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Die Turnhalle in Lahr soll noch in diesem Jahr zu einer Mehrzweckhalle umgebaut werden.

Gemeindevertretung vergibt Aufträge

Turnsaal soll Mehrzweckhalle werden

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Die ersten Aufträge für die Sanierung der Turnhalle und deren Umbau in eine Mehrzweckhalle sind vergeben. Spätestens zur nächsten Karnevalssaison soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein, sagt Bürgermeister Peter Blum (parteilos). Die Gemeindevertreter sind zufrieden. Nur der Lahrer Ortsvorsteher Ralph Blattmann (CDU) nicht. Er fühlt sich übergangen.

Ob es bis zur Kirmes noch klappt mit der sanierten Mehrzweckhalle in Lahr, ist fraglich. Aber dass der nächste Karneval in der ehemaligen Turnhalle stattfinden wird, das steht fest, sagte Bürgermeister Peter Blum in der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Bis dahin soll die Turnhalle saniert und zur Mehrzweckhalle umgebaut worden sein. Waldbrunn hat dann drei Mehrzweckhallen in Ellar, Hausen und Hintermeilingen sowie ein Dorfgemeinschaftshaus in Fussingen.

Im Ortsteil Lahr wurde ein Vorhaben abgeschlossen, das bereits vor rund sieben Jahren angestoßen wurde. 2011 hatte die Turnhalle geschlossen werden müssen, weil Blum zufolge die Brandschutzauflagen nicht mehr erfüllt wurden. Drei Jahre später habe die Gemeinde die Halle dann vom Sportverein übernehmen wollen. Der Plan scheiterte jedoch, weil der Waldbrunner Haushalt nicht genehmigt worden war. Erst 2015 konnte die Gemeinde den Deal abschließen – und beantragte beim Kreis eine Nutzungsänderung: In der Halle sollten künftig auch Feierlichkeiten stattfinden, was eine andere Ausstattung erforderte. Und die kostete Geld, das teilweise aus dem 2016 aufgelegten Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) fließen sollte.

Gemeinde und Vereine begannen zu planen und entwickelten ein Wunschmodell mit hohen Kosten. Rund 1,2 Millionen Euro hätte der Umbau zu einer Super-Halle gekostet, wenn man alle Vorstellungen verwirklicht hätte, sagt Blum. Die Realität sah anders aus. Die Höhe der KIP-Mittel auch, denn die richten sich überwiegend auf den Ausbau energetischer Maßnahmen und möglichst großer Barrierefreiheit.

Konzipiert und verabschiedet wurde schließlich der Plan einer Halle für 800 Gäste. Gemeinsam mit den Vereinen habe man sich auf eine „abgespeckte Version des Ideals“ geeinigt, sagt Blum. Die Sanierungskosten beliefen sich jetzt auf 600 000 Euro; die Unterstützung aus dem KI-Programm lagen bei 450 000 Euro. Davon beschlossen die Gemeindevertreter jetzt die Vergabe von Aufträgen für 357 000 Euro für Abbrucharbeiten (50 000 Euro), Metallbauarbeiten (99 000), Blitzschutzanlagen (11 000), Gerüstbauarbeiten (20 000), Arbeiten für ein Wärmedämmschutzverbundsystem (71 000) sowie Dachdecker- und Dachabdichtungsarbeiten (106 000 Euro). Man habe „in kurzer Zeit viel Geld ausgegeben“, resümierte Wolfgang Hofmann, Vorsitzender der Gemeindevertretung, nach der Abstimmung. Die Vergabe der weiteren Gewerke werde demnächst folgen.

Sehr verärgert reagierte Lahrs Ortsvorsteher Ralph Blattmann (CDU) auf die Beschlüsse zur Hallensanierung. Der Ortsbeirat sei weder in die Planung noch in die Entscheidung der Baumaßnahme involviert gewesen. Nicht einmal angehört worden sei das Gremium, monierte der Ortsvorsteher. 2016 habe der Ortsbeirat die örtlichen Vereine eingeladen, um den Umbau der Turnhalle in eine Mehrzweckhalle zu planen. Die Anregungen seien an die Verwaltung sowie an das beauftragte Ingenieursbüro weitergegeben worden, das einen Entwurf anfertigte. Dessen Realisierung habe sich auf mehr als 1,2 Millionen Euro belaufen. Und diese Summe sei offenbar das K.O.-Kriterium gewesen. Die Höhe der Sanierungskosten habe den Ortsbeirat aus dessen Beteiligung herauskatapultiert, meint Blattmann. Verstehen kann er das nicht. Schließlich gehe es hier um „eine Entscheidung für die nächsten 50 Jahre“. Deshalb sei er verärgert. Sein Fazit: Endlich gehen die Baumaßnahmen voran. Aber für Blattmann ist es ein „enttäuschtes Endlich“.

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