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Noch ist der Stadtpfeiferturm eingerüstet. Doch schon in wenigen Tagen soll er in neuem Glanz erstrahlen.

Sanierungsarbeiten

Land investiert Millionen ins Weilburger Schloss

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Für Sanierungsarbeiten am Weilburger Schloss gibt das Land Hessen viel Geld aus. Der Stadtpfeiferturm ist schon fast fertig, viele weitere Baumaßnahmen stehen aber noch an.

Der Stadtpfeiferturm des Weilburger Schlosses wird nach 1936 und 1986/87 derzeit ein weiteres Mal instandgesetzt. Die Sanierungskosten von 712 000 Euro trägt das Land Hessen. „Insgesamt hat das Land in den vergangenen Jahren rund 3,5 Millionen Euro in das Weilburger Schloss investiert“, sagte gestern bei seinem Besuch der Baustelle Hessens Kultur- und Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU).

Die Sanierung des Stadtpfeiferturms sei auch Teil des Engagements des Landes für eine „herausragende Liegenschaft“. Die Baumaßnahme betrifft den ganzen renaissancezeitlichen Treppenturm. Sie wurde direkt nach Saisonende der Weilburger Schlosskonzerte im August in Angriff genommen und soll laut Rhein bereits Mitte dieses Monats abgeschlossen werden.

Geländer ersetzt

Vordringlich war, den historischen Außenputz der Fassade zu sichern und zu ergänzen, da es in der Vergangenheit zu Abplatzungen kam. Darüber hinaus wurden alle Fenster des Turms aufgearbeitet. Auch die mit einer hölzernen Balustrade umschlossene Aussichtsplattform wird wiederhergerichtet. Aufgrund eines schadhaften Anstrichs faulten die Elemente des Geländers, so dass man einen größeren Teil ersetzen muss.

Bereits abgeschlossen ist die Neueindeckung der Turmspitze mit Schiefer. Die goldene Kugel auf der Turmspitze wurde restauriert und mit einer neuen Zeitkapsel versehen. Zudem wurde die Turmglocke mit einem Seil ausgestattet und kann wieder geläutet werden.

Landtagsabgeordneter Tobias Eckert und Johannes Hanisch begrüßten Boris Rhein v.l. und Gefolge im Schloss. Hinten der Turm.rok

Boris Rhein berichtete, dass der Weilburger Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU) beim letzten Zusammentreffen erklärt habe, dass es sein großer Wunsch sei, dass das Land in Sachen Sanierung des Stadtpfeiferturms aktiv werde. Kirsten Worms, Direktorin der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten, erklärte, dass das Projekt eine längere Vorbereitungszeit benötigt habe. Die Umsetzung sei dann aber sehr zügig erfolgt.

„Bauunterhaltung, Instandsetzung und Verkehrssicherungsmaßnahmen sind ein permanenter Prozess an solch einem historischen Gemäuer“, sagte Rhein. In den vergangenen zehn Jahren sind unter anderem das Dachwerk über dem südlichen Treppenhaus der Oberen Orangerie umgebaut, der Ostflügel des Hochschlosses auf der Lahnseite saniert und die Mauern an verschiedenen Stellen instandgesetzt worden. Auch in den Brandschutz und Barrierefreiheit sei investiert worden.

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Für die kommenden Jahre kündigte Boris Rhein weitere Baumaßnahmen am Weilburger Schloss an. Geplant sind noch die Erneuerung der Fassade, der Oberen Orangerie sowie der Westfassade des Ostflügels und der Dachkonstruktion zwischen der Oberen Orangerie und der Schlosskirche sowie Teilen der Stützmauer am Gebück auf der Lahnseite. Die Arbeiten sollen 2019/20 beginnen.

Hanisch lobte die enge Zusammenarbeit mit Schlösserverwaltung und Landespolitik. Die Schlossanlage sei für die Stadt Weilburg ein Segen, erklärte der Bürgermeister. Wer die Stadt besuche, der komme an diesem Schloss einfach nicht vorbei.

Info: Erst Turmwächter, dann Stadtmusikanten

Das Schloss Weilburg ist die ehemalige Residenz der Grafen und späteren Herzöge von Nassau und ursprünglich ein Renaissancebau des 16. Jahrhunderts mit Ausbauphasen im 17. und 18. Jahrhundert. Zentrum des Komplexes ist die geschlossene Vierflügelanlage, die Graf Johann Ernst zu Beginn des 18. Jahrhunderts mit Verwaltungs-, Wirtschafts- und Gartengebäuden zu einer weitläufigen barocken Residenz erweitern ließ. Der Stadtpfeiferturm ist dem Westflügel des heutigen Museumsschlosses auf der Hofseite vorgelagert. Der Name des in den Jahren 1567/68 bis 1572 unter Graf Albrecht von Nassau-Weilburg-Ottweiler errichteten Hauptturms leitet sich von den Stadtpfeifern her, wie früher die Weilburger Schlosstürmer genannt wurden. Sie waren zunächst als Turmwächter im Einsatz, später als Stadtmusikanten. Auf der Höhe der Aussichtsplattform befindet sich eine Stube, die ihnen als Wohnung diente. Ein Stadtpfeifer wurde erstmals 1597 erwähnt. Der letzte schriftliche Beleg in Weilburg datiert von 1812.

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