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Winfried Martin genießt es in seiner Weihnachtsbaumschonung zu arbeiten ? auch im Sommer.

Weihnachtsbaum-Nachwuchs

Der Tannenbaum grünt nicht nur zur Sommerszeit

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Wer Weihnachtsbäume verkauft, hat das ganze Jahr über zu tun – auch im Sommer. Winfried Martin und Dietmar Wagner kümmern sich in Waldbrunn-Hintermeilingen um 500 Tannenbäume.

„O Tannenbaum, O Tannenbaum . . .“: wird im Dezember wieder landauf, landab gesungen. Für Winfried Martin und Dietmar Wagner ist die erste Strophe dieses Weihnachtslieds in erster Linie Aufforderung, sich ihrer Arbeit zu widmen: Beide sind Betreiber einer Weihnachtsbaumschonung am Rande von Hintermeilingen.

In zwei Hälften wurde das ein Hektar große Grundstück eingeteilt: „Eine Ecke für Hochwald, eine andere Ecke für die Tannenbäume“, erzählt Winfried Martin in einer Arbeitspause an diesem heißen Sommertag. Er geht durch die 500 Tannenbäume und schaut, ob alles in Ordnung ist.

Der Besitz einer Tannenbaumschonung bedeutet nicht nur, sechs Wochen vor Weihnachten das Tor zur Schonung zu öffnen und die Bäume zu verkaufen. „Das ganze Jahr über ist hier Arbeit“ sagt Winfried Martin, und die geht nach seinen Worten schon im Januar lost. „Dann werden die Stutzen rausgeschnitten und zu große Bäume oder die Bäume mit schlechtem Wuchs entfernt.“

Ende April werden dann die neuen Bäume aus einem Forstbetrieb mit einem „Wiedehopf“ gesetzt. Und auch hier gibt es immer wieder Verlust, der aber in diesem Jahr nicht sehr hoch ist: Von den 100 gesetzten Bäumen „sind 80 angegangen“. Wie Winfried Martin weiter angibt „geht die Arbeit im Mai dann richtig los“. Dann wird, bis Ende September, mit dem Kreiselmäher gemäht und zwischen den Reihen mit der Sense gearbeitet.

Zu einer der ganz wichtigen Arbeiten gehört das Reparieren des Schutzzauns. „Das Schlimmste ist, wenn ein Reh reinkommt“, sagt Winfried Martin. Das Tier zerbeißt sämtliche Spitzen der frischen Bäume und ist so gut wie gar nicht aus der Schonung herauszubekommen. Auch kann es passieren, dass die Bäume von Fichtenrost befallen werden so wie 2003. Dann werden die Nadeln gelb und fallen runter. Im Jahr 2003 waren dies 400 Bäume. Heute reagieren Winfried Martin und Dietmar Wagner sofort und schneiden einen befallenen Baum sofort raus.

Spricht man Winfried Martin auf die viele Arbeit an, geht ein Schmunzeln über sein Gesicht. „Wenn ich am Wochenende hierher komme, die Vögel zwitschern, ist dass für mich keine Arbeit, sondern Hobby.“ Er und Dietmar Wagner denken auch an die vielen Tiere, die in der Schonung anzutreffen sind. Hier werden unter anderem große Tannen stehengelassen, damit Vögel Nester bauen können. Weiter auf dem Gelände zu finden sind Blindschleichen, Ringelnattern, Eidechsen, Weinbergschnecken, Kaninchen und Feldhasen. Im Mittelpunkt für Winfried Martin und Dietmar Wagner stehen aber die verschiedenen Bäume: Neben den bekannten drei Fichten – Rotfichte, Blaufichte, Serbische Fichte – stehen auf dem Gelände Nordmanntannen, Weißtannen, die Nobilis (nach Winfried Martins Worten „die Königin unter den Weihnachtsbäumen“), Korktannen, Coloradotannen und Fraserien, „die sehr viel Arbeit brauchen“.

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