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Wetter-Pilot ist seit mehr als einem Jahrzehnt im Einsatz

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Von: Tobias Ketter

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Uwe Dombach sitzt täglich an seinem Laptop, um die Wetterdaten an hr 1 zu senden.
Uwe Dombach sitzt täglich an seinem Laptop, um die Wetterdaten an hr 1 zu senden. © Tobias Ketter

Uwe Dombach berichtet einem Radiosender, ob es in seinem Heimatdorf Aumenau regnet, stürmt oder schneit

Villmar -Viele Menschen aus der Region schalten morgens nach dem Aufstehen oder auf dem Weg zur Arbeit das Radio ein, um sich die neusten Nachrichten anzuhören sowie sich über das Wetter zu informieren. Wer regelmäßig den Sender hr 1 hört, erfährt von den Moderatoren besonders häufig, wie das Wetter derzeit in Aumenau ist. Doch warum wird gerade der Villmarer Ortsteil so oft im Radio erwähnt? Der sogenannte Wetter-Pilot Uwe Dombach ist dafür verantwortlich. Der 63-Jährige wohnt in Aumenau und er informiert den Sender nahezu täglich darüber, ob es in seinem Heimatdorf regnet, schneit oder stürmt. Durch diese Tätigkeit hat der pensionierte Lehrer schon einige kuriose Dinge erlebt.

Uwe Dombach interessiert sich bereits seit seiner Kindheit für die Meteorologie. "In der Schule in Villmar gab es damals eine offizielle Wetterstation", erinnert sich der Aumenauer. Er habe als Heranwachsender während einiger Schulprojekte an Ort und Stelle immer wieder die Wetterdaten abgelesen. Und auch in der Oberstufe und während seines Physik-Studiums sei das Thema Wetter wiederholt behandelt worden. "In meinem Referendariat habe ich dann sogar eine Unterrichtseinheit zur Wetterkunde als Thema meiner zweiten Staatsexamensarbeit gewählt", sagt Uwe Dombach.

Radiosender suchte

Wetterbeobachter

Im Jahr 2010 wurden von hr 1 Personen gesucht, die den Sender täglich mit Wetterdaten versorgen sollten. Daraufhin schrieb der heute 63-Jährige eine E-Mail an die Verantwortlichen, um sich für diese Aufgabe anzubieten. Einige Monate später erhielt er die Nachricht, dass er ab sofort als Wetter-Pilot für den Sender aktiv werden dürfe. "Ich bekomme kein Geld für meine Tätigkeit. Ich mache das, weil es mir Freude bereitet", so Uwe Dombach.

Meistens gibt er seine Daten gegen kurz vor 6 Uhr am Morgen an den Sender weiter. "Wenn sich aber beispielsweise ein Gewitter nähert oder starker Schneefall einsetzt, melde ich dies auch während anderer Tageszeiten", erklärt der Wetter-Pilot. Im Anschluss an die Nachrichten zur vollen Stunde werde meist jeweils eine Wetterbeobachtung aus dem Norden, Süden und der Mitte Hessens durchgesagt. Der kleine Ort Aumenau sei sehr häufig mit dabei. Laut Uwe Dombach zufolge zeige hr 1 damit, dass das Wetter in Hessen zur gleichen Zeit mitunter ganz unterschiedlich sein könne. Selbst in Aumenau gebe es große Unterschiede. "Mein Haus steht weit oberhalb der Lahn. Hier ist es viel windiger als im Tal und es gibt tatsächlich manchmal innerhalb des Ortes Temperaturunterschiede von zwei Grad", weiß der Experte.

Wetterdaten im

Internet angeben

Und was muss ein Wetter-Pilot tun, damit seine Beobachtungen beim Sender ankommen? "Das ist eigentlich ganz einfach", sagt Uwe Dombach. "Ich gebe lediglich über das Internet die Region, meinen Wohnort, die Temperatur sowie die Bewölkung, die Windstärke und die Niederschlagsmenge an." Außerdem bestehe die Möglichkeit, weitere Bemerkungen dazu zu schreiben. Diese Funktion nutze der Aumenauer beispielsweise, wenn die Straßen besonders glatt sind.

Die Namen der Wetter-Piloten werden während den Wetterberichten übrigens erwähnt. Uwe Dombach erzählt, dass er sehr überrascht gewesen sei, als sein Bruder ihn Anfang 2011 anrief und berichtet, dass der Aumenauer gerade persönlich im Radio genannt wurde. Das ein oder andere Mal war er seitdem sogar schon selbst im Radio zu hören.

Durch seine Tätigkeit für hr 1 hat er wieder Kontakt zu ehemaligen Weggefährten aufnehmen können. So bekam Uwe Dombach beispielsweise im Jahr 2014 eine E-Mail von der Ärztin und Autorin Heike Groos, die in Neuseeland wohnt. "Es stellte sich heraus, dass sie über das Internet hr 1 hört und ihr mein Name bekannt vorkam", sagt der pensionierte Lehrer. Nach kurzer Überlegung sei Groos dann eingefallen, dass die beiden vor vielen Jahren gemeinsam Volleyball an der Hochschule gespielt haben. Und auch beim aktuellen Manager der Volleyballabteilung des TV Waldgirmes, Friedhelm Rücker, seien laut Uwe Dombach durch die Namensnennungen im Radio Erinnerung an die gemeinsame Zeit an der Universität geweckt worden. "Ich werde außerdem immer wieder von ehemaligen Klassenkameraden und Bekannten angesprochen. Sie freuen sich, wenn Aumenau im Radio erwähnt wird", sagt der Wetter-Pilot. Dies sei zwar eigentlich nichts besonders, doch die Zuhörer aus dem Dorf an der Lahn hätten dann stets ein Lächeln auf den Lippen.

Uwe Dombach möchte auch in den kommenden Jahren seine Wetterbeobachtungen an den Radiosender weitergeben. "Es ist eine tolle Sache und ich bin immer noch mit Begeisterung dabei", betont der Pädagoge, der übrigens unbedingt künftig einmal die Polarlichter sehen möchte. Er habe schon viele besondere Dinge am Himmel beobachtet. So war er unter anderem Zeuge einer totalen Sonnen- sowie einer Mondfinsternis. Und auch sogenannte Nebensonnen sowie das seltene Phänomen eines Ringes um den Mond, genannt Mond-Halo, hat er bereits entdeckt. Uwe Dombach appelliert an die Bürger: "Hebt ab und zu mal den Kopf und schaut über euch. Es kann sich wirklich lohnen."

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