Dr. Heinrich May (zweiter von links) präsentierte Bürgermeister Peter Blum, Helmut Knapp und Peter Gröschen (von rechts) das fertige Buch über die Hintermeilinger Geschichte in den Räumlichkeiten des Rathauses.
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Dr. Heinrich May (zweiter von links) präsentierte Bürgermeister Peter Blum, Helmut Knapp und Peter Gröschen (von rechts) das fertige Buch über die Hintermeilinger Geschichte in den Räumlichkeiten des Rathauses.

Zeitgeschehen dokumentiert

Waldbrunn: Hintermeilingens Geschichte auf 600 Seiten

  • VonKlaus-Dieter Häring
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Dr. Heinrich May hat die Historie des Ortes niedergeschrieben - Buch ist ab Sonntag erhältlich

Waldbrunn -Am Sonntag, 3. Oktober, 14 Uhr, ist es so weit: Dann kann in der Mehrzweckhalle von Hintermeilingen das Buch "Hintermeilinger Geschichte(n)" gekauft werden. Schon vorab konnte sich Bürgermeister Peter Blum (parteilos) im Rathaus in Fussingen einen ersten Eindruck verschaffen. Ihn besuchten der Verfasser des Buches, Dr. Heinrich May, sowie Hintermeilingens Ortsvorsteher Helmut Knapp und der Vorsitzende des Geschichts- und Museumsvereins Peter Gröschen. Sie waren begeistert ob der "tollen Qualität" des Buches. Bei der Vorstellung sagte Dr. Heinrich May, der für sein Werk kein Honorar erhalten hat, dass das Aufarbeiten der vielen alten Bilder und Dokumente viel Zeit erfordert habe.

Auf mehr als 600 Seiten wird in dem Heimatbuch die Geschichte Hintermeilingens "erzählt". Diese reicht vom Mittelalter über das Herzogtum Nassau, das Kaiserreich, die Nazi-Zeit bis hin zur Bundesrepublik. In den elf Kapiteln werden alle Texte durch Fakten belegt. Zu finden sind auch viele Presseberichte sowie die Ergebnisse von Wahlen in allen heutigen Ortsteilen Waldbrunns seit dem Ersten Weltkrieg. Bilder aus dem Arbeitsleben wie Landwirtschaft, Gewerbe, Handel, Protokollauszüge der Gemeindevertretung, Rechnungen der Gemeinde und Haushaltspläne lockern die Texte auf.

Nicht nur für Historiker

Die zahlreichen Dokumente sind in einem locker geschriebenen Text zusammengefasst, damit alle Bürgerinnen und Bürger und nicht nur Historiker Zugang zur Hintermeilinger Gemeindechronik finden. Deshalb wurde auch ganz bewusst der Titel "Hintermeilinger Geschichte(n)" gewählt, um den Menschen den Weg zur Vergangenheit in der heimischen Region leichter zu öffnen.

Die Leser sollen begreifen, wie ihre Vorfahren in den vergangenen Jahrhunderten gelebt haben und wie sie die vielfältigen Herausforderungen wie Kriege, Hungersnöte, Seuchen, Vertreibung und Auswanderung bewältigt haben. Gerade in einer Zeit, in der sich Werte und Maßstäbe, die jahrhundertelang gegolten haben, begännen aufzulösen, wolle dieses Buch gegensteuern und über die Wurzeln, die Herkunft und die Kultur unserer Vorfahren informieren", erklärt May und ergänzt: "Sicher hängt das Interesse nach einer Chronik von Hintermeilingen auch mit den soziologischen Veränderungen zusammen, die der relative Wohlstand und damit der steigende Lebensstandard in den 70/80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit sich gebracht haben. Alte bäuerliche Strukturen sind verschwunden und mit ihnen nicht nur viele alte Bauernhäuser, die die Gemeinde geprägt haben, sondern auch Brauchtum und Verhaltensweisen."

Gerade deshalb ist es heutzutage wichtig zu fragen: "Wie haben die Menschen damals gelebt? Wie haben sie ihren Lebensunterhalt verdient? Wie war ihr religiöses Leben? In welchen Vereinen haben sie sich engagiert? Wie haben sich unsere Vorfahren in den Bedrängnissen der Kriege und der Nazi-Diktatur verhalten? Warum sind viele aus Hintermeilingen weggezogen?"

Schulchronik verschwunden

Das Material zusammenzutragen, war für den Autor keine leichte Aufgabe, da die ab dem Jahr 1817 in jeder Gemeinde verbindlich zu führende Schulchronik seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verschwunden ist. "Auch die Lahrer Pfarrchronik enthält nur sehr wenige Hinweise zum Geschehen in unserer Gemeinde", berichtet May. Daher stammten viele Unterlagen aus dem Wiesbadener Hauptstaatsarchiv.

Die Basis für das nun vorliegende Hintermeilinger Geschichtsbuch sei jedoch die große Ausstellung im Pfarrheim im Jahr 1991 anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Sängerchor gewesen, so May. Dabei wurden über 300 Fotos und Dokumente ausgestellt, die die Geschichte der Zivilgemeinde, der Kirchengemeinde, der Schule sowie des Gesangvereins darstellten. Da in dieser Chronik immer wieder auch Quellen aus den Nachbargemeinden zitiert und auch viele Querverbindungen aufgezeigt werden, empfiehlt May dieses Buch auch den interessierten Lesern der anderen Waldbrunner Ortsteile.

In der Verwaltung erhältlich

Das Buch kann ab dem 3. Oktober für 20 Euro erworben werden. Nach dem Verkauf am Sonntag in der Mehrzweckhalle ist die Chronik in der Gemeindeverwaltung zu den üblichen Öffnungszeiten erhältlich.

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