Kaputte Straßen

Im Slalom durch Waldbrunn: Die unendliche Geschichte der Straßenschäden

Der Zustand der Straßen in Waldbrunn bleibt schlecht. Anstatt die seit Jahren geplante Generalsanierung beispielsweise des Hauser Wegs zu realisieren, werden die Löcher vermutlich erneut lediglich ausgebessert. Das erfuhren die Gemeindevertreter jetzt in ihrer aktuellen Sitzung.

Um vom Waldbrunner Ortsteil Lahr zum Rathaus in Fussingen zu gelangen, bestehen mehrere Möglichkeiten. Eine direkte und schnelle Verbindung führt bergan über den Hauser Weg. Die beste Verbindung ist das indes nicht. Jedenfalls nicht für Fahrzeuge. Denn wer sich für diese Route entscheidet, begibt sich auf einen Parcours der besonderen Art.

Tiefe Schlaglöcher

, Krater und Risse haben den Straßenbelag aufgerissen. „Der Zustand der Straße ist eine Schande“, sagt ein Anwohner. Seit Jahren beantworte das Rathaus Fragen nach Verbesserungsmaßnahmen lapidar mit: „Wir sind dran.“

Die Frage ist nur: Woran? Tatsächlich sind selbst die Gemeindevertreter ratlos. „Die Bürger halten uns allmählich für bekloppt“, fasste Marc Eisenkopf von der Bürgerliste die Stimmung bei der vergangenen Gemeindevertretersitzung zusammen. Seit Jahren vertröste man die Anwohner mit der Aussicht auf Besserung. Noch bei der Beratung des Haushalts im November vergangenen Jahres war von einem Betrag in Höhe von 100 000 Euro die Rede, die in das Schlaglochprogramm gesteckt werden sollten.

Tiefe Schlaglöcher

Die Löcher sind jedoch so tief, dass jedwedes Füllmaterial unbemerkt verschwindet. Bürgermeister Peter Blum (parteilos) konterte: Die Planung für die Sanierungsmaßnahmen seien noch nicht abgeschlossen, der personelle Engpass in der Verwaltung groß. Wie es konkret weitergeht, beantwortete er nicht, was Peter Krahl, den Fraktionsvorsitzenden der SPD, auf den Plan rief. Jedes Jahr würden die notwendigen Arbeiten angekündigt. „Dieses Jahr muss die Straße gemacht werden.“ Man könne „nicht immer alles verschieben“. Er könne sich kaum des Eindrucks erwehren, dass in dieser Sache die Baumaßnahme „bewusst verzögert“ wird.

Weshalb sich beim Straßenbau respektive -erhalt nichts tut, sorgte auch bei den Christdemokraten in Waldbrunn für Kopfschütteln. Seine Partei sei davon ausgegangen, dass die erforderlichen Planungen vom beauftragten Ingenieurbüro längst angestoßen worden seien. Dass selbst das nicht erfolgt sei, „erschließt sich mir nicht“, kommentierte CDU-Fraktionsmitglied und Vorsitzender des Bauausschusses, Torsten Heep. Jetzt bleibt nach Einschätzung von BL-Mann Marc Eisenkopf nur „Plan B“, nämlich die Schlaglöcher zu füllen.

Ähnlich ernüchtert reagierten die Gemeindevertreter auch auf die SPD-Anfrage nach dem „Sachstand Rad- und Fußweg“ und dem Stadium, in dem sich die Planung für dessen Einrichtung befindet. Die Unterlagen seien ausschreibungsreif, teilte der Bürgermeister mit, 70 000 Euro für die Umsetzung in den Haushalt eingestellt. Jetzt müsse die Gemeinde noch ein Grundstück erwerben, das in den geplanten Fußweg ragt. Man sei in dieser Angelegenheit aktiv, sagte Blum.

SPD-Mann Peter Krahl reichte das nicht. „Warum dauert das so lange?“ Weshalb würden die Mitglieder der Gemeindevertretung und somit die Bürger andauernd hingehalten? Es müsse endlich gehandelt werden. Bis dahin ist allerdings weiterhin auf einigen Straßen in Waldbrunn eine Slalomfahrt um Schlaglöcher nötig.

von ANKEN BOHNHORST

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