Ein erstes Buch der "Hintermeilinger Geschichte(n)" wurde Landrat Michael Köberle (Mitte) durch den Buchautor Dr. Heinrich May (rechts) und Bürgermeister Peter Blum übergeben.
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Ein erstes Buch der "Hintermeilinger Geschichte(n)" wurde Landrat Michael Köberle (Mitte) durch den Buchautor Dr. Heinrich May (rechts) und Bürgermeister Peter Blum übergeben.

Ortsgeschichte

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  • VonKlaus-Dieter Häring
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Dr. Heinrich May präsentiert Auszüge aus seinem Buch

Hintermeilingen -Die ersten Bücher der "Hintermeilinger Geschichte(n)" sind verkauft. Bevor aber der Run auf das Werk von Dr. Heinrich May in der Mehrzweckhalle begann, begrüßte der Autor die Gäste und machte sie mit einem kleinen Streifzug durch die Kapitel des Buchs auf dieses neugierig.

Einen Dank richtete er an Bürgermeister Peter Blum und an die Gemeindegremien für deren Bereitschaft, das Buch vorzufinanzieren. Ein weiterer Dank ging an Peter Gröschen und den Vorstand des Geschichtsvereins, die diese Veranstaltung mitgestaltet haben und auch bereit sind, die beiden noch folgenden Chroniken herauszugeben.

Laut Dr. Heinrich May sei es ein Werk mit vielen alten Bildern geworden, die vom Verleger Karsten Fritz hervorragend aufgearbeitet worden seien. Dann stieg Dr. Heinrich May thematisch in sein Werk ein. Darin berichtet er etwa davon, wie die Vorfahren im Dreißigjährigen Krieg gelitten haben, und wie sie sich auch gegen die schwedischen Söldner gewehrt haben. Oder wie die Hintermeilinger und die Nachbargemeinden gegen die Steuererhöhung der Nassauischen Fürsten einen Aufstand angezettelt haben, der mit militärischer Gewalt niedergeschlagen wurde.

Auch in dem Buch zu finden sind die Namen der jungen Männer, die von Napoleon gemustert wurden, um gegen Russland ins Feld zu ziehen. Ein weiteres Kapitel behandelt das erbärmliche Leben der Menschen im 19. Jahrhundert im Westerwald, wie sie gewohnt haben, was sie angebaut und gegessen haben und wie hoch die Kindersterblichkeit war. Details darüber, was einer von 13 Hintermeilinger Soldaten im deutsch-französischen Krieg bei Kampfhandlungen erlebte, werden ausführlich mit zehn Briefe dokumentiert.

Der Ursprung des Tonabbaus

Wie es zum Tonabbau in Hintermeilingen kam, zeigt ein Kapitel auf, in dem sich die damaligen Bürgermeister für den Abbau von Eisenerz und Phosphorit stark machten, "um mehr Geld in die Gemeindekasse zu bekommen", stattdessen aber auf Ton stießen, "der heute noch abgebaut wird". Auch in dem Buch zu lesen ist, warum in den Inflationsjahren 1922 und 1923 die beiden Lehrer in Hintermeilingen lieber mit Kartoffeln als mit Geld bezahlt werden wollten.

Ein großes Kapitel wird dem zweiten Weltkrieg gewidmet. Darin ist zu erfahren, wie im Zweiten Weltkrieg 150 Hintermeilinger Männer von 17 bis 65 Jahren von Norwegen bis nach Nordafrika, von der Atlantikküste bis nach Stalingrad an der Front standen.

Großstädter suchen Zuflucht

Zu lesen ist auch, wie in dieser Zeit die Frauen und Großväter zusammen mit Kriegsgefangenen ihre Landwirtschaft weiterführten und wie nahezu 100 Großstädter, deren Häuser zerbombt worden waren, als Evakuierte untergebracht werden mussten.

Neben den vielen Informationen zu den Themen des Buches, wurde den Besuchern auch eine kleine Fotoausstellung mit den Originalaufnahmen des Buches geboten.

Zu einen der ersten Kunden gehörte Landrat Michael Köberle, der sich die Präsentation des Buches nicht entgehen lassen wollte.

Das Buch "Hintermeilinger Geschichte(n)" kann bei der Gemeindeverwaltung zu den Öffnungszeiten für 20 Euro erworben werden.

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