Rockabend

„Volle Lotte“ mit den Monotones

Für kleines Geld erlebten die Besucher beim Kirmes-Rockabend am Freitag drei Bands und eine Riesenstimmung. Dort zeigte sich: Es muss nicht immer Oktoberfest sein. Und die vielen Besucher gaben den Veranstaltern recht.

Während in den vergangenen Wochen der Oktoberfest-Zug ungebremst durch die heimische Region brauste und die meisten Rockabende auf der Kirmes verdrängte, fuhr er aber an Niederbrechen vorbei – und das war richtig so.

In Niederbrechen hielten die Kirmesburschen und Mädchen sowie die aus Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und Schachclub bestehende Kirmesgesellschaft ihrer alten Tradition, an Kirmesfreitag zum Rockabend ins Festzelt einzuladen fest und wurden dafür belohnt. Denn als am Freitagabend mit der erstmals in Niederbrechen spielenden Band „Ultraschall“ der Rockabend startete, waren von Anfang an zahlreiche Fans im Zelt und der Zustrom riss nicht ab, so dass ein sehr gut gefülltes Zelt den vier jungen Musikern aus Koblenz von Anfang an zuhörte.

Die Jungs boten Funkrock mit treibenden Rhythmen und rohen Gitarrenriffs, sie haben auf vielen Events bereits das Publikum überzeugt und mittlerweile eine breite Fangemeinde erspielt. Die zweite Band des Abends muss man nicht mehr vorstellen: Fast jeder Hesse kennt sie, wenn nicht, dann spätestens bei ihren ersten Liedern, die Kultstatus besitzen. Mit ihren Hits „Die Hesse komme“, „Ei Gude wie“ oder „Volle Lotte“ haben sie in den letzten 40 Jahren mehrere Generationen Musikfreunde begeistert.

So war es auch am Freitag im Niederbrecher Festzelt. Auch nach 40 Jahren Bandgeschichte sorgten die Rodgau Monotones ab der ersten Minute für Stimmung und Begeisterung.

Vor 35 Jahren

waren sie erstmals auf der Niederbrecher Kirmes zu Gast, zuletzt 2015 und immer schafften sie es, dass eine Bombenstimmung herrschte, weil sie mit ihrer Spielfreude die Fans im Zelt einfach mitrissen. Bei ihren Klassikern stand niemand still, die meisten sangen aus voller Kehle mit, und es herrschte einfach eine Superstimmung. In unserer heutigen schnelllebigen Zeit sind die Rodgaus einfach auch nach all den Jahrzehnten super und haben in ihrer Fangemeinde zahlreiche Jugendliche, die jünger sind als die aktive Bühnenkarriere der Band.

An dem Abend erlebten die Besucher für kleines Geld drei Bands, denn nachdem die Rodgaus, begleitet von großem Beifall die Bühne verlassen hatten, eroberte „Noisic“ mit ihrem „Finest Cover Rock“ die Bühne. Sie haben in unserer Region eine große Fangemeinde und schafften zum Abschluss des Abends, das Festzelt noch einmal so richtig zum Vibrieren zu bekommen.

Es hat sich gezeigt, dass man nicht auf jeden Zug aufspringen muss, und es war die richtige Entscheidung, in Niederbrechen das Kirmeswochenende mit dem Freitagabend als Rockabend zu belassen. Das zeigte der große Zuspruch und wohin man hörte, äußerten viele den Wunsch, dass es bei dem Rockabend bleibt und hier niemand eine Hüttengaudi möchte.

Nach dem erfolgreichen Rock- Freitag wurde die Kirmes offiziell am Samstagabend von Bürgermeister Frank Groos und Pfarrer Ernst Martin Benner vor der tollen Kulisse des Alten Rathauses eröffnet. Im Anschluss ging es mit musikalischer Begleitung im Fackelschein zum Festplatz, dort erfolgte der erste Einzug der Kirmesburschen und -mädchen. Musikalisch sorgte die Band „5028 Lärmpolizei“ für die richtige Kirmesstimmung. Am Sonntag hieß es zeitig raus aus den Federn, denn am Vormittag wurde gemeinsam das feierliche Hochamt in der Pfarrkirche „St. Maximin“ besucht. Im Anschluss fand das traditionelle Ständchen im Pfarrhof statt.

Im Festzelt sorgte das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Niederbrechen für musikalische Unterhaltung, ehe am Nachmittag die „Original Wörsbachtaler Musikanten“ aufspielten. Am Abend übernahm DJ Olli das musikalische Ruder mit Disco-Musik der 70er bis 90er Jahre.

Am heutigen Montag heißt es noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und gemeinsam mit allen Kirmesfreunden einen zünftigen Kirmesmontag-Frühschoppen zu feiern. Das Blasorchester des TV Niederbrechen spielt nach dem Motto „Allerhand aus dem Egerland“ Blasmusik aus Böhmen und Mähren. Ab Mittag ziehen die Jubiläumsjahrgänge der Kirmesburschen ins Zelt ein, hierbei bieten die Kirmesveteranen mit ihren Fahnen und größtenteils einheitlichen Kirmeshemden ein buntes Bild. Ab dem frühen Abend spielt noch einmal „5028 Lärmpolizei“ auf. Gegen 22 Uhr beginnt die Tombola, und um Mitternacht wird die Kirmes an die Kirmesburschen und -mädchen 2019 übergeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare