Festakt

Zehn Jahre IGS als Erfolg gefeiert

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Die Festwoche „10 Jahre IGS“ am Johann-Christian-Senckenberg-Schulzentrum Runkel/Villmar hat gestern mit einem Festakt in der Runkeler Stadthalle begonnen. Dort wurde die Schule als großer Erfolg gefeiert.

880 Schüler hat das Johann-Christian-Senckenberg-Schulzentrum Runkel/Villmar mit der Außenstelle Arfurt derzeit. Damit ist die Schülerzahl nach der Umstellung der Schule auf eine Integrierte Gesamtschule (IGS) vor zehn Jahren nicht gestiegen, sondern konstant geblieben, sagte Schulleiter Michael Uhl gestern bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen der IGS. Es gebe viele Eltern, die ihre Kinder von weit her nach Runkel oder Villmar bringen. Sie stammen aus 36 Orten im Kreisgebiet, wo es nur noch an der Jakob-Mankel-Schule eine weitere IGS gibt. Hier werden Kinder ab der fünften Klasse nicht voneinander getrennt, sondern weiter gemeinsam unterrichtet und individuell nach ihren Begabungen gefördert. So sollen sie sich ohne Druck weiterentwickeln, um später zusammen mit Eltern und Lehrern in Ruhe zu entscheiden, welchen Schulabschluss sie anstreben.

Gemeinsames Lernen bei individueller Förderung – das hält Schulleiter Michael Uhl für ein stimmiges Konzept. Am Senckenberg-Schulzentrum lernten die Kinder auch soziale Kompetenzen und einen friedvollen Umgang miteinander. „Jeder Mensch kann einen Beitrag zu einer besseren Gesellschaft leisten“, ist Uhl überzeugt.

Susanne Kurz erinnerte daran, dass es eine Zeit lang gedauert habe, bis das neue System am Senckenberg-Schulzentrum funktioniert habe. Dennoch richteten die Schüler gestern viele Wünsche an ihre Schule. Sie hofften unter anderem auf besseres Essen, saubere Toiletten und ein entspannteres Miteinander in den Schulbussen. Die Lehrer wünschen sich weiterhin friedvolle und begeisterungsfähige Schüler, ein gutes Lernklima und weniger „Formularkram“. Positiv am Senckenberg-Schulzentrum sei, dass das System durchlässiger geworden sei, sagte Kurz. Eltern hätten mehr Mitspracherecht bei der Schullaufbahn ihrer Kinder. Und bei Problemen hätten die Schulleitung und die beiden Schulsozialarbeiter ein offenes Ohr.

Dr. Michael Jung als Vertreter des Staatlichen Schulamtes sagte, dass sich die Kinder an einer IGS nach ihren Begabungen in Ruhe entwickeln könnten, bevor sie über ihren weiteren Weg entscheiden müssten. Neben der Pestalozzischule Weilburg verfüge das Senckenberg-Schulzentrum als einzige Schule im Kreis über eine Eingangsstufe, die den Kindern den Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule erleichtere. Jung lobte auch, dass Musik, Kunst, Bewegung und soziales Engagement Schwerpunkte der Schule seien. Zudem würden Französisch und Spanisch als zweite Fremdsprache angeboten.

Der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung (SPD) erinnerte daran, dass der Zusammenschluss der Schulen von Runkel und Villmar „keine Liebesheirat“ gewesen sei. „Es ist aber etwas Tolles dabei herausgekommen“, sagte er. „Ich würde mir wünschen, dass es künftig mehr IGS-Standorte im Kreis geben wird, denn die Nachfrage spricht für sich.“ Jung kündigte an, dass der Kreis als Schulträger noch mehr als eine Million in das Schulzentrum investieren will. Uhl sagte, dass Verwaltung und IT-Bereiche umgebaut sowie Räume für die Ganztagsbetreuung geschaffen werden sollten. Zudem sei am Standort Runkel ein Multifunktionsspielfeld für Sport in der Planung.

Runkels Bürgermeister Friedhelm Bender (SPD hält die IGS als Teil eines breitgefächerten Bildungsangebotes für wichtig, „denn nicht jedes Kind ist auf allen Gebieten gleich begabt“. „Für viele Eltern ist es wichtig, vor Ort ein gutes Schul- und Betreuungsangebot zu haben“, sagte Villmars Verwaltungschef Matthias Rubröder (CDU). Simone Janz vom Schulelternbeirat sagte, die IGS zeige, dass es Alternativen zur Trennung der Schüler nach der vierten Klasse gebe.

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