Das Odersbacher Freibad ist in die Jahre gekommen. Das wissen auch Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch und Bauhofleiter Thorsten Vlegels sowie Jörg Bautz und Steffen Dorth (von rechts). Im kommenden Jahr soll es saniert werden.
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Das Odersbacher Freibad ist in die Jahre gekommen. Das wissen auch Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch und Bauhofleiter Thorsten Vlegels sowie Jörg Bautz und Steffen Dorth (von rechts). Im kommenden Jahr soll es saniert werden.

Schwimmen in Odersbach

Ein Freibad mit Potenzial

Im kommenden Jahr werden Becken und Technik von der Stadt Weilburg für 1,7 Millionen Euro saniert

Weilburg -Das Schwimmbad in Odersbach wird nicht dicht gemacht, sondern saniert. Rund 1,7 Millionen Euro lässt die Stadt sich das Bad kosten. "Das Freibad gibt es seit etwa 50 Jahren, und es ist besteht inzwischen deutlich baulicher Handlungsbedarf", erläuterte Weilburgs Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch. "Aufgrund der aktuellen Situation stellte sich daher die Frage nach einer grundhaften Sanierung des Freibads."

Das Schwimmbad werde von der Stadt Weilburg und mit großem Engagement des Kur- und Verkehrsvereins Odersbach und dem Förderverein des Schwimmbads Odersbach betrieben, erklärte Hanisch. Und alle seien sich einig, dass das Schwimmbad sowohl für die Gäste des Campingplatzgeländes als auch für den Ort eine wichtige Einrichtung sei. Deshalb solle es erhalten bleiben, und es sei notwendig gewesen, ein Fachbüro für Schwimmbadbau mit der Untersuchung und Kostenschätzung zu beauftragen. "Ich habe den politischen Gremien vorgeschlagen, auf Basis dieses Gutachtens die grundhafte Sanierung des Freibads in Odersbach auf den Weg zu bringen", sagt Hanisch.

Die Experten fanden heraus, dass das Freibad mittlerweile bauliche Mängel aufweise. Kleinere Schäden seien in der Vergangenheit jeweils vor Saisonbeginn vom städtischen Bauhof beseitigt worden, beispielsweise seien defekte Kacheln ausgetauscht worden, "so dass ein saisonbedingter gefahrloser Schwimmbadbetrieb stattfinden konnte". Mitglieder des Kur- und Verkehrsvereins sowie des Fördervereins hätten sich regelmäßig um die Außen- und Grünanlage gekümmert. Aber das reiche nun nicht mehr lange. Ein Weiterbetrieb im jetzigen Zustand sei lediglich noch kurzfristig möglich, "so dass die politischen Gremien im Zuge der Haushaltsplans 2021 entsprechende Haushaltsmittel für eine grundhafte Sanierung der Einrichtung veranschlagt haben", informiert Roger Schmidt, der Fachbereichsleiter Bauen und Liegenschaften der Stadt Weilburg. Insgesamt werde die Instandsetzung rund 1,7 Millionen Euro kosten. Das Geld sei in den Haushaltplänen der Stadt Weilburg der Jahre 2022 und 2023 veranschlagt.

Ab Saison 2023

im neuen Bad

"Die Stadt beabsichtigt, den Freibadbetrieb der Saison 2023 mit dem neuen Freibad gestalten zu können", sagt Schmidt. Bis dahin könne - wenn Corona es zulasse - das alte Bad noch genutzt werden.

Das Freibad wird durch einen externen Dienstleiter rund vier Monate in der Saison geöffnet. Die in den vergangenen Jahren erneuerte Badewassertechnik wird von der Badeaufsicht bedient. Alles andere ist alt: Das Schwimmbecken ist mit tiefliegender "Wiesbadener Rinne" oberhalb der Raststufe gefliest, unterhalb ist lediglich ein Anstrich vorhanden. Die Beckenauskleidung bedarf ebenfalls der Erneuerung. Bei dem derzeitigen Schwimmbecken handelt es sich um ein Kombibecken mit rund 214 Quadratmetern Wasserfläche, davon rund 132 Quadratmeter im Schwimmer- und 82 Quadratmeter im Nichtschwimmerbereich. Die tiefliegende Rinne ist nicht mehr zeitgemäß und soll durch eine hoch liegende Rinne ersetzt werden. Voraussichtlich wird das Becken mit einer Edelstahlwanne ausgekleidet.

Mit der Planung des Freibads hat die Stadt ein Fachbüro beauftragt, eine Machbarkeitsstudie liegt mittlerweile vor. Das Sanierungskonzept befasst sich mit der Beckenausstattung, Schwallwasserbehälter, dem Thema Badeaufsicht, einem Durchschreite-Becken, der Peripherie und der weiteren Integration der Leistung anderer notwendiger fachlicher Beteiligter sowie einer Kostenschätzung. Die Kostenschätzung berücksichtigt die Ausgaben für Sanitär, Heizung, Lüftung, Badewassertechnik, Beckenabdeckungen, Elektro und Technik. Die Sozialgebäude mit sanitären Anlagen, Umkleidekabinen, Kasse und Außenanlagen sind in der Kostenschätzung nicht enthalten.

Für den Bau reiche eine Schließzeit, also von Mai bis September, sagt Roger Schmidt. "Dabei sind Zeitpuffer für Schlechtwetter, Probebetrieb und Abnahmen zu berücksichtigen." Zurzeit prüfe die Stadt die Möglichkeit einer Zuwendung für den Betrieb der Einrichtung aus dem Schwimmbadinvestitionsprogramm SWIM des Landes Hessen.

Das Odersbacher Bad sei nicht nur wichtig für die Odersbacher, sagt Jan Kramer, der Vorsitzende der Fördervereins Odersbacher Schwimmbad. "Wenn Du Leute aus Weilburg, Waldhausen, Kirschhofen, Odersbach und der Umgebung fragst, wo sie Schwimmen gelernt haben, dann antworten nicht wenige mit: in Odersbach." Er sei unendlich froh und dankbar, dass "die politischen Verantwortlichen ein deutliches Zeichen für den Erhalt des Schwimmbades gesetzt haben", sagt Jan Kramer.

Der Ortsbeirat unterstütze die Sanierung des Bades, sagt Ortsvorsteher Heinz-Jürgen Deuster. "Es bietet nicht nur im Sommer viel Spaß für die Campinggäste und Odersbacher, sondern bietet viel mehr an Potential." Vor allem die Möglichkeit, Kindern wieder Schwimmen beizubringen. Früher hätten auch die Schulen Tagesausflüge zum Schwimmbad gemacht. Damit das wieder so wird, sei es aber notwendig, dass das Bad saniert wird und mit einer Anlage ausgestattet wird, die das Wasser anwärmt. "Dann wäre das Schwimmbad länger nutzbar, vor allem für Schulen." Das Angebot an thematischen Wanderrundtouren ist in Odersbach groß (Wasserweg, Keltenweg und anderes). Nach einer solchen Wanderung dann im Schwimmbad den Tag zu beschließen, sei sicherlich eine attraktive Variante. "Zudem wäre es ein Baustein im Gesamtkonzept mit der Neupositionierung der Jugendherberge." Das nicht nur für Weilburg ein herausragender Anziehungspunkt. Margit Bach

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