Badespaß

Kreishallenbad öffnet am 6. Oktober

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Zwei Schwimmbecken, großzügige Liege-Terrassen, Sauna, Bistro und eigener Ruheraum – das neue Kreishallenbad in Weilburg bietet Badespaß „vom Feinsten“, wie Landrat Manfred Michel (CDU) bei einer Ortsbesichtigung erklärte. Am 6. Oktober ist offizielle Eröffnung.

Die Zeit ohne Schwimmbad in der Residenzstadt geht schon bald zu Ende: Zweieinhalb Jahre nach dem Abriss des alten Kreishallenbads soll der Neubau am 6. Oktober für die Allgemeinheit öffnen. Für Landrat Manfred Michel (CDU) steht jetzt schon fest: „Das ist ein Kracher, den der Kreis der ehemaligen Oberlahn-Region bietet.“

Schon jetzt richten sich neugierige Blicke von Passanten auf das imposante Gebäude, das seit 2016 zwischen Lahnufer, Oberlahnbrücke und Bahnhof entstanden ist. Die Fassade aus Holz, Glas und Kupfer fällt ins Auge. Im rückwärtigen, zur Lahn hin gelegenen Bereich wurde das Gelände terrassiert und gepflastert – dort ist ausreichend Platz für Liegestühle, die die Badegäste mieten können.

Das Gelände soll aber auch Wanderern, Radfahrern und Kanufahrern offenstehen. Sie können zudem das in dem mächtigen Gebäudekomplex integrierte Bistro nutzen, ohne das Schwimmbad selbst betreten zu müssen. Die großzügig gestaltete Außenterrasse lädt zum Sonnenbaden ein – nach dem Motto draußen liegen und drinnen baden. Die Zeiten, dass das Bad wegen Wartungsarbeiten im Sommer schließen muss, sollen der Vergangenheit angehören. „Das neue Kreishallenbad ist für den ganzjährigen Betrieb konzipiert“, erläutert Architekt Matthias Losacker und verweist auf den deutlich geringeren Wartungsaufwand als für das Vorgänger-Bad.

Kernstück des Gebäudes ist das 25-Meter-Schwimmbecken mit genügend Platz für vier Bahnen. Davon abgetrennt gibt es ein acht mal acht Meter großes Multifunktionsbecken, das mit einem besonderen Clou aufwartet: Der Boden lässt sich mittels spezieller Hydraulik stufenlos bis zu 1,50 Meter Wassertiefe absenken. „Ideal für Kinder und Familien“, sagt Thorsten Roth, Geschäftsführer der Kreishallenbad GmbH. Bei Bedarf können auf dem Beckenboden Spielgeräte aufgeschraubt werden, so dass dieser Bereich beispielsweise für Kindergeburtstage nutzbar wird. Im Internet kursierende Behauptungen, das neue Kreishallenbad sei nicht familienfreundlich, hält Roth denn auch für Unsinn. Wärmebänke zum Ausruhen und unterschiedlich groß gestaltete Fenster, die nach Art eines Passepartouts einen Blick auf die Oberlahnbrücke und die Stadt dahinter eröffnen, runden den Beckenbereich ab.

Edel wirkt auch der Saunaberreich. Ebenso wie das Schwimmerbecken ist er vom Bistro aus erreichbar, das damit laut Losacker die Funktion eines „Herzstück des Bades“ gewinnt. In der Sauna können die Gäste wählen zwischen einem Dampfbad und einer Panoramasauna, die einen herrlichen Ausblick auf die Lahn bietet. Im Stockwerk darüber befindet sich ein Ruhebereich, der ein besonderes Schmankerl bietet: Hängende Liegestühle die zum entspannten Schaukeln förmlich einladen.

Zweieinhalb Jahre sind seit dem Abriss des alten Kreishallenbads vergangen. Eine Zeit, die nicht reibungslos verlief. Gleich zu Beginn trennte sich der Kreis von dem beauftragten Abrissunternehmen, weil nach Michels Angaben ein „unkontrollierbarer Einsturz“ des Gebäudes drohte. Dies zog nicht nur einen juristischen Streit nach sich, von dem sich der Kreis noch eine Schadenersatzzahlung erhofft. Auch gingen rund drei Monate Zeit verloren. Schließlich trennte sich der Kreis von einem Berliner Planungsbüro, „weil die Zusammenarbeit nicht funktionierte“, wie Michel es formulierte.

Dass ein neues Kreishallenbad errichtet wurde, sei alles andere als selbstverständlich. Denn eigentlich war geplant, das alte Bad zu sanieren. Doch erwiesen sich die Betonfundamente als derart marode, dass sich der Kreis schlussendlich für einen Neubau entschied.

Den laufenden Badbetrieb erledigt nicht der Landkreis selbst, sondern eine professionelle Betreibergesellschaft. Davon erhofft sich der Kreis optimale Transparenz der Einnahmen und Ausgaben, auf deren Grundlage der Zuschussbedarf ermittelt wird. Dabei behilflich ist ein vollautomatisiertes Kassen- und Buchungssystem. Der Badegast erhält ein Armband mit einem Chip, auf dem sämtliche getätigten Ausgaben – vom Eintrittspreis bis zur Currywurst – erfasst werden.

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