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Aus für Weilburger Jugendherberge

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Von: Sebastian Semrau

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Als Jugendherberge wird das sanierungsbedürftige Gebäude in Odersbach nicht weiterbetrieben. Nun sollen in naher Zukunft bis zu 80 Geflüchtete aus der Ukraine einziehen.
Als Jugendherberge wird das sanierungsbedürftige Gebäude in Odersbach nicht weiterbetrieben. Nun sollen in naher Zukunft bis zu 80 Geflüchtete aus der Ukraine einziehen. © Stadt Weilburg

Als Übergangslösung soll in Odersbach Platz für Platz für 80 Flüchtlinge aus der Ukraine geschaffen werden.

Weilburg -Die Jugendherberge in Odersbach wird nicht wieder eröffnet - zumindest nicht vom Landesverband Hessen des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). Dass der Verband den bereits seit zwei Jahren geschlossenen Standort trotz langfristigem Mietvertrag mit der Weilburger Gemeinnützigen Wohnungsbau GmbH (WGW) aufgibt, hat er der Stadt nun mitgeteilt. Glück für das DJH: Auch die Stadt Weilburg hat ein Interesse, den Vertrag vorzeitig zu beenden, um das Gebäude als Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine zu nutzen. Bürgermeister Johannes Hanisch (CDU) nennt eine Kapazität von 80 Personen.

Und so könnte die Abwicklung schnell gehen, denn der Platz für die Flüchtlinge wird dringend gebraucht und das DJH hat kein Interesse mehr an dem Objekt. "Wir sind im Dialog", betont Hanisch und fügt hinzu, dass der Aufsichtsrat der WGW, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, die Kündigung des Vertrags beschlossen habe. Knut Stolle, Sprecher des DJH Landesverbands Hessen, erklärt, dass man der Wohnungsbaugesellschaft und der Stadt angeboten habe, den Mietvertrag aufzulösen.

"Wir wollen Menschen aus der Ukraine unterstützen", sagt WGW-Geschäftsführer Rüdiger Neuhaus und verweist auf den "christlichen Leitfaden". Bis dort 80 Menschen einziehen können, benötigt es aber nicht nur die Kündigung des Mietvertrags mit dem Jugendherbergswerk, das an dieser Stelle die Flüchtlingsunterkunft nicht selbst, wie beispielsweise zuletzt in Limburg, betreiben will. So befindet sich in dem Gebäude aktuell keine Mobiliar. Betrieben werden soll die Unterkunft laut Hanisch von der kreiseigenen Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung (GAB).

Während damit die Kurzfristige Zukunft der nun ehemaligen Jugendherberge geklärt ist - Hanisch rechnet vorerst mit einem Zeitraum von zwei Jahren -, ist noch völlig unklar, was langfristig mit dem Gebäude passiert. "Das kann ein Verkauf oder eine Sanierung mit einem Partner sein", erklärt Hanisch. Die nun vorübergehende Nutzung als Gemeinschaftsunterkunft verschafft der Stadt damit zumindest etwas Zeit.

Vergangenes Jahr

noch zuversichtlich

Warum der Landesverband des Jugendherbergswerk kein Interesse mehr an dem Standort hat, kann sich der Weilburger Bürgermeister dennoch nur schwer erklären. Schließlich sei schon länger bekannt gewesen, dass es Sanierungsbedarf gibt. "Das Haus ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit", räumt Hanisch ein. Daher habe es auch Nutzungsprobleme geben und die vielen Mehrbettzimmer entsprächen nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Jugendherberge.

Dennoch gab es laut Hanisch im vergangenen Sommer noch einen Workshop, bei dem Ideen und eine neue Konzeption mit dem DJH besprochen worden seien. "Das Thema Wald wäre prädestiniert", verweist Hanisch auf das angrenzende Jugendwaldheim. "Wir waren damals zuversichtlich." Doch nun kam es anders. Mitte Februar habe der Aufsichtsrat des DJH-Landesverbands das endgültige Aus beschlossen und kurz danach die Stadt informiert. "In dem Schreiben wurden keine Gründe genannt", so der Bürgermeister.

Landesverbandssprecher Stolle bestätigt, dass Corona einen Einfluss auf diese Entscheidung gehabt habe. "Nach Beschluss unseres Aufsichtsrates Mitte 2020 wurde die Jugendherberge zum Jahresende 2020 vom Netz genommen. Dem Entschluss vorausgegangen sind intensive Analysen. Das Ergebnis hat gezeigt, dass ein Weiterbetrieb der Jugendherberge keine gangbare Option ist, da sich der DJH Landesverband Hessen auf Grund der bewältigten Corona-Zeit ausschließlich auf die verbliebenen und geöffneten Standorte konzentrieren wird."

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