Die Breitheckers (von links): Leni, Tanja, Norbert junior und senior freuten sich über die Ehrenplakette des Landesverbandes. Kuh Luzzy hat bereits über 100 000 Liter Milch gegeben.
+
Die Breitheckers (von links): Leni, Tanja, Norbert junior und senior freuten sich über die Ehrenplakette des Landesverbandes. Kuh Luzzy hat bereits über 100 000 Liter Milch gegeben.

Auszeichnung des Bauernverbands

Waldbrunn: Zuchtbetrieb Breithecker hat die besten Kühe

  • VonRobin Klöppel
    schließen

Auszeichnung mit der Ehrenplakette - Tochter Leni tritt in die Fußstapfen ihres Vaters

Ellar -Der Deutsche-Holstein-Zuchtbetrieb von Norbert Breithecker junior aus Ellar erhielt aus den Händen des hessischen Bauernverbands-Präsidenten Karsten Schmal die Ehrenplakette. Laut Schmal handelt es sich dabei neben dem Staatsehrenpreis um die höchste Auszeichnung des Verbandes in Sachen Tierzucht. Sie wird nur einmal im Jahr vergeben. Pandemiebedingt musste die Auszeichnung der Breitheckers aber um ein Jahr verschoben werden.

Der Betrieb Breithecker nimmt schon seit vielen Jahren an Tierschauen von der Kreis- bis Bundesebene teil und hat schon unzählige Siegertiere gestellt. Auch was die Milchleistung betrifft, kann der Betrieb sich sehen lassen. So konnte den Hofgästen mit Luzzy eine elfjährige Kuh präsentiert werden, die schon eine Milchlebensleistung von mehr als 100 000 Kilogramm aufzuweisen hat. Laut Schmal gebührt die Auszeichnung aber nicht nur Betriebsinhaber Norbert Breithecker junior, sondern auch dem Vater Norbert Senior (83), der den Betrieb gegründet hat, Ehefrau Tanja, Tochter Leni (14) und dem gesamten Team.

Schmal berichtete, dass Breithecker senior 1957/58 auf den Weidehof ausgesiedelt sei und damals bei einer Betriebsfläche von 15 Hektar sechs bis acht Milchkühe gehalten habe. "Sie haben ihren Betrieb kontinuierlich weiterentwickelt und durch laufende Bauvorhaben erweitert", betonte Schmal. So sei im Jahre 1974 ein Anbindestall für 20 Kühe und Nachzuchten gebaut worden, 1994/95 ein Zweiraumstall mit Stroheinstreu und 2012/13 ein Jungviehstall. Der Rinderbestand umfasse mittlerweile 100 Milchkühe, 80 Jungrinder und 35 Kälber. Zur Futterversorgung der Tiere bewirtschafte der Hof Breithecker 135 Hektar Fläche mit Ackerbau und 80 Hektar Grünland. Die komplette Mais- und Grünlandernte werde als Futter verwendet. Seit 1978 würden die Kühe und Rinder künstlich besamt. 1990 habe Norbert Breithecker junior einen Eigenstandbesamerlehrgang absolviert.

Erfolg bei zahlreichen Tierschauen

Bei der Auswahl der Bullen werde auf äußere Form und Langlebigkeit geachtet. Aber auch die durchschnittliche Milchleistung der vergangenen fünf Jahre könne sich mit 10 399 Kilo sehen lassen. Der Präsident meinte: "Der hohe züchterische Standard des Betriebes lässt sich am besten an den Erfolgen bei zahlreichen Tierschauen in den letzten Jahren ablesen." Die züchterischen Ambitionen habe Norbert Breithecker an seine Tochter Leni weitervererbt, so dass mittlerweile auch diese mit viel Engagement bei den hessischen Jungzüchtern auf Kreis- und Landesebene an Schauen teilnehme.

Norbert Breithecker senior verriet, dass es bei der Zucht auf die Langlebigkeit der Küche, die Milchleistung sowie immer stärker auf die Inhaltsstoffe der Milch ankomme. Jede Milchkuh im Betrieb kalbe in ihrem Leben drei bis vier Mal, manche aber auch neun Mal. An Schauen teilzunehmen mache Spaß aus Freude am Wettbewerb. Die Präsenz dort mache aber auch den Hof bekannter und helfe dabei, Zuchtrinder besser zu verkaufen. Norbert Breithecker senior sagte, dass bereits sein Großvater Landwirt gewesen sei und es deshalb selbstverständlich gewesen sei, in dessen Fußstapfen zu treten.

"Damals hatte der Beruf des Landwirts noch einen ganz anderen Stellenwert in der Gesellschaft", berichtete Breithecker. In den 1950er Jahren hätten die jungen Menschen noch die Lebensmittelknappheit des Zweiten Weltkrieges im Kopf gehabt. Folglich sei der Beruf des Landwirtes im Gegensatz zu heute für Menschen noch attraktiver gewesen, um die eigene Familie versorgen zu können. Auch wenn sein Sohn Norbert Breithecker irgendwann mal mit der Landwirtschaft aufhören sollte, scheint die Zukunft des Betriebes gesichert. Denn Tochter Lenis großer Wunsch ist es, Landwirtin zu werden und später den Familienbetrieb zu übernehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare