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Die kleine Mathilda aus Waldbrunn leidet an einem Neuroblastom. Ihre Familie (Mutter Rebecca, Vater Patrick, Schwester Paula) helfen ihr beim Kampf gegen den Krebs.

Hilfsaktionen

Krebskranke Mathilda bekommt Hilfe aus der ganzen Region - Weitere Benefizaktionen geplant

Privatpersonen, Gruppen, Vereine, Geschäftsleute – alle helfen mit, um der fünfjährigen Mathilda aus der Gemeinde Waldbrunn ihre Krebstherapie zu finanzieren. Über 400 000 Euro sind so bereits zusammen gekommen. Und es könnte noch mehr Geld werden.

Waldbrunn - „Unglaublich.“ „Unfassbar!“ „Verrückt, oder?“ Rebecca Schmidt benutzt diese Worte momentan sehr oft. Rebecca Schmidt ist die Mutter der fünfjährigen Mathilda. Dem Mädchen, das seit über einem Jahr an Krebs leidet und für dessen Behandlung ihre Familie Spenden sammelt. Und was seit gut zwei Wochen in der Region geschieht, das ist tatsächlich unglaublich, unfassbar – und auch ein bisschen verrückt.

Am letzten Märzwochenende startet die Waldbrunner Familie ihren Spendenaufruf, veröffentlicht ihre Geschichte im Internet und verteilt Flyer. Mathildas Schicksal geht viral, mehr als 15 000 Menschen verfolgen das Projekt inzwischen bei Instagram und Facebook. Eine knappe Woche später ist bereits abzusehen, dass der erste Teil der Krebstherapie bald finanziert ist. Und zweieinhalb Wochen später hat Rebecca Schmidt den aktuellen Spendenstand: Über 400 000 Euro sind bei der Dehrner Krebsnothilfe, die die Familie unterstützt, eingegangen. „Wir wissen nicht, wie wir uns gebührend bedanken sollen!“, sagt die 34-Jährige und fügt hinzu: „Wir ringen nach Worten, weil wir es einfach so unglaublich finden.“

Krebskranke Mathilda: Welle der Solidarität

Privatpersonen, Gruppen, Vereine, Geschäftsleute, sie alle wollen der Fünfjährigen helfen. Sportler organisieren Benefizspiele und Sponsorenläufe, es gibt Dorffeste, Partys, Konzerte und Verkaufsaktionen, Firmen, Kindergärten, Schulen, Kommuniongruppen sammeln Geld und Geschäfte stellen Spendendosen auf. Auf der Internetseite www.teammathilda.de veröffentlicht die Familie alle Veranstaltungen und Fotos von den Aktionen.

Mathildas Mutter ist tief bewegt von dieser Solidarität. „Jede einzelne Aktion ist für sich ganz besonders“, sagt sie. „Man denkt so oft, jeder ist nur auf sich bezogen, aber in dieser Situation merkt man: Alle rücken zusammen und arbeiten für ein Ziel. Dafür, dass unser Kind vielleicht wieder gesund wird.“ Deshalb ist es ihr auch wichtig, dass die weiteren Spendenaktionen nun nicht untergehen. Sollte nach dem Abschluss aller Behandlungen noch Geld über sein, wird es Familie Schmidt für andere Krebskranke spenden.

Die Schmidts haben sich den Schritt in die Öffentlichkeit nicht leicht gemacht. Es ist ihre ganz private Geschichte, die sie plötzlich mit wildfremden Menschen teilen. Die Geschichte von Mathilda, die mit knapp vier Jahren an einem bösartigen Tumor, einem Neuroblastom im weit fortgeschrittenen Stadium erkrankt. Es folgen Chemo-Therapien, eine Behandlung mit Stammzellen und der Versuch, den Krebs mit einem künstlich hergestellten Antikörper endgültig zu besiegen. Momente der Hoffnung. Und Momente der völligen Verzweiflung, als im Januar zwei neue Tumore entdeckt werden. Mathildas Überlebenschancen sind sehr gering.

Nach dem Rückfall setzt die Familie aus Hintermeilingen ihre Hoffnungen auf eine erneute Antikörpertherapie, doch diese neue, stärkere Form gibt es bislang nur in wenigen Kliniken in Europa, unter anderem in Barcelona. In Deutschland ist sie bislang nicht zugelassen und damit übernimmt die Krankenkasse die Kosten auch nicht. Die Behandlung besteht aus zwei Teilen, jeder kostet mindestens 200 000 Euro – wenn es keine Komplikationen gibt. Dazu kommen noch die Reisen nach Spanien.

Geld, dass die Schmidts alleine nicht aufbringen können. So entsteht die Idee zum „Team Mathilda“ und zum öffentlichen Hilferuf. „Wir wissen jetzt, dass es der richtige Weg war. Die Resonanz gibt uns so viel Mut“, sagt Mutter Rebecca. Niemals hätte Mathildas Familie geglaubt, dass sie das Geld für die teure Therapie im Ausland so schnell zusammen bekommen. Darum steht auch noch nicht fest, wann die Fünfjährige in der Klinik in Barcelona aufgenommen wird. Die spanischen und die deutschen Ärzte wollen sich in den nächsten Tagen beraten, um die weitere Behandlung abzustimmen.

Die Fünfjährige Mathilda kämpft gegen den Krebs

Mathilda hat gerade wieder einen Chemo-Zyklus in Gießen hinter sich. Sie ist zu Hause, aktuell geht es ihr gut. „Mathilda war Fahrradfahren und ein paar Stunden im Kindergarten“, erzählt ihre Mutter. „Der Name ’Mathilda’ bedeutet ,mächtige Kämpferin“ – und dass sie das ist, beweist sie uns jeden Tag!“

VON EVA JUNG

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Mathilda aus Waldbrunn-Hintermeilingen hat eine Krebstherapie in Barcelona abgeschlossen. Eine Impfung soll den erneuten Rückfall verhindern.

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