Thorben Nickel (links) und Jürgen Nickel haben mit der Eventlocation Unica(t) in Villmar Großes vor.
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Thorben Nickel (links) und Jürgen Nickel haben mit der Eventlocation Unica(t) in Villmar Großes vor. Foto: Robin Klöppel

Eröffnung 2021 geplant

Große Pläne: Wie aus einem Steinmetzbetrieb eine Eventlocation werden soll

  • vonRobin Klöppel
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Die Villmarer Thorben und Jürgen Nickel planen Eventlocation Unica(t) Café und Zimmervermietung im angesagten Industrielook.

Villmar – Visionäre Pläne hat Thorben Nickel, der mit Unterstützung seines Vaters Jürgen den ehemaligen Steinmetzbetrieb Belke im Villmarer Gewerbegebiet zu einer Eventlocation, dem Unica(t), umbauen will.

Unica heißt in Villmar auch eine Marmorsorte aus dem gleichnamigen Steinbruch. Geplant sind ab Frühjahr 2021 eine Location für Familien- und Firmenfeiern, ein Café sowie voraussichtlich ab 2022 Zimmervermietung im angesagten Industrielook. Auch ein Ferienapartment und eine Hausmeisterwohnung sollen im Obergeschoss eingerichtet werden, wo vorher die Schauräume des Steinmetzbetriebes waren.

Viele Arbeiten wollen die Nickels als erfahrene Handwerker und Betreiber des örtlichen Handwerksbetriebes Scheu & Nickel GmbH Elektrotechnik in Eigenregie erledigen. Thorben Nickel sagt, dass sein Projekt kein Schnellschuss war. Er habe sich fünf Jahre lang gezielt in der Szene umgeschaut, um eine Vorstellung zu gewinnen, wie er ein solches Projekt in Villmar erfolgreich umsetzen könnte. Dass dann sogar in fußläufiger Entfernung zur Firma Scheu & Nickel geeignete Räumlichkeiten für die Eventlocation frei wurden, war allerdings reiner Zufall.

Natürlich müssen die Nickels den angekauften früheren Steinmetzbetrieb umbauen und erweitern. Doch gerade der Industrielook des Geländes sowie der direkte Blick auf die Natur und den Galgenberg in zentraler Lage an der Zufahrt zum Gewerbegebiet ist für Thorben Nickel Gold wert. Denn in diesem Sommer tummeln sich wegen der Corona-Pandemie besonders viele Leute in den Urlaubswochen im eigenen Land, so dass an dem Gebäude viele Rad- und Motorradfahrer sowie Oldtimerbesitzer vorbeikommen. Die könnten künftig potenzielle Kunden für das Café und den Beherbungsbetrieb sein. Zur Zielgruppe gehören aber auch Menschen, die beruflich in der Region zu tun habe und Gäste der Eventlocation, die nach ein paar Gläsern in gemütlicher Runde ihr Auto vielleicht nicht mehr bewegen wollen, sondern die Heimfahrt erst am nächsten Morgen nach ein paar Stunden Schlaf und einem gemütlichen Brunch im neuen Café antreten möchten.

„Eigentlich wollten wir dieses Jahr im August das Café schon eröffnen, aber durch Corona hat sich alles verzögert“, sagt Thorben Nickel. Er kann jetzt nur hoffen, dass 2021 wieder Feiern ohne Einschränkungen in Hessen gestattet sind und dann ab dem kommenden Jahr sein neuer Betrieb brummt. 35 Sitzplätze wird es innen im Café geben, 40 draußen plus einen Spielplatz. Das Café wird sein Geschäftspartner Haval Sulaimann leiten. Dort soll es neben Frühstück auch kleine warme Speisen geben.

Nickels Vision, exklusive Essen mit 20 Personen und Koch in einem Baukran hoch über Villmar anzubieten, haben sich jedoch zerschlagen. Kritiker meinten, ein dauerhaft dort stehender Kran beinträchtige das Landschaftsbild. Also lässt Thorben Nickel die Finger davon und setzt lieber andere Ideen um, die er für genauso erfolgversprechend hält.

Die Feierlocation für bis zu 160 Gäste soll mit einer großen Glasfassade ausgestattet werden und damit schön hell sein. Geburtstage, Hochzeiten und Firmenfeiern können hier stattfinden. Das benachbarte Café kann in die Feierlichkeiten einbezogen werden. Für das Essen möchte Nickel die Kooperation mit heimischen Caterern suchen. Im ersten Quartal 2021 soll der Betrieb losgehen.

Übernachten im Überseecontainer

Aktuell kümmern sich Nickels um die baulichen Dinge, damit sie alsbald mit dem Betrieb loslegen können. Der 26-jährige Elektromeister Thorben Nickel hat in einem zweiten Bauabschnitt übernächstes Jahr noch etwas bisher in der Region Einmaliges vor: Er will auf dem Gelände Übersecontainer aufstellen lassen, in denen bis zu 20 Zimmer für jeweils zwei Personen entstehen. Das laufe in anderen Regionen bereits mit großem Erfolg. Die Gäste übernachten in den Containern, die minimalistisch eingerichtet sind und genießen den herrlichen Blick auf den „Galgenberg“.

Industrielook heißt natürlich nicht, dass die Gäste auf Bequemlichkeit beim Übernachten verzichten müssen. Thorben Nickel ist fest überzeugt davon, dass ein für die Region so außergewöhnliches Projekt bei den Lahntouristen und der einheimischen Bevölkerung auf großes Interesse stoßen wird. (Robin Klöppel)

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