Lahnmarmor

Zu wenig Museumsgäste in Villmar: Leiterin muss gehen

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Weil das Lahn-Marmor-Museum deutlich weniger Besucher hatte als erwartet und das Geschäftsjahr mit einem Minus abschließt, hat man sich von der Museumsleiterin getrennt. Der Fehlbetrag soll durch Spenden ausgeglichen werden.

Vor knapp einem Jahr war Stiftungsvorstandsvorsitzender Hermann Hepp noch optimistisch, dass 2017 die erwartete Besucherzahl des Villmarer Lahn-Marmor-Museums von 10 000 jährlich erreicht werden kann und die Bilanz ohne Minus abschließt. In einem Gespräch mit dieser Zeitung musste der frühere Bürgermeister des Marktfleckens jedoch einräumen, dass 2017 nur rund 5000 zahlende Gäste kamen und zwei Drittel der Kosten der Museumsleiterstelle von 25 000 Euro – also 16 667 Euro – nicht durch Einnahmen gedeckt werden können.

Das hatte Konsequenzen: Das nicht erreichte Jahresziel im Museum führte dazu, dass der Museumsleiterin Nadja Bartsch gekündigt wurde. „Wir haben uns einvernehmlich getrennt“, sagte Hepp. In Zukunft werde der Stiftungsvorstand das Museum allein leiten.

Hepp will der Museumsleiterin keine Vorwürfe für die nicht erreichten Besucherzahlen machen, auch wenn die Vermarktung des Museums auch in ihrer Verantwortung lag. Mit den aktuellen Zahlen könne aber eine hauptamtliche Stelle mit jährlichen Kosten von 25 000 Euro nicht weiter finanziert werden. Also könne die Konsequenz nur sein, die hauptamtliche Museumleiterstelle erst einmal zu streichen und den Betrieb neben den bezahlten fünf Aushilfen an der Kasse und für den Shop nur mit Ehrenamtlichen zu bewältigen. Eine weitere Maßnahme zur Kosteneinsparung ist, dass die Vormittagsöffnungszeiten des Museums dienstags bis freitags abgeschafft werden.

Das Minus des Villmarer Lahn-Marmor-Museums in diesem Jahr führt nicht dazu, dass der Villmarer Gemeindehaushalt mit dem Projekt zusätzlich in fünfstelliger Höhe belastet wird. Das versicherte Hepp auf Anfrage dieser Zeitung. „Wir haben nicht vor, einen Antrag auf Kostenübernahme an die Gemeinde zu stellen“, stellte er klar. Das fünfstellige Minus soll über Spendengelder gedeckt werden.

Sollten sich die Besucherzahlen künftig bessern, könne dann immer noch neu über einer hauptamtlichen Museumleitung gesprochen werden, sagt Hepp. Der Vorstand sei mit der Museumsleiterin offen umgegangen, habe ihr schon vor Monaten mitgeteilt, dass unter den aktuellen Umständen eine Weiterbeschäftigung nicht möglich sei.

Hepp sagte, der Gemeinde sei angeboten worden, die Museumsleiterin für den Bereich Tourismus weiter zu beschäftigen. Doch sehe die Mehrheit des Gemeindevorstands derzeit keine Notwendigkeit dafür. Auf die Frage, ob er den Bau des neuen Museums für Villmar für die richtige Entscheidung halte, sagte Hepp deutlich: „Natürlich. Alle Gäste des Museums sind voll des Lobes gewesen.“ Es müsse nur mehr unternommen werden, es bekannter zu machen. Dazu wird die Kooperation mit anderen Kommunen und Gastronomiebetrieben der Region gesucht, damit Angebote für Lahntouristen mit dem Museum als Programmpunkt künftig angeboten werden können.

Um mehr Menschen ins Museum zu locken, will die Stiftung künftig auch mehr Sonderausstellungen und Konzerte anbieten. Anfangs hatten die Verantwortlichen dauerhaft von ähnlichen Besucherzahlen wie in der Kubacher Kristallhöhle – also 30 000 zahlenden Gästen im Jahr – geträumt.

Bürgermeister Arnold-Richard Lenz (SPD) sagte, dass das Museum getrennt vom Gemeindehaushalt laufe und kein Bürger befürchten müsse, dass der Gemeinde weitere Kosten entstehen. Lenz geht davon aus, dass das Museum 2018 ohne hauptamtliche Leitung das Minus in den Griff kriegt.

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