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Villmar: "Ein Sommer ohne TV-Zeltlager ist kein richtiger Sommer"

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Janine Jaick-Rosam erklärt die Regeln des Hausspiels.
Janine Jaick-Rosam erklärt die Regeln des Hausspiels. © Kerstin Kaminsky

Eine Woche voller Spannung, Spaß und Abenteuer auf der Spatzenburg

Villmar -40 Kinder im Alter zwischen 8 und 15 Jahren genießen auf der Spatzenburg zusammen mit ihren Betreuern eine Woche voller Spannung, Spaß und Abenteuer im Zeltlager des Turnvereins "Vorwärts" Villmar. Es ist die nunmehr 53. Auflage des beliebten Ferienlagers.

"Hier hat sich seit der Premiere im Sommer 1968 wenig verändert", sagt der TV-Vorsitzende Michael Rosam. Nach wie vor gibt es keinen Strom, keine Duschen und keine modernen Toiletten. Warmes Essen wird auf Gaskochern zubereitet und auch die Kühlschränke sind gasbetrieben. Das Wasser für die Waschplätze und die Küche fließt aus 2000-Liter-Tanks, die von der Feuerwehr gefüllt werden; für die Notdurft gibt es vier Plumpsklos.

Ab einem Alter von 16 Jahren wächst die TV-Jugend in die Betreuer-Mannschaft hinein, ab 18 übernimmt der Nachwuchs Verantwortung. "So war das schon immer, sonst könnten wir die enge Fürsorge nicht gewährleisten", weiß Rosam. Einschließlich des Küchenpersonals besteht das Team aus 26 Personen.

Das Areal der Spatzenburg ist mehr als 10 000 Quadratmeter groß. Rund um einen Feuerplatz, der allerdings wegen der Trockenheit nur künstlich beleuchtet wird, befinden sich sieben Schlafzelte, ein großes Essenszelt, zwei Wirtschaftszelte und einige Unterstände.

Alle Einrichtung für die Schlafplätze bringen die Teilnehmer selbst mit. Wo früher Luftmatratzen lagen, stehen heute überwiegend Feldbetten. Mancher hat sogar ein Moskitonetz aufgehängt.

"Zum Mittagessen gab es Nudeln mit Haschee, und jetzt wird der Kartoffelsalat für den Abend vorbereitet", so der TV-Vorsitzende mit einem Lob für das emsige Küchenpersonal, dem es stets gelingt, den Geschmack zu treffen.

Gruselige Nachtwanderung

Obwohl die Kinder wegen einer gruseligen Nachtwanderung nur wenig geschlafen hatten, ertönte am Montag um 8 Uhr das Wecksignal, eine halbe Stunde später gab es Frühstück. Am Vormittag wurde der Gladbacher Hof erkundet. "Wir haben viel gelernt über Rinderhaltung, Fruchtfolge auf den Äckern und über Bienen als Nutztiere", berichtet Rosam. Nach der Mittagspause gab es das traditionelle Hausspiel, bei dem die Kinder zeltweise in Gruppen gegeneinander antreten. Dabei müssen sie einen Staffellauf meistern, eine Geschichte erfinden, eine Pantomime vorführen, auf der Schubkarre einen Parcours durchfahren, sich beim Bocksprung messen und vieles mehr.

Am zweiten Tag des Ferienlagers steht ein Ausflug in die Grube Fortuna an. Zu den traditionellen Höhepunkten der Ferienwoche gehört die Mittwochs-Wanderung zum Freibad Wolfenhausen. Dort haben dann auch alle die Möglichkeit zu duschen. Für den Donnerstag ist ein Geländespiel und ein Kinoabend geplant. Am Freitag klingt das Programm mit verschiedenen Spielen und Basteleien auf dem Platz aus.

"Ein Sommer ohne TV-Zeltlager ist kein richtiger Sommer", sind sich die Betreuerinnen Simone und Christina einig. Die beiden 30-Jährigen sind schon seit Kindertagen dabei. Lachend erinnern sie sich an ein Jahr, in dem es schrecklich geregnet hatte und Bäche durch die Zelte flossen. Das sei wohl in diesem Jahr nicht zu befürchten.

Simone und Christina sind im Betreuer-Team unter anderem für die Vorbereitung und Organisation der Bastelstunden zuständig. Eine Herausforderung sei es, Angebote zu finden, die für alle Altersgruppen passen und an denen Jungs und Mädchen gleichermaßen Freude haben. Und das ohne Elektrizität. "Wir können ja nicht mal eine Heißklebepistole verwenden", sagt Christina.

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