Das Schieferdach der König-Konrad-Halle ist inzwischen frisch eingedeckt worden. Doch erst im Frühjahr 2022 soll das Gebäude wieder vollständig nutzbar sein.
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Das Schieferdach der König-Konrad-Halle ist inzwischen frisch eingedeckt worden. Doch erst im Frühjahr 2022 soll das Gebäude wieder vollständig nutzbar sein.

Bei Brand zerstört

Villmar: Sanierung zieht sich bis 2022

  • Rolf Goeckel
    VonRolf Goeckel
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König-Konrad-Halle nur eingeschränkt nutzbar

Villmar -Bei einem Brand im März 2020 ist die Villmarer König-Konrad-Halle zu großen Teilen zerstört worden. Die genaue Schadenssumme steht bis heute nicht fest - auch weil die Wiederaufbaukosten enorm gestiegen sind, wie Bürgermeister Matthias Rubröder (CDU) berichtet. Optimistisch zeigte sich der Verwaltungschef jedoch, dass die "gute Stube" des Marktfleckens im Frühjahr 2022 den Villmarer Vereinen wieder zur Verfügung steht.

Licht- und Tontechnik ist "größter Brocken"

Die Sanierung der Halle spiegele ein Stück weit die gegenwärtigen Engpässe auf dem Markt für Baustoffe wieder, schildert Rubröder die Situation. Dies habe sich zuletzt vor allem beim Wiederaufbau des Dachs der Halle gezeigt. Die Villmarer Firma Kissel habe wochenlang Probleme gehabt, das notwendige Holz für den Dachstuhl zu bekommen. Statt nach vier Wochen sei das Holz erst nach zwölf Wochen geliefert worden, berichtet der Rathauschef.

Als nächstes soll in der kommenden Woche mit den Elektroarbeiten begonnen werden. Geplant sei, dass dieses Gewerk nach vier bis fünf Wochen abgeschlossen ist. Auch die zerstörte Wandvertäfelung, der Fußboden und die Trennwand sollen in den nächsten Monaten wieder hergestellt werden, so Rubröder.

Der größte Brocken jedoch sei der Einbau einer neuen Licht- und Tontechnik in dem 40 Jahre alten Gebäude. Hier komme auf die Gemeinde aller Voraussicht nach ein Eigenanteil von rund 60 000 Euro zu, der von der Feuerversicherung nicht gedeckt sei. Die Mehrausgabe sei aber notwendig, um das technische Equipment auf einen modernen Stand zu bringen, so der Bürgermeister.

Blockheizkraftwerk soll Kosten senken

Auf zukunftsweisende Technik setzt die Gemeinde auch beim Thema Heizung. Auf Beschluss der Gemeindevertretung wird die zerstörte Anlage nicht einfach durch eine herkömmliche Heizung ersetzt, sondern durch ein Blockheizkraftwerk, das zwar eine deutlich höhere Investition bedeutet, aber die laufende Kosten in Zukunft erheblich senken soll. Auch hier müsse die Gemeinde nach Abzug von Fördermitteln knapp unter 100 000 Euro aus eigenen Mitteln zuschießen. Die Gesamtkosten betragen 167 000 Euro, so Rubröder.

Zufrieden zeigte sich der Rathauschef mit der Abwicklung der Brandfolgen über die Versicherung. "Das läuft sehr gut", lobte Rubröder. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die noch verbliebenen Bauarbeiten nun zügig über die Bühne gehen werden. Bis zur Wiedereröffnung müssten sich die Vereine - zuletzt richtete die Feuerwehr Villmar einen Appell an die Gemeinde - allerdings noch etwas gedulden, macht Rubröder wenig Hoffnung auf mehr Tempo. Kleiner Trost: Das Foyer der Halle ist seit einiger Zeit wieder nutzbar - eine Möglichkeit, von der die Gesangvereine und das Blasorchester der Feuerwehr regen Gebrauch machten. Für alle anderen Veranstaltungen stünden die gemeindlichen Hallen in den übrigen Villmarer Ortsteilen zur Verfügung - wenngleich diese von den örtlichen Vereinen stark belegt seien, wie Rubröder einschränkte. Auch das beheizte Vereinszelt am Tennisplatz könne weiter genutzt werden.

Das Blockheizkraftwerk werde voraussichtlich erst Anfang 2022 in die König-Konrad-Halle eingebaut, kündigte der Verwaltungschef an. "Zurzeit ist der Markt leergekauft", sagte er. Angst zu frieren müssten die Veranstalter, die das Foyer nutzen, dennoch nicht haben. Denn mit einer provisorischen Ersatzheizung habe die Kommune entsprechend vorgesorgt.

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