Beim Schnupperkurs im Villmarer Museum konnten die Teilnehmer Steinbearbeitung lernen.
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Beim Schnupperkurs im Villmarer Museum konnten die Teilnehmer Steinbearbeitung lernen.

Museum lebendig gestalten

Villmar: "Jeder Stein hat eine Persönlichkeit"

  • VonRobin Klöppel
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Bei einem zweitägigen Kurs lernten Anfänger und Fortgeschrittene die Steinbearbeitung kennen

Villmar -Die Aktiven des Villmarer Vereins Lahn-Marmor-Museum sind stets bemüht, das Museum lebendig zu gestalten. Dazu gehört auch, in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit zu bieten, Steinbearbeitung hautnah zu erleben. Ein zweitägiger Schnupperkurs mit dem Hobby-Steinmetz Uli Belz fand nun trotz kleiner Regenunterbrechungen zwischendurch auf dem Außengelände des Museums statt. Aufgrund der begrenzten Zahl vorhandener Werkzeuge konnten daran nicht mehr als acht Interessierte teilnehmen.

In dem Kurs lernten sie verschiedene Steinarten für Bildhauerarbeiten, insbesondere Lahnmarmor und die Werkzeuge eines Bildhauers kennen. Es folgte eine Einführung in die Marmorbearbeitung. So gab es praktische Übungen mit Hammer und Meißel, den Umgang mit Handschleifmaschinen und Flex sowie das Schleifen und Polieren von Lahnmarmor. An den zwei Tagen wurde aber nicht nur mit Kalk-, sondern auch mit Sandstein gearbeitet. "In einer kleinen Gruppe kann man viel vermitteln", sagt Uli Belz. Er zeigte den Teilnehmern, wie gemeißelt, geschliffen und poliert wird. "Ziel ist es, dass das dann auch jeder Teilnehmer selbst daheim gefahrenlos machen kann", betont Belz.

Wichtig dafür sei auch zu wissen, welches Werkzeug für welchen Stein geeignet sei. Für die Anfänger sei beim Schnupperkurs auch die Bearbeitung von Travetin gezeigt worden. Dieser Werkstoff sei zwar nicht heimisch, sondern stamme aus Italien. Doch er sei für Anfänger einfacher zu bearbeiten, weil er weicher als Lahnmarmor ist, erläutert Belz. Mit Siegfried Kärcher gehörte ein bundesweit bekannter Künstler mit eigenem Wikipedia-Eintrag zu den Schnupperkurs-Teilnehmern. Der Bad Kreuznacher ist in der Steinbearbeitung kein Neuling, wie er verrät. "Ich habe mich aber für die hier einmaligen Brüche, den Lahnmarmor besonders interessiert", erzählt der Künstler. Jeder Stein habe eine eigene Persönlichkeit. "Ich bin hier, um eine neue Persönlichkeit kennenzulernen", berichtet Kärcher. Er schaue, ob der Lahnmarmor sich für ihn eigne, damit künftig auch künstlerisch tätig zu werden.

Barbara Ebel ist gekommen, weil sie beruflich im Weilburger Schlossmuseum tätig ist. "Da stellen wir viel Lahnmarmor aus und verkaufen auch Bruchstücke aus Vilmar", erzählt Ebel. Sie nehme an dem Kurs teil, um mehr über den Lahnmarmor für künftige Veranstaltungen in ihrem Museum zu erfahren. Teilnehmerin Anne Kött sagt, dass sie Geologin sei und immer mit Steinen herumwerkele. Der Kurs sei künstlerisch angehaucht und mache darum doppelt viel Freude. Sie habe bereits einen Kurs Sandsteinbearbeitung besucht und wolle sich in Villmar mal am Kalkstein auszuprobieren. In eineinhalb Tagen kriege man schon einiges mit. Spannend sei, bei einem Marmorblock, herauszufinden, was in ihm an Motiven stecke. Wer Interesse hat, auch einmal einen Kurs zu besuchen, kann dies gerne per Mail an stftung@lahn-marmor- museum.de bekunden. Weitere Kurse biete Belz jederzeit gerne in Villmar an, wenn die entsprechende Nachfrage vorhanden ist.

Als nächstes ist vom 8. bis 10. Oktober im Museum ein Steinbildhauerkurs in Planung. Alle Infos über das Museum und kommende Sonderveranstaltungen sind auf /www.lahn-marmor-museum.de zu finden.

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