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340 000 Euro sieht der Haushaltsentwurf für die Sanierung des Villmarer Schwesternhauses vor.

Etat von externem Unternehmen erstellt

Villmar: Überschuss auch in Corona-Zeiten

  • Rolf Goeckel
    vonRolf Goeckel
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Haushalt 2021 geht in Beratung: Schwesternhaus soll saniert und Baugebiet Arfurter Berg vorangetrieben werden.

Villmar -Der Entwurf des Haushaltsplans 2021 für den Marktflecken Villmar ist von Bürgermeister Matthias Rubröder (CDU) den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) per E-Mail zugeleitet worden und gilt nach den Corona-Regelungen der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) damit als offiziell ins Parlament eingebracht. Im Januar wird das Zahlenwerk vom HFA beraten, um voraussichtlich im Februar von der Gemeindevertretung beschlossen zu werden.

Erstellt wurde der Haushaltsplan von einem externen Unternehmen, das die Gemeinde einschalten musste, da der Kämmerer des Marktfleckens wegen Krankheit nicht mehr zur Verfügung steht. Mitgewirkt an dem Etatentwurf hat Büroleiter Thorsten Laux, der dieser Zeitung die wichtigsten Positionen des Haushalts erläuterte. "Das wesentlichste Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, wurde geschafft", sagte Laux. Denn der Ergebnishaushalt weise einen Überschuss von knapp 600 000 Euro aus. Der Gesamtbetrag der Erträge beläuft sich auf 15,242 Millionen Euro, denen Aufwendungen von 14,643 Millionen Euro gegenüberstehen. Wichtigste Nachricht für alle Bürger: Die Gemeinde Villmar wird im Jahr 2021 keine Steuererhöhungen vornehmen. Der Hebesatz für die Grundsteuer A, die für land- und forstwirtschaftliche Betriebe erhoben wird, bleibt bei 400 Prozent, alle übrigen Grundstücke (Grundsteuer B) zahlen einen Hebesatz von 420 Prozent. Der Hebesatz für die Gewerbesteuer beträgt unverändert 400 Prozent.

Das Jahr 2020 war laut dem Vorbericht zum Haushaltsplan 2021 geprägt vom Ausbruch der Corona-Pandemie mit einem "dramatischen Einbruch der Steuererträge. Die Gewerbesteuererträge sanken um 500 000 Euro, die Einkommensteueranteile werden prognostiziert mit einem Minus von rund 100 000 Euro. Vom Land Hessen wurden als Ausgleich für Gewerbesteuerausfälle auch der künftigen Jahre Zuweisungen in Höhe von 328 308 Euro gezahlt. Das Minus werde aber bei weitem nicht gedeckt. Die benötigten Grundstücksflächen für das Baugebiet Arfurter Berg wurden im laufenden Jahr vollständig angekauft, so dass 2021 die Erschließung beginnen kann.

Niedrige Zinsen

wirken entlastend

Die Folgen der Corona-Pandemie werden laut Prognose der Gemeinde Villmar auch 2021 noch zu schaffen machen. Wichtigste Aufgabe sei, bereits begonnene Projekte wie die Erschließung des Baugebiets sowie die Umsetzung weiterer Kanal-Sanierungsmaßnahmen fortzuführen. Positiv wirke sich die restriktive Haushaltsführung und Ausgabendisziplin seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und des Gemeindevorstands aus.

Neue Projekte könnten nur bei ausreichender Liquidität begonnen werden. Auch der niedrige Zinsaufwand wirke sich entlastend auf den Gemeindehaushalt aus. Auf der anderen Seite stünden aber negative Einflussfaktoren wie Kostensteigerungen und der Rückgang der Bevölkerung.

Die größten Ausgabeposten im Ergebnishaushalt sind die Kreis- und Schulumlagen mit insgesamt 4,53 Millionen Euro, die Personalaufwendungen mit 3,89 Millionen Euro, die Sach- und Dienstleistungen mit 2,36 Millionen Euro und die Kinderbetreuung mit 2,18 Millionen Euro. Die wesentlichen Erträge sind der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 4,2 Millionen Euro, die Schlüsselzuweisungen mit 2,7 Millionen Euro und die Gewerbesteuer mit 1,8 Millionen Euro. Die Grundsteuern spülen 824 000 Euro in die Gemeindekasse, die Wasser-, Kanal- und Niederschlagswassergebühren erbringen 2,45 Millionen, Holzverkäufe 278 655 Euro und der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer 227 000 Euro.

Die größten geplanten Investitionen sind laut dem Etatentwurf:

Der Ausbau des Bauhofs (zweite Stufe) für 230 000 Euro.

Die Anschaffung diverser Gerätschaften für den Bauhof für 149 000 Euro.

345 000 Euro investiert die Gemeinde in den Brandschutz.

Für die Sanierung des Schwesternhauses und den Ausbau der Kinderkrippe stellt die Gemeinde 340 000 Euro zur Verfügung. Darin ist ein Zuschuss von 50 Prozent, also 170 000 Euro, enthalten.

Umfangreiche Investitionen fließen außerdem in das künftige Neubaugebiet Arfurter Berg Villmar: 400 000 Euro für die Wasserversorgung bereits im Jahr 2021 und als Verpflichtungsermächtigung 1,5 Millionen Euro im darauffolgenden Jahr 2022. Für den Bau der Kanalisation lauten die entsprechenden Zahlen eine Million Euro 2021 und 3,4 Millionen Euro 2022. Der Straßenbau wird 2021 400 000 Euro und 2022 1,5 Millionen Euro verschlingen.

Für grundhafte Straßensanierungen stehen 110 000 Euro zur Verfügung.

In die Sanierung der Weyandstraße Villmar fließen weitere 355 000 Euro.

Kanalbaumaßnahmen in Weyer schlagen voraussichtlich mit 436 600 Euro zu Buche.

Für die Neukonzeption der König-Konrad-Halle Villmar stehen 100 000 Euro im Etat.

Um dieses ambitionierte Investitionsprogramm zu stemmen, muss sich die Gemeinde Villmar weiter verschulden. Der Gesamtbetrag der Kredite ist in dem Planungsentwurf auf rund 5.56 Millionen Euro festgesetzt. Die Verschuldung des Marktfleckens steigt damit 20,4 Millionen auf etwas mehr als 23 Millionen Euro.

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