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Dornburg-Frickhofen hat alles, was man zum Leben braucht ? und damit Zukunft, sagt Ortsvorsteher Frank Lucchesi.

Teilnehmer des Hessischen Landeswettbewerbs zur Ortsentwicklung stellen sich vor

Fünf Dörfer planen die Zukunft

124 Orte nehmen am 36. Hessischen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil, fünf von ihnen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg. Die NNP hat bei den beteiligten Ortsvorstehern nachgefragt, warum gerade ihr Ort Zukunft hat. Und beim sechsten, warum er nun doch nicht mitmacht.

In einem sind sich alle Ortsvorsteher einig: eine gute Infrastruktur, das Miteinander der Vereine sowie eine gute Bevölkerungsstruktur von Jung bis Alt sind die Gründe, weshalb ihre Ortschaften zukunftsfähig sind. Limburg-Offheim, Dornburg-Frickhofen, Dornburg-Dorndorf, Waldbrunn-Hintermeilingen sowie Villmar-Aumenau haben sich zum Wettbewerb angemeldet, Weilburg-Bermbach hat gestern seine Teilnahme abgesagt.

Für Limburg-Offheim sieht Ortsvorsteher Arne Piecha „gute Chancen“, denn es gebe viele Menschen, die sich engagieren. Die 800-Jahr-Feier in diesem Jahr und das schon zu erkennende Engagement waren ausschlaggebend für die Anmeldung zum Landeswettbewerb. Die Idee stieß auf positive Resonanz. „Dieses bürgerliche Engagement ist heute nicht mehr selbstverständlich“, sagt Piecha. Er lobte besonders den Kinderreichtum in dem 2600-Einwohner-Ort sowie die vielen Arbeitsplätze im Gewerbegebiet.

Dornburg-Frickhofen nimmt mit 2800 Einwohnern am Landeswettbewerb teil. Hier sei alles zu finden, von Einkaufsmöglichkeiten über Ärzte, weiterführende Schule bis hin zum Bahnhof, weshalb Ortsvorsteher Frank Lucchesi überzeugt ist, dass der größte Ortsteil von Dornburg Zukunft hat.

Mit 1800 Einwohnern beteiligt sich auch der kleinere Ortsteil Dornburg-Dorndorf . Ortsvorsteher Markus Jung möchte mit der Teilnahme den Ort langfristig gut aufstellen. „Die Vereine, Bürger und auch Firmen entwickeln den Ort gemeinsam“, lobt er. Zudem sei die Gemeinde sehr naturnah: Von Dorndorf aus gelangt man direkt auf den Blasiussteig, sodass der Ort sich perfekt zur Erholung und für den Tourismus eigne. Am 3. Mai möchte der Ortsbeirat die Bürger über den Wettbewerb informieren.

Hinter der Anmeldung in Villmar-Aumenau steht ein Kreis engagierter Bürger. „Wir möchten alle Generationen ansprechen“, sagt Andreas Städtgen, einer der Initiatoren. Rund 1600 Einwohner hat der Ort, sie alle würden sich dafür einsetzen, dass es voran geht und der Ort eine Zukunft hat. „Die Menschen, die hier wohnen, tragen den Ort“, sagt Städtgen. Vor allem in den letzten Jahren habe sich Aumenau stark zum Vorteil der Gemeinschaft entwickelt. Besonders hob Städtgen den derzeitigen Umbau des alten Feuerwehrgerätehauses hervor, das demnächst das Kultur- und Sozialzentrum von Aumenau beherbergen soll.

Als fünftes beteiligt sich mit 1300 Einwohnern das kleinste Dorf im Kreis: Waldbrunn-Hintermeilingen . Ortsvorsteher Helmut Knapp freut sich, dass durch viele Bauplätze in den letzten Jahren junge Leute im Dorf gehalten werden konnten und auch Familien zuzogen. „Die Bürger engagieren sich in den vielen Vereinen und auch für den Ort selbst“, sagt Knapp.

Weilburg-Bermbach hatte sich zwar angemeldet, hat allerdings gestern seine Anmeldung zurückgezogen. „Die Teilnahme ist sehr personalintensiv, wir können das einfach nicht stemmen“, sagt Schmidt.

Die Regionalentscheide finden zwischen 1. Juni und 30. September statt. Eine Kommission wird jeden Ortsteil besuchen und bewerten. Das Regierungspräsidium Kassel ist im Auftrag des Hessischen Umweltministeriums für die Umsetzung des Dorfwettbewerbes verantwortlich.

Der Wettbewerb ist fester Bestandteil der hessischen Politik für die ländlichen Räume, um die Zukunftsfähigkeit von Ortsteilen zu sichern. Er ist inhaltlich eng mit dem Landesprogramm der Dorfentwicklung verbunden, für eine Teilnahme stehen aber keine Fördermittel zur Verfügung. „Vielmehr greift er insbesondere das Interesse der Bewohner auf, sich mit der eigenen Lebenssituation bewusst auseinanderzusetzen und sich für das Gemeinwesen und den Ort zu engagieren“, sagt Hiltrud Schwarze, im Regierungspräsidium Kassel zuständig für die Koordinierung und Umsetzung des Projekts. „Der Wettbewerb möchte keine kurzlebigen Projekte initiieren. Er setzt angesichts des demografischen Wandels vielmehr auf langfristige Erfolge und Wirkungen bei der Erhaltung der Lebensqualität, der Integration und Vernetzung aller Bürger sowie durch eine nachhaltige Innenentwicklung.“ Teilnehmen dürfen alle Stadt- oder Ortsteile, die unter 3000 Einwohner haben.

Auf die Gewinner des Wettbewerbs warten verschiedene Preisgelder: 1. Preis 4000 Euro, 2. Preis 3000 Euro, 3. Preis 2000 Euro, 4. Preis 1000 Euro, 5. Preis 500 Euro sowie vier Sonderpreise mit 300 Euro pro Region.

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