Diese umgestürzte Saalweide ist ein wichtiger Ort für Insekten und soll erhalten bleiben, wie von Revierförster Ückert zu hören war.
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Diese umgestürzte Saalweide ist ein wichtiger Ort für Insekten und soll erhalten bleiben, wie von Revierförster Ückert zu hören war.

Zustand des Waldes

Waldbrunn: 269 Bäume müssen gefällt werden

  • VonKlaus-Dieter Häring
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Experten führen Ortsbeirat durch den Honigwald

Hintermeilingen -"Wie ist es um den Honigwald bestellt?". Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Waldbegangs, zu dem der Ortsbeirat von Hintermeilingen eingeladen hatte. Seit Wochen "geistert" diese Frage im Dorf herum und die wildesten Gerüchte machen sich breit. Da ist unter anderem die Rede von Kahlschlag. Und an diesem Wort nähren sich nun die Gerüchte, und eine große Gruppe von interessierten Bürgern wollte Aufklärung haben.

Diese bekamen sie auch, denn es wurde eine Delegation vom Hessenforst eingeladen, die von Ortsvorsteher Helmut Knapp am Vereinsheim des Sportvereins begrüßt wurden. Ausgesucht wurde dieser Ort, weil er sich in eben diesem "Honigwald" befindet. Und an diesem Ort ist optisch schon erkennbar, wie sehr sich der Honigwald in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Da wo sich am Ende des Sportplatzes vor vielen Jahren hohe Fichten befanden, da ist jetzt niedriger Laubwald zu sehen. Um eben diese Veränderungen ging es. Und man war vor vonseiten des Hessenforstes bestens vorbereitet. Dabei war Dr. Hendrick Horn, der neue Leiter des Forstamtes. Ihm zur Seite standen vom Forst Jürgen Stroh, Johanna Heep und der für den Bezirk Merenberg-Waldbrunn zuständige Revierförster Jascha Ückert.

"Noch ist nichts passiert", so Dr. Hendrick Horn. Doch es wird einiges auf dem 55 Hektar großen Waldgebiet geschehen. Dazu zählt, dass 269 von den geschätzt über 1400 Bäumen in diesem Gebiet gefällt werden müssen. Denn um die Bäume im Honigwald ist es laut Forstamtsleiter nicht gut bestellt.

Extreme Wetterbedingungen

Man sei sich der Tatsache bewusst, dass es dem Hessischen Wald nicht gut gehe. Hierbei ist für Dr. Hendrick Horn noch nicht einmal die Klimaerwärmung um 1,5 Grad ausschlaggebend. Vielmehr machen ihm die Extremwetterereignisse Sorgen. Beispielgebend hierfür sei der extreme Hagelschauer in Löhnberg. Aber auch die seit 2018 herrschende Trockenheit mache sich im Honigwald bemerkbar. Obwohl man hier in Hintermeilingen durch die optimale Bodenbeschaffenheit "in einem gesegneten Gebiet" lebe, mache sich die seit drei Jahren herrschende Trockenheit vor allem bei den Buchen bemerkbar. Und um die Bäume zu schützen, die nicht krank sind, müsse man tätig werden. Denn es gehe von den kranken Bäumen für Waldbesucher eine Gefahr aus. Die Sicherheit im Honigwald war auch Thema einer Frage aus den Reihen der Teilnehmer. Vonseiten des Forstes wolle man niemandem verbieten, in den Wald zu gehen. Trotzdem müsse jeder, der in den Wald gehe, "mit einer typischen Waldgefahr rechnen", so Horn. Hier befindet sich der Forst in einer rechtlich schwierigen Situation. Auf der einen Seite solle man für die Gemeinde als Eigentümer des Waldes die Gefahr abwenden, auf der anderen Seite dürfe man auch keine Brutstätten zerstören, die sich noch in kranken Bäumen befinden. Diese werden als sogenannte Habitatbäume mit einem "H" versehen und werden nicht gefällt. Jeder der einen Wald besucht muss eben mit Gefahren rechnen. "Eine Konsequenz ist, wir sperren den Weg", so Horn. Doch so weit sei man noch nicht, obwohl an vielen Buchen Absterbe-Erscheinungen in Form von Buchenschleimfluss erkennbar ist.

Beim Rundgang war an vielen Stellen die Naturverjüngung zu verkennen, die den Forst dabei unterstützt, den Wald auf natürliche Art aufzuforsten. Ziel sei es, einen Wald mit vier unterschiedlichen Baumarten zu bekommen. "Der Honigwald wird schöner", war am Ende des Rundgangs das Fazit.

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