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Höhere Beiträge, sinkender Fischbestand

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Der neue Vorstand: (von links) Matthias Zenkert, Jörg Baumann, Jan Godlewski, Tim Godlewski, Petra Sibus, Harry Sibus, Johannes Holterhaus, Patryk Kriebel, Jens Erik Spies, Benjamin Schiebel und Sascha Heinz.
Der neue Vorstand: (von links) Matthias Zenkert, Jörg Baumann, Jan Godlewski, Tim Godlewski, Petra Sibus, Harry Sibus, Johannes Holterhaus, Patryk Kriebel, Jens Erik Spies, Benjamin Schiebel und Sascha Heinz. © Margit Bach

Angler treten aus dem Landesverband aus

Oberlahn -Zunächst verlief die Sitzung flott und ruhig, dann aber wurde es turbulent: Der Fischerei Sportverein (FSV) Oberlahn mit seinem Vorsitzenden Matthias Zenkert hatte zur Jahreshauptversammlung in die Stadthalle "Alte Reitschule" in Weilburg eingeladen und im Laufe der mehr als dreistündigen Versammlung wurde der Beschluss gefasst, dass der Verein aus dem Landesverband austritt.

Vorausgegangen waren heftige Diskussionen, und die vom hessischen Landesverband extra angereisten Vertreter - Vizepräsident Rainer Hennings und Vorstandsmitglied Karl Schwebel - hatten Probleme, ihre Präsentation über die Leistungen des Verbands vorzutragen, da ständige Zwischenrufe einzelner Personen aus dem Saal immer wieder für Unruhe sorgten.

Der Grund war die Erhöhung des Beitrags für den Landesverband von 11 Euro pro Mitglied auf 15 Euro: "Der Verband Hessischer Fischer hat im vergangenen Jahr die Beiträge drastisch erhöht von ursprünglich 20 000 auf mittlerweile fast 28 000 Euro", sagte der Vorsitzende Matthias Zenkert. "Wir, der Vorstand, sind der Meinung, dass Sie als Mitglieder darüber abstimmen, ob wir im Verband verbleiben oder austreten sollen." Der Verband sei bezüglich der anfallenden Mehrkosten um eine Stellungnahme gebeten worden, diese sei bisher nicht erfolgt. Und der Vorstand schlage den Mitgliedern vor, zunächst den Verband zu verlassen und zu schauen, wie dieser sich entwickele. "Wir haben jederzeit die Möglichkeit, wieder einzutreten", so Matthias Zenkert.

Der anwesende Vorsitzende des Fischerei- und Angelsportvereins (FAS) Mengerskirchen, Ernst Bott, empfahl ebenfalls einen Austritt, der Vorstand des Sportanglervereins (SAV) Limburg wollte keine Empfehlung abgeben. Von den 42 Anwesenden stimmten schließlich 30 für den Austritt, fünf waren dagegen und sieben enthielten sich der Stimme.

Und dann folgte der Punkt "Festsetzung der Beiträge für das Jahr 2022": Auch der FSV Oberlahn erhöht seine Beiträge, und zwar von 70 auf 95 Euro sowie für die Partnerin oder den Partner von 25 auf 35 Euro. Diese Nachricht sorgte ebenfalls für heftige Diskussionen, da manche Mitglieder in vier Vereinen gleichzeitig aktiv sind.

Bei mehr als 2100 Mitgliedern kamen im vergangenen Jahr alleine durch die Beiträge mehr als 125 000 Euro zusammen. In die Erhaltung der Anlage Mademühlen und des Schleusenhauses Falkenbach wurden mehr als 170 000 Euro investiert. Auch verschlangen "sonstige Ausgaben" 43 000 Euro, und der Ankauf von Fischen knapp 40 000 Euro. Mit der Erhöhung sollen weitere Sanierungen und Verbesserungen der Anlagen finanziert und auch die Ausgaben für den Fischankauf gesteigert werden, um den Mitgliedern mehr Komfort, eine erweiterte Auswahl an Fischsorten sowie größere Exemplare bieten zu können. Außerdem sollen Rücklagen für die Zukunft gebildet werden. Die Gebührenerhöhung wurde schließlich mit 13 Gegenstimmen angenommen.

Während der Versammlung war auch ein neuer Vorstand gewählt worden: Matthias Zenkert wurde als Vorsitzender in seinem Amt bestätigt, die Position des Stellvertreters ist vakant. Erster Kassenwart ist Patryk Kriebel, zweite Kassenwartin Petra Sibus, erster Schriftwart Jörg Baumann, zweiter Schriftwart Johannes Holterhaus, erster Jugendwart Jan Godlewski, zweiter Jugendwart Sascha Heinz, erster Gewässerwart ist nun Günter Teschke und zweiter Gewässerwart Bartosz Sczygiol. Zu Beisitzern wurden Romuald Koza, Tim Godlewski, Kalli Schiffer, Jens Erik Spies, Stefan Neumeister, Benjamin Schiebel und Harry Sibus ernannt .

Bevor Winfried Klein sein Amt als Gewässerwart zur Verfügung stellte, sagte er, dass die Lahn im schlechtesten Zustand sei, den er bisher kenne. Und er hob die Wichtigkeit der Interessensvertretung durch den Landesverband hervor, denn der Verband vertrete die Interessen auch auf Bundes- und EU-Ebene. Der Fischbestand in der Lahn sei rapide gesunken, fuhr Klein fort. Während es früher 6000 bis 7000 Aale gegeben habe, könne man heute noch von 100 bis 200 Exemplaren ausgehen. Der Aal werde vor allem durch die Wasserkraftanlagen getötet. Und 90 Prozent der Jungfische würden in den Turbinen dieser Anlagen verenden. Die trockenen Wehre vielerorts seien ebenfalls ein großes Problem, da dort viele Fische sterben.

Nachdem der Vorsitzende sich bei Winfried Klein bedankt hatte, ernannte die Versammlung Hans-Georg Menzler zum Ehrenmitglied. Zum Abschluss gab Matthias Zenkert den Mitgliedern die Bitte mit auf den Weg, dass sie "schwarze Schafe" unter den Anglern melden sollen. So gebe es welche, die Fische lebend abtransportierten, um sie gegen andere einzutauschen. margit bach

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