Freude über den Förderbescheid über 50 000 Euro (von links): Julia Bastian-Klausnitzer vom Bauamt, Bürgermeister Peter Blum, Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer und Hans-Joachim Egenolf vom Amt für den Ländlichen Raum.
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Freude über den Förderbescheid über 50 000 Euro (von links): Julia Bastian-Klausnitzer vom Bauamt, Bürgermeister Peter Blum, Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer und Hans-Joachim Egenolf vom Amt für den Ländlichen Raum.

Bürgerbeteiligung ist gefragt

Waldbrunn: 50 000 Euro für die Dorfentwicklung

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Der IKEK-Förderbescheid ist da

Waldbrunn -Vor wenigen Wochen ist die Gemeinde Waldbrunn in das Förderprogramm des Landes IKEK (Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept) aufgenommen worden. Jetzt erhielt Bürgermeister Peter Blum (parteilos) einen Förderbescheid über 50 000 Euro vom Ersten Kreisbeigeordneten Jörg Sauer (SPD). Damit kann nun die Konzeptphase beginnen. Das bedeutet, dass die Verwaltung mit Beteiligung der Bürger eine gesamtkommunale Strategie für die fünf Ortsteile der Gemeinde entwickeln kann.

Der Förderzeitraum der Dorfentwicklung erstreckt sich über acht Jahre; dabei sind 18 Monate für die Erarbeitung des Konzepts vorgesehen, das sich an den Vorstellungen zur Dorfentwicklung in Hessen des HMUKLV (Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) orientiert. An diese Konzeptphase schließt sich eine maximal sechsjährige Förderphase für öffentliche und private Vorhaben an.

Er setze darauf, "dass die Kommune mit Hilfe des Dorfentwicklungsprogramms auch langfristig als Lebens-, Wohn- und Wirtschaftsstandort attraktiv bleibt", sagt Bürgermeister Blum. "Dafür ist es wichtig, sich im Rahmen des IKEK mit den Stärken und Schwächen der Gemeinde auseinanderzusetzen und eine Handlungsstrategie für die künftige Entwicklung mit konkreten kommunalen Projekten zu erarbeiten."

Steuerungsgruppe und Arbeitsgruppen

Der nächste Schritt im IKEK-Programm ist die Bildung einer Steuerungsgruppe, in der Bürgern sowie Vertreter der Kommune und der politischen Gremien zusammenwirken. Danach muss ein Planungsbüro beauftragt werden, ein Konzept zu erstellen. Dessen Ausarbeitung soll möglichst bereits im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Darüber hinaus können sich die Bürger aber auch während der gesamten Laufzeit der Dorfentwicklung in verschiedenen Arbeitsgruppen engagieren und die Steuerungsgruppe aktiv unterstützen. Zumal das Engagement für Waldbrunn auch über IKEK hinausreichen kann. Denn "als Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde könnten in Zusammenarbeit mit den Bürgern auch Handlungsfelder identifiziert werden, welche vielleicht nicht im Dorfentwicklungsprogramm gefördert werden, jedoch für Waldbrunn wichtig sind und umgesetzt werden sollten", betont Blum.

Und Jörg Sauer sagt: "Dorfentwicklung und Zukunftsgestaltung einer Gemeinde funktioniert nur mit den Bürgerinnen und Bürgern. Daher ist die Bürgermitwirkung ein Schwerpunktthema und wichtiges Ziel dieses Programms." Waldbrunn sei nun gemeinsam mit Elbtal, Runkel, Weilmünster, Dornburg und Hünfelden bereits der sechste anerkannte Förderschwerpunkt im Landkreis Limburg-Weilburg.

Allerdings hatten die Waldbrunner Gemeindevertreter bei ihrem Votum für IKEK deutlich gemacht, dass auch während des Förderzeitraums in allen Ortsteilen der Gemeinde "Baugebiete ausgewiesen oder geplant werden, wenn diese nachweislich nicht zur Innenentwicklung konkurrieren", heißt es in der Beschlussvorlage. Man wolle nicht erleben, was andere Kommunen in den Vergangenheit hatten hinnehmen müssen, war die Meinung der Parlamentarier mit Blick auf die Nachbargemeinde Elbtal. Dort hatte die IKEK-Förderung die Ausweisung von Neubaugebieten in Heuchelheim und Hangenmeilingen in den vergangenen Jahren behindert. Eine derartige Restriktion lehnten die Waldbrunner Gemeindevertreter ab.

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