Besamung, Märkte, Quoten: Rinderzüchter beraten Aktuelles

Milchleistungsprüfung, Besamung, Märkte für Zucht- und Nutztiere, die Auswirkungen des Quoten-Endes und die Weiterentwicklung automatischer Melksysteme: Genug Themen gab es beim Winter-Treffen der 50 Rinderzüchter aus der Region in Oberzeuzheim. Der Bezirk Limburg-Weilburg in der Zucht- und Besamungsunion Hessen (ZBH) und der Hessische Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht (HVL) hatten eingeladen.

Die Rinderzüchter und Milchbauern im Nassauer Land können sich eines guten internationalen Ansehens rühmen, das die hessischen Zucht- und Nutztiere in Europa und im nahen Osten genießen. Um dieses Niveau halten zu können, müssen sie in der Milchleistung und der Fleischqualität „am Ball bleiben“, die Märkte für Zucht- und Nutztiere im Auge behalten und auf die Gesundheit ihrer Tiere achten. Letztgenanntes Thema steht hoch im Kurs, da die Verbraucher auf Tierkrankheiten sensibel reagieren und Betriebe, deren Tiere von einer Krankheit befallen sind, große Schäden erleiden.

Ausführlich wurde das neue Programm zur Erfassung der Para-Tuberkulose erörtert. In puncto Milchleistung erfuhren die Versammlungsteilnehmer, dass sich Menge und der Eiweißgehalt der Milch und die Genetik der Tiere gegenüber den Vorjahren weiter verbessert haben und sich der Einsatz zukunftsträchtiger Bullen auszahlt.

Interessant für Betriebe, die mit automatischem Melksystem (AMS) arbeiten, war die Weiterentwicklung der Melkroboter. Sie kommt Betrieben entgegen, die Kühe mit guten Eutereigenschaften für Form, Strichlänge und Platzierung bevorzugen. Um den Betriebsleitern ein sinnvolles Instrument zur Bullenauswahl an die Hand zu geben, hat der DHV in Zusammenarbeit mit den Zuchtorganisationen einen neuen Zuchtwert, den Rinderzucht- (RZ-)Robot, entwickelt, der die Merkmale, die bei der Bullenauswahl vieler AMS-Betriebe schon immer eine besondere Bedeutung haben, zu einem Index zusammenfasst und sinnvoll gewichtet. Erreicht ein Bulle in diesen Merkmalen nicht die Mindestanforderungen, ist er für den Einsatz in AMS-Betrieben ungeeignet und erhält kein RZ-Robot ausgewiesen.

Am Nachmittag wurde der „Weidehof“ in Ellar besichtigt, der bei seiner regelmäßigen Teilnahme an Kreis- und Landesschauen etliche Preise erzielt hat. Beispielsweise eine Glanzleistung auf der Tierschau 2014 in Wetzlar, wo er die Siegerkuh stellte. Die Besucher konnten unter anderem vier in Milch stehende Kühe bewundern, die von einer ebenfalls noch in Leistung stehenden Mutter abstammen. Der Ende der 50er Jahre ausgesiedelte Betrieb wurde im Lauf der Jahre dreimal durch Neubau, Anbau oder Umbau erweitert. Er wird bewirtschaftet vom Betriebsleiter, dessen Gattin und Vater mit je einer halben Arbeitskraft, einem Angestellten mit einer Arbeitskraft und einer Aushilfskraft mit einer halben Stelle. Die Milch liefert der Hof an die Molkerei Hochwald. Der Rundgang durch die Stallungen wurde mit einem Buffet mit Kaffee und Kuchen beendet. mhz

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