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Trotz Corona: Mathilda wartet am Frankfurter Flughafen, bevor sie in das Flugzeug nach Newark in direkter Nachbarschaft zu New York steigen darf.

Kranke Sechsjährige

Trotz Corona: Mathildas Krebs-Therapie in New York geht weiter

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Die Sechsjährige Mathilda Schmitt aus Waldbrunn reist dank vieler „Ritter“ doch zur Behandlung in die USA.

  • Krebskranke Mathilda reist mitten in Corona-Krise nach New York
  • Impfung soll der 6-Jährigen helfen, die Krankheit zu besiegen
  • Antikörpertherapie soll Mathilda gegen den Krebs helfen

Waldbrunn - Wenn Mathilda Schmidt heute in New York die nächste Impfung bekommt, die der Sechsjährigen helfen soll, den Krebs in ihrem Körper endgültig zu besiegen, ist das ein kleines Wunder. Und ein hartes Stück Arbeit. Es ist das Ende eines wahren Märchens mit einem guten Ritter, vielen Freunden und einer ordentlichen Portion Glück.

Rückblick: „Mathilda muss nach New York - aber wie?“ Unter dieser Überschrift haben wir Mitte März über die Auswirkungen berichtet, die die Corona-Pandemie und der damit verbundene Einreisestopp in die USA für das kleine Mädchen aus Hintermeilingen und seine Familie haben. Seit Weihnachten bekommt Mathilda im Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York Impfungen, die Teil einer neuartigen Antikörpertherapie sind.

Kranke Mathilda aus Waldbrunn: Hofen auf Krebs-Heilung in New York

Die Behandlung folgt einem exakten Zeitplan: Spätestens heute muss die Sechsjährige die nächste Spritze bekommen - ansonsten wird sie aus der klinischen Studie genommen, in der es die Krebsimpfung bislang ausschließlich gibt. Im vergangenen Jahr hatte die ganze Region für das kleine Mädchen gesammelt, um die teure Behandlung in Spanien und in den Vereinigten Staaten möglich zu machen. Und nun sollte das alles umsonst gewesen sein?

"Bessere, stärkere Ritter, um den bösen Stein in deinem Körper zu besiegen", so haben Mathildas Eltern ihrer Tochter die neue Therapie zu Beginn erklärt. Ritter, die Mathildas Lebens retten sollen. Doch nun brauchte es noch einen weiteren, mächtigen Kämpfer. "Einen Freund", nennt ihn Rebecca Schmidt. Markus heißt er. Wenn man ihn "Ritter Markus" nennt, lacht die 35-Jährige ein bisschen verschämt. Die wirklich Großen brauchen sich mit ihren guten Taten eben nicht zu brüsten.

Jedenfalls hört der Freund von der Not der Schmidts und fragt, ob er wiederum Freunde fragen soll. Um Unterstützung, um weitere Beziehungen. Rebecca und Patrick Schmidt stellen alle Informationen zusammen, die sie haben, schicken Arztberichte nach Berlin, um Mathildas besondere Situation zu belegen. Und die Familie bekommt Hilfe zugesichert, „aber nur auf leisen Sohlen, das war den Beteiligten wichtig“, betont Rebecca Schmidt.

Mathildas Therapie in New York: Viele Baustellen abgearbeitet

Es gibt viele Baustellen. Das Einreisevisum. Der Flug nach New York. Die Übernachtung. Und das in einer Zeit, in der schon neue Passbilder zu einer echten Herausforderung werden. Der US-Botschafter schaltet sich ein und Anfang April hält Rebecca Schmidt tatsächlich das begehrte B2-Visum für sich und ihre Tochter in der Hand - plus ein Schreiben, das sie einem US-Bürger bei der Einreise gleichstellt. „Ich hätte den Mann im Konsulat in Frankfurt am liebsten gedrückt. Ein wahnsinnig netter Mensch“, erinnert sich Rebecca Schmidt.

Als nächstes nimmt die 35-Jährige Kontakt zur Lufthansa auf. Von den 760 Flugzeugen der Flotte sind aktuell gerade einmal fünf im Einsatz. Angeflogen werden nur Chicago und der Flughafen Newark ganz in der Nähe des „Big Apple“. Die Familie kann buchen. Als sich die Lufthansa und United Airlines später melden und sagen, dass Rebecca und Mathilda Schmidt hin und zurück in der Business Class fliegen dürfen, da „waren wir den Tränen nahe vor Glück“, erinnern sich die Eltern.

Vor der Reise in die USA muss gepackt werden. Mathildas Schwester Paula darf nicht mit. Daher haben die Mädchen überlegt, sie in den Koffer zu packen.

Nach vielem Hin und Her bestätigt auch die Klinik endlich, dass Mathildas Behandlung wie geplant weitergeführt wird. Covid-19-Test, Impfung, Knochenmarkpunktion, alles in zwei Tagen, am 7. Mai fliegen die Schmidts schon wieder zurück. Nur vier Tage und drei Nächte - doch in New York, das mit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen ist, gibt es aktuell keine Hotelzimmer.

Auch hier weiß der Freund Rat. Über drei Ecken kennt er Jeff, der den Schmidts ein kleines Appartement nur zwei Blocks von der Krebsklinik entfernt organisiert hat. Und der auch noch verspricht, sich um den Transfer vom Flughafen und um einen gefüllten Kühlschrank zu kümmern. Wieder ein Ritter, der für Mathilda kämpft. „Genau ein Jahr nach der großen Hilfsaktion in der Region erleben wir jetzt noch einmal eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft“, sagt Rebecca Schmidt. Und so reisen Mathilda und ihre Mutter mit gemischten Gefühlen: dankbar für die riesige Unterstützung, die ihnen zuteil geworden ist, - und ängstlich vor dem, was sie nun in New York erwarten wird.

Mehr zu Mathildas Kampf gegen den Krebs: In New York wartet die Krebstherapie auf Mathilda (6) aus der Nähe von Limburg. Jetzt bedroht der Coronavirus den Erfolg der Behandlung.

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