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Die Beratung über die Zukunft des beengten Weyerer Feuerwehrhauses muss aufgrund der Corona-Pandemie warten.

Sitzung des Bauausschusses

Villmar: Grünes Licht für den Bebauungsplan Arfurter Berg

  • vonRobin Klöppel
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Bau- und Umweltausschuss berät ausschließlich über Baugebiet - Das neue Feuerwehrhaus muss warten

Villmar -In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Donnerstagabend in der Weyerer Volkshalle ging es ausschließlich um den Bebauungsplan Lamboiswies/Arfurter Berg in Villmar. Das hatten die Ausschussmitglieder mit 6:1 Stimmen gegen die ihres Ausschussvorsitzenden Axel Paul (AAV) beschlossen, um die Sitzung in Zeiten hoher Corona-Zahlen in der Region so kurz wie möglich zu halten.

Bei den Brandschützern, die extra wegen des Tagesordnungspunkts, der den Neubau des Weyerer Feuerwehrhauses betraf, erschienenen waren, sorgte das jedoch für großen Verdruss. So verließ Vereinsvorsitzender Erol Lintner - lautstark über den Geisteszustand der Villmarer Mandatsträger fluchend - den Saal.

Über die Eckpunkte des Baugebietes Arfurter Berg herrschte bei den Ausschussmitgliedern überwiegend Einigkeit. Es wurde dem Haupt- und Finanzausschuss empfohlen, dem Bebauungsplan zuzustimmen. Der Ausschuss hat aber für den Bebauungsplan den Änderungswunsch, dass Einfriedungen der Grundstücke zur Straße hin nicht transparent sein müssen. Nicht nur, um die Privatsphäre der Hausbewohner zu schützen. Autofahrer würden auch dazu neigen, schneller in Kreuzungen zu fahren, wenn sie gute Sicht hätten, warnte Axel Paul.

Bei dem Baugebiet Arfurter Berg geht es um eine 5,3 Hektar große Fläche östlich der Villmarer Ortslage. Der Ausschussvorsitzende sprach von 47 Bauplätzen sowie 16 bis 20 Mischbaugrundstücken. Axel Paul erklärte, dass für das Neubaugebiet der Bedarf auf jeden Fall in Villmar vorhanden sei. Es gebe mittlerweile bereits 84 Bewerber. Selbst wenn laut dem AAV-Fraktionsvorsitzenden noch die Hälfte der Interessenten abspringen würde, könne das Baugebiet somit komplett vermarktet werden.

Bürgermeister Matthias Rubröder (CDU) versicherte auf Nachfrage, dass die Grundstücke nicht verlost würden, sondern Interessenten sich die Grundstücke selbst auswählen könnten. Paul bezeichnete es als gutes Zeichen für die Attraktivität des Marktfleckens Villmar, dass auch in anderen Ortsteilen derzeit eine große Nachfrage nach Bauland bestehe. Dadurch, dass zehn Jahre im Ortsteil Villmar kein Neubaugebiet mehr aufgelegt worden sei, seien die Leerstände im Ortskern weitestgehend beseitigt.

"Kapazität der Kläranlage reicht aus"

Paul berichtete, dass die Bauhöhe im Arfurter Weg nicht so hoch werde, dass für Feuerwehreinsätze eine Drehleiter nötig werde. Zudem sei eine Gasversorgung gesichert, was in der heutigen Zeit aufgrund der Investitionskosten der Energieanbieter keine Selbstverständlichkeit mehr darstelle. Die Kläranlage Steeden habe, so Paul, noch die notwendigen Kapazitäten, um die Abwässer des Neubaugebietes zusätzlich ohne bauliche Veränderungen aufnehmen zu können.

Wie schon beim letzten Neubaugebiet in Villmar vertritt Axel Paul weiterhin die Auffassung, dass auch in diesem Neubaugebiet kein zusätzlicher Spielplatz notwendig sei. Denn die Kinder vom Arfurter Weg könnten den Waldspielplatz mitbenutzen. Und durch das Neubaugebiet müssten laut Paul keine zusätzlichen Kapazitäten im Kindergartenbereich geschaffen werden. Frank Stockmann (SPD) meinte allerdings, man solle nach Vollbelegung des Neubaugebietes noch mal neu schauen, ob der Waldspielplatz wirklich so wie vorhanden ausreiche. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Sascha Saal (CDU) argumentierte, dass man nicht einfach im Vorfeld sagen könne, dass der Spielplatz und die Kindergartenkapazitäten ausreichten. Denn die Zahl der Kinder hänge nicht nur von der Zahl der Wohnungen ab.

Pauls Beschlussvorschlag wurde bei einer Enthaltung einstimmig angenommen, die Situation nach der Belegung des Baugebietes noch einmal neu zu überprüfen.

Kontrovers diskutiert wurde darüber, ob Zufahrten zu Garagen auf den Grundstücken als Stellflächen gewertet werden sollen. Rita Frost (UFBL) meinte, dass sogenannte "Gefangenenparkplätze", bei denen man erst mit anderen Autos rangieren müsse, um aus der Ausfahrt zu kommen, dazu führten, dass noch mehr auf den Straßen geparkt werde. Stockmann sprach sich aufgrund der sonst drohenden Raserei gegen einen Zwang zu transparenten Ausführungen von Grundstücksbegrenzungen aus. Er vertrat aber die Meinung, deren Maximalhöhe solle bei 1,50 Meter belassen werden. "Ich habe zwar auch einen großen Hund, aber der hört", sagte der SPD-Gemeindevertreter. Wäre dem nicht der Fall, würde er auch zwei Meter locker überspringen.

Mathias Laux (CDU) konterte, wenn man Hecken als Grundstücksbegrenzungen zulasse, wüchsen sie an vielen Stellen auf die Straße und versperrten die Sicht. Paul erwiderte, dass es den Ausschuss nicht von einer vernünftigen Planung abhalten solle, wenn manche sich nicht an Regeln hielten. Auf Stockmanns Hinweis hin wurde in den Bebauungsplanentwurf noch aufgenommen, dass die Maximalhöhe von Grundstücksbegrenzungen auch für Hecken gelten solle, damit nicht jemand hinter einen 1,50 Meter hohen Zaun noch eine drei Meter hohe Hecke pflanzen könne.

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