Landtagswahl 2018

Volker Bouffier setzt Messlatte für die CDU-Kandidaten im Kreis hoch

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„Die Region und das Land sind stark, und das soll auch so bleiben“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bei einem Besuch in Frickhofen. Rund 200 Gäste waren ins Bürgerhaus gekommen, um ihn, die Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister und Joachim Veyhelmann sowie Landratskandidaten Michael Köberle zu erleben.

Glaubt man der zierlichen Dame dort oben auf dem Podium des Frickhöfer Bürgerhauses, dann geht es im Hause Bouffier so zu wie in den meisten Familien: Beim gemeinsamen Essen werden die kleinen und großen Geschehnisse des Alltags besprochen, man plant Ausflüge und Urlaubsreisen und knüpft immer mal wieder neue Kontakte. Tatsächlich ist Familie Bouffier natürlich keine durchschnittliche Lebensgemeinschaft. Immerhin ist Volker Bouffier (CDU) hessischer Ministerpräsident und seine Frau Ursula eine sehr routinierte Politiker-Gattin.

Sie begleitet ihren Mann auf seiner Wahlkampftour durchs Land. Im Gepäck ein pralles Repertoire an Anekdoten, mit dem sie sich sehr unterhaltsam ein paar Minuten durchs Programm plaudert, ehe dem Ministerpräsidenten die Bühne gehört. Knapp 60 Minuten wird er über Dornburg, die Region, das Land und die Welt sprechen. Zunächst aber ist seine Frau dran. Und vor ihr Landratskandidat Michael Köberle (CDU) sowie die beiden christdemokratischen Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister und Joachim Veyhelmann. Die lädt Moderatorin Julia Hartmann zu einer „Talkrunde mit spannenden Fragen“ ein, etwa dazu, wie es sich anfühlt, auf der Straße alle paar Meter auf das eigene Konterfei zu blicken. Hofmeister und erst recht der seit vielen Jahren politisch aktive Veyhelmann räumen ein, dass man sich daran gewöhnt habe, wobei Letzterer betont: Auch wenn die Plakate hoch hängen, würde er nicht auf die Bürger hinabsehen. Man befinde sich auf Augenhöhe.

Für Michael Köberle ist Wahlkampf für die eigene Person dagegen noch immer eine Premiere, sagt er. Deshalb macht er deutlich, was er erreichen will. Eine verbesserte Infrastruktur, die die Attraktivität des ländlichen Raumes stärken soll. Vor allem aber sei er ein Familienmensch, seine Kandidatur ein Familienprojekt. In seiner Freizeit fährt Köberle Fahrrad mit seiner Frau und drei seiner vier Kinder, Veyhelmann verrät, dass er ein begeisterter Shuffleboard-Spieler ist, und Hofmeister kann Hartmann entlocken, dass er sich vorstellen kann, eines Tages auf einem Kreuzfahrtschiff zu entspannen.

Dann ist es so weit. Das Musikkorps Blau-Orange Frickhofen spielt einen krachenden Marsch, das Ehepaar Bouffier betritt den Saal, und die Frau des Ministerpräsidenten erzählt aus dem Leben an der Seite des hessischen Landesvaters. Ob sie sich ihren Humor bewahrt habe, obwohl das Familienleben gerade in Wahlkampfzeiten arg beschnitten sei, fragt Julia Hartmann. Nun, antwortet Ursula Bouffier trocken, keinen Humor zu haben nütze da auch nichts. Das kommt an im Saal, in dem die Betriebstemperatur längst um einige Grade gestiegen ist.

Ursula und Volker Bouffier sind willkommen. Der Ministerpräsident weiß das und betont es auch: Die Region sei schon immer besonders stark, die hiesigen Freunde immer besonders verlässlich gewesen. Und so soll es bleiben nach der Landtags- und der Landratswahl in vier Wochen. „Die wirtschaftliche Kraft muss erhalten und gestärkt werden“, fordert er, und zwar so, dass alle Menschen im Land davon profitierten. Deshalb müssten auch die von der SPD vorgeschlagenen „pädagogischen Experimente“ abgewehrt werden. Im Mittelpunkt der Bildung stehe der Schüler und nicht der Auftrag, die Gesellschaft zu verändern, mahnt der Ministerpräsident. Hessen habe klug gehandelt, weitere Lehrkräfte einzustellen.

Klug sei auch die Richtung, die das Land innenpolitisch eingeschlagen hat. „Die Aufklärungsrate von Straftaten ist hoch. Hessen hat so viele Polizisten wie noch nie.“ Aber auch das ist steigerungsfähig: Jede Gemeinde solle künftig einen eigenen Schutzmann haben, kündigt Bouffier an. Und noch eine Neuerung hat der Politiker dabei: 50 Millionen Euro wolle das Land in den Ausbau der mobilen Kommunikation investieren, 1500 zusätzliche Funkmasten errichten und flächendeckend ein freies WLAN zur Verfügung stellen. Das alles sei Ausdruck der Stärke des Landes, betont Volker Bouffier. „Aber wir dürfen das nicht als Selbstverständlichkeit nehmen.“ Sondern als Ansporn. Den gibt der Politiker denn auch seinen Kollegen aus dem Landtag mit. „Ich erwarte mindestens 60 Prozent von euch.“ Am 28. Oktober wird gewählt.

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