Die Gehwege im Fussinger Weg sollen abgesenkt werden, damit genug Platz für Begegnungsverkehr besteht. Mehr Sicherheit für Fußgänger entsteht dadurch nicht.
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Die Gehwege im Fussinger Weg sollen abgesenkt werden, damit genug Platz für Begegnungsverkehr besteht. Mehr Sicherheit für Fußgänger entsteht dadurch nicht.

Hessen Mobil will erhöhten Gehweg in Waldbrunn nicht mitfinanzieren

Förderung unter Vorbehalt

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Fussinger Weg wird saniert, aber nicht sicherer

"Weiche Separation" oder harte Landung in den Haushaltsberatungen, das ist die Frage, mit der sich die Waldbrunner Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung beschäftigten. Konkret geht es um den Fussinger Weg im Ortsteil Lahr, der seit Jahren in schlechtem Zustand und dringend sanierungsbedürftig ist. Deshalb hatten sich die Gemeinde Waldbrunn und der Landkreis zusammengeschlossen, eine Förderung für die Straßenbaumaßnahme bei der Verkehrsbehörde Hessen Mobil beantragt und mit dieser auch gerechnet. Gefördert wird nun allerdings nur eine sogenannte weiche Separation, bei der die Gehwege auf Fahrbahnniveau abgesenkt werden, "um eine Überfahrbarkeit im Begegnungsverkehr zu ermöglichen", sagt Dominik Kaiser vom Bauamt der Gemeinde. Den ursprünglichen Plan, die Gehwege zu erhöhen und damit die Fußgänger zu schützen, lehnt Hessen Mobil ab.

Um die Fördermittel zu bekommen, muss die Gemeinde den Antrag für die Straße, deren Belag zerfleddert und löchrig ist, so nachbessern, dass Gehwege und Fahrbahn lediglich durch eine fünf Steine breite Rinne voneinander getrennt sind. Die Fahrbahn hätte dann eine Breite von 3,50 Meter, die asphaltiert würde. Der Gehweg hinter der Rinne würde wie geplant gepflastert und farblich von der Fahrbahn abgesetzt. Nach Einschätzung der Verkehrsbehörde dient die Maßnahme der Verkehrsberuhigung, sagt Bauamtsleiter Kaiser. "Sollte dem Vorschlag nicht gefolgt werden, erfolgt auch keine Förderung." Der Gemeinde entgingen dann Fördergelder von etwa 100 000 Euro, für den Landkreis Limburg-Weilburg wären es etwa 200 000 Euro. Da Gemeinde und Kreis die Straßensanierung gemeinsam durchführen wollen, müsse gemeinsam gehandelt werden. Wenn also etwa die Gemeinde die Straße auf eigene Rechnung sanieren will, könne sie nicht auf die finanzielle Unterstützung des Kreises zählen.

Für Peter Krahl (SPD) ist die Angelegenheit unbegreiflich. Immerhin liegt am Fussinger Weg der Kindergarten des Ortsteils Lahr. Schon jetzt sei die Verkehrssituation insbesondere zu den Bring- und Abholzeiten brisant, weil Autos Fußgängern die Sicht oder den Gehsteig versperren. Ob die Kita-Leitung über die Situation informiert worden sei, wollte er wissen. "Es geht hier schließlich um die Sicherheit der Kleinsten." Die Kita-Leiterin wisse Bescheid, könne aber die Entscheidung von Hessen Mobil nicht revidieren, sagte Bürgermeister Peter Blum (parteilos). Man müsse überlegen, ob andere, sicherere Fußwege zum Kindergarten eingerichtet werden könnten.

Ärgerlich, "aber wir müssen diese Kröte schlucken", kommentierte Manfred Lischeck, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste Waldbrunn (BLW). Wenn der nachgebesserte Antrag nicht gestellt würde, verzichte die Gemeinde auf die Förderung durch Hessen Mobil. Das dürfe man nicht riskieren. Die Entscheidung der Gemeindevertreter fiel zugunsten des modifizierten Förderantrags - und damit für die "weiche Separation".

anken bohnhorst

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