1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg
  4. Waldbrunn

Einbahnstraßenregelung auf Probe

Erstellt:

Von: Klaus-Dieter Häring

Kommentare

Diese Verschwenkungen an der Hauser Straße im Bereich der Ellarer Schule sollen, nach Meinung des Ortsbeirates, bestehen bleiben, sind aber auf den neuen Plänen nicht mehr vorhanden.
Diese Verschwenkungen an der Hauser Straße im Bereich der Ellarer Schule sollen, nach Meinung des Ortsbeirates, bestehen bleiben, sind aber auf den neuen Plänen nicht mehr vorhanden. © Klaus-Dieter Häring

Im Kreis geht es in Ellar durch Ober- und Unterstraße. Der Ortsbeirat fordert geänderte Verkehrsführung

Waldbrunn -Die Oberstraße in Ellar soll zur Einbahnstraße werden, jedenfalls testweise. Von der Steinbacher Straße kommend soll man dann rechts durch die Oberstraße in den Ort hineinfahren und über die Unterstraße wieder zur Steinbacher Straße hinausfahren. Auf diesen Probebetrieb einigten sich die Mitglieder der Ortsbeirats in ihrer Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich.

Vorausgegangen war eine lange, von Ortsvorsteher Stefan Simon (CDU) geleitete Diskussion im Schulungsraum der freiwilligen Feuerwehr, bei der es durchaus kontrovers zuging. Denn Simon lehnte diese Testphase für eine Einbahnstraßenreglung im Ortskern ab. Sein Gegenargument: Diese Variante würde seinem Betrieb Schwierigkeiten bereiten. Denn dann könnten Kunden und Anlieferer nicht mehr in die Kirchstraße einfahren, um seine Großbäckerei zu beliefern.

Zu schmal für Gegenverkehr

Grünes Licht für den Versuch gab es dennoch. Hintergrund dafür ist der drohende Verlust von Zuschüssen für den Ausbau der Straßen in dem Waldbrunner Ortsteil. Diese fließen nach Angaben des Ortsbeirats nur dann, wenn die Bürgersteige eine Mindestbreite von 1,50 Meter haben. Dies bedeutet gleichzeitig eine Verringerung der Straßenbreite auf dann 3,50 Meter. Diese Breite wäre aber für große landwirtschaftliche Fahrzeuge und Lkw bei Gegenverkehr zu gering. Daher wolle man nun eine Einbahnstraßenregelung testen und damit einen Kreisverkehr erzielen.

Das Gremium beriet indes auch über andere Wünsche zum Straßenausbau in Ellar. Vor allem der Bereich vom Ortseingang Steinbacher Straße bis zum Ortsausgang Hauser Straße, Landesstraße L 3022, wurde thematisiert. Dort ging man nicht konform mit den vorgelegten Plänen, in denen die Verwaltung einiges nicht berücksichtigt habe, was vonseiten des Ortsbeirates gewünscht war. Zum Beispiel Parkbuchten in den Bereichen Tankstelle, Gastwirtschaft oder Friseur. Auch nahm man Anstoß an der Planung im Bereich der Ortseinfahrt aus Richtung Hintermeilingen. Deren Frequentierung sei "durchgehend wie eine Autobahn in den Ort", formulierte Ortsvorsteher Stefan Simon. In einer vorherigen Sitzung des Gremiums im April waren für diesen Bereich Verschwenkungen angeregt worden.

Auch wurde bemängelt, dass die Bushaltestelle in der Dorchheimer Straße nicht mehr in den Plänen zu finden sei, und Straßenverschwenkungen am Ortseingang aus Richtung Hausen seien auch nicht mehr vorhanden. Vor allem diese sind nach Ansicht des Ortsbeirates für diesen Bereich wichtig, da dort der Schulweg entlangführt. Daher setze man weiterhin auf diese verkehrsberuhigende Maßnahme und will zusätzlich einen Fußgängerüberweg zur Schule realisiert haben. "Dort fahren täglich bis zu 3000 Autos", sagte Stefan Simon Und wenn dann noch, wie geplant und wie in der Sitzung erwähnt, in naher Zukunft eine neue Teerdecke auf die Landstraße in Richtung Hausen kommt, "dann ist dies erst recht eine Autobahn". Mit allen Stimmen des Ortsbeirates wurde für Fahrbahnteiler plädiert, "die dazu noch begrünt sein sollen".

Schwierig, eine Einigkeit zu erzielen, war es beim Thema barrierefreie Bushaltestelle. Der Ortsbeirat plädiert dafür, dass die Busse weiterhin den Platz vor der Schule nutzen sollen, auch wenn dieser nicht barrierefrei ausgebaut werden kann. Vielmehr solle man anstreben, dass dort keine Lkw mehr parken.

SPD-Ortsbeirat Christoph Simon kommentierte dieses Vorhaben mit: "Schönen Gruß an das Ordnungsamt." Auch die Linienbusse in Richtung Frickhofen sollen nach Meinung des Ortsbeirates diesen Platz nutzen, damit die Fahrer der Busse nicht, wie häufig, verkehrswidrig auf den Bürgersteigen halten.

Auch interessant

Kommentare