Ein derartiges Fahrzeug bekommt die Waldbrunner Feuerwehr ab kommendem Jahr. Das entschieden die Gemeindevertreter.
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Ein derartiges Fahrzeug bekommt die Waldbrunner Feuerwehr ab kommendem Jahr. Das entschieden die Gemeindevertreter.

Feuerwehr Waldbrunn

Ein neuer Gebrauchter für die Wehr

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Rund 170 000 Euro soll das Feuerwehrfahrzeug kosten, das die Gemeinde Waldbrunn bei der Landesfeuerwehrschule in Kassel kaufen will. Damit spare man einige 10 000 Euro gegenüber einem Neukauf und erhalte gleichzeitig mehr zusätzliche Ausstattung, stimmen die Vertreter aller Fraktionen überein. Das Fahrzeug soll zu Beginn des nächsten Jahres zur Verfügung stehen.

Am Ende waren sich die Vertreter aller Fraktionen einig: Die Gemeinde soll der Landesfeuerwehrschule in Kassel ein gebrauchtes Fahrzeug abkaufen und zum Anfang kommenden Jahres übernehmen.

Die Kosten für den neuen Gebrauchten belaufen sich auf maximal 170 000 Euro, teilte SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Krahl mit. Aus seiner Sicht ist der Kauf ist „ein Glücksfall“. Ein Fahrzeug „mit einer solchen Ausstattung für einen solchen Preis zu bekommen“, sei eine Errungenschaft für die Gemeinde, auf die man stolz sein könne. Der Wagen sei rund acht Jahre alt, berichtete der SPD-Vertreter; einige „Kleinigkeiten müssen noch gemacht werden“ wie etwa die Montage neuer Reifen. Verglichen aber mit dem Preis für eine Neuanschaffung sei dieser Aufwand gering, denn ein neues Fahrzeug würde deutlich mehr kosten. Mit dieser Entscheidung „haben wir den Haushaltssäckel unserer Gemeinde um einige 10 000 Euro entlastet“, konstatierte Peter Krahl zufrieden. Diese Einschätzung teilt auch Wolfgang Erler, Fraktionsvorsitzender der Waldbrunner CDU. Mit der Zustimmung für das gebrauchte Fahrzeug aus Kassel habe das Gremium „ein gutes Näschen bewiesen“. Endlich! Schließlich habe es dazu etlicher Gespräche bedurft, erinnerte Erler.

Und die Verpflichtungen gegenüber der Feuerwehr würden auch in Zukunft nicht geringer, fügte Erler an. So werde zum einen ein weiteres Fahrzeug benötigt, dessen Anschaffung sich vermutlich schwieriger und teurer gestalten werde. Zum anderen soll der neue Wagen im Feuerwehrhaus in Ellar stationiert und dort auch gewartet werden. Und das sei aufwendiger als bei bisherigen Fahrzeugen, weil der neue Gebrauchte mit zusätzlichem Gerät ausgestattet sei, berichtete der Fraktionsvorsitzende der CDU, Wolfgang Erler, in der Gemeindevertretersitzung.

Diese zusätzliche technische Ausstattung, über die das neue Gebrauchte verfügt, hat denn auch für die Fraktionsmitglieder der Bürgerliste Waldbrunn den Ausschlag für die Zustimmung zum Kauf des Fahrzeuges bei der Landesfeuerwehrschule bewirkt, erklärte deren Sprecher Marc Eisenkopf. Der günstige Preis allein habe die Bürgerliste nicht überzeugt.

Tatsächlich war die Bürgerliste in der Vergangenheit skeptisch gewesen, was die Anschaffung eines Gebrauchtfahrzeuges anlangt. Die Reparatur- und Wartungskosten könnten rasch den günstige Anschaffungspreis wettmachen, war ihre Argumentation gewesen. Auch jetzt wies Eisenkopf noch einmal darauf hin, dass das Fahrzeug mehrere Jahre alt, aber insgesamt nur 2000 Kilometer bewegt worden sei – und das von verschiedenen Fahrern. Dass das für Motor und Getriebe nicht günstig sei, stehe außer Frage, stellte er fest. Für das Fahrzeug spreche jedoch das zusätzliche Rettungs-Equipment, das in einigen Jahren möglicherweise ohnehin vom Gesetzgeber verlangt werden könnte. Dann sei man mit dem umfassend ausgestatteten Fahrzeug bereits ausgerüstet.

Mit der Entscheidung für die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs ist eine lange schwelende Unstimmigkeit zwischen Gemeindevertretung und Feuerwehr beendet worden. Die war im Dezember vergangenen Jahres eskaliert, als die Waldbrunner Feuerwehren ihren Dienst für einen Tag quittierten. Sie hatte Ersatz für Ausrüstungsgegenstände sowie ein neues Feuerwehrfahrzeug gefordert und war damit auf Ablehnung gestoßen. Es mangele in der Gemeindevertretung an Anerkennung und Akzeptanz für ihre Arbeit, hatten die Feuerwehrkräfte damals formuliert und kurzfristig gestreikt. Die Kommunikation sei zuletzt besser geworden, hieß es aus ihren Reihen.

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