in die man ihn bringen könne. Bernold Feuerstein dankte dem Künstler für seine ständige Unterstützung des Vereins Lahn-Marmor-Museum sowie des Partnerschaftsvereins mit dem tschechischen Grulich, für den er immer wieder schöne Marmorwerke geschaffen habe. Es handele sich nicht um die erste Ausstellung des 79-Jährigen.

Gerhard Höhler sagte bei der Vernissage offen, dass er 1957, als er im Steinmetzbetrieb Anton Aloys Meuser in Villmar mit der Lehre begonnen habe, am liebsten nach vier Wochen "alles in den Sack geschmissen" hätte. Doch zum Glück war der Respekt vor dem Vater zu groß, so dass Höhler seine Ausbildung dann doch durchzog. Während dieser Zeit habe er dann Geschmack an der Sache gefunden.

"Ich bin ein Mensch, der mit Leidenschaft sein ganzes Leben lang Marmor bearbeitet hat", berichtete Höhler. Die Vielfalt des Steins fasziniere ihn. Und es sei für ihn immer wieder eine Herausforderung, schwierige Gegenstände aus Lahnmarmor herzustellen. Dabei sei seine Frau Maria seine größte Kritikerin, die ihm klar sage, wenn sie etwas nicht gelungen finde.

Gerhard Höhler liebt die Herausforderung, auszuprobieren, ob er vermeintlich schwere Ideen mit Marmor umsetzen könne. Es gehe dabei nicht nur darum, den Stein in Form zu bringen, sondern durch Schleifen und Polieren auch dafür zu sorgen, dass dieser die volle Wirkung entfalten könne. Seine Werke seien für ihn wie Kinder, denen er sogar Namen gebe. "Ich habe noch viele Ideen und Material für 250 Jahre, aber ich glaube nicht, dass ich so alt wie Methusalem werde", erklärte der 79-Jährige.

Beruf ist im Niedergang begriffen

Höhler bedauerte es, dass der alte Steinmetzberuf in Deutschland stark im Niedergang begriffen sei. Das Problem sei gewesen, dass die Bearbeitungskosten in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern zu hoch gewesen seien und die Masse der Menschen mittlerweile andere Farben liebe. Was er hier zeige, sei aber nichts, was man auf jedem Weihnachtsmarkt oder jeder Hobbyausstellung sehe.

Ursula Alban, Vorsitzende des Vereins Lahn-Marmor-Museum, betonte, dass Gerhard Höhler immer da sei, wenn der Verein Hilfe benötige. So habe er mit mehreren Leuten zusammen die Restaurierung des Villmarer Dorfbrunnens vorgenommen.

Von daher sei es auch als Dankeschön an Gerhard Höhler zu verstehen, dass er seine Werke nun im Museum im Rahmen einer Sonderausstellung präsentieren dürfe.

Das Museum ist dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4,50 Euro für Erwachsene, 3,50 Euro für Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderung, für Familien (höchstens zwei Erwachsene) zehn Euro. Ein Corona-Test ist laut Feuerstein für den Besuch nicht nötig. Selbstverständlich würden aber alle Hygienebestimmungen eingehalten.

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