Die Weilburger Schlosskonzerte waren vor der Pandemie auch mit Konzerten vor dem Limburger Dom zu Gast.
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Die Weilburger Schlosskonzerte waren vor der Pandemie auch mit Konzerten vor dem Limburger Dom zu Gast.

"Alleinstellungsmerkmal" in der Region schaffen

Limburg: Schlosskonzerte als großes Vorbild

  • Stefan Dickmann
    VonStefan Dickmann
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Stadt soll jährliches Festival auf die Beine stellen

Limburg -Bekommt Limburg ein jährliches, mehrwöchiges Festival mit Theater- und/oder Musicalaufführungen und/oder Rock- und Popmusik? Auf Wunsch der SPD-Fraktion haben die Stadtverordneten den Magistrat aufgefordert, für die Umsetzung eines solchen "nachhaltigen jährlichen Festivals für Limburg" ein Konzept zu erstellen und einen Finanzierungsvorschlag zu machen.

Die Weilburger Schlosskonzerte seien "ein Paradebeispiel für ein nachhaltiges jährliches Festival", heißt es in der Begründung des Antrags des SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Rompf. Die Schlosskonzerte belebten jedes Jahr die Stadt Weilburg, das Beherbergungsgewerbe, die Gastronomie und den Einzelhandel. "Außerdem ist ein solches Festival eine Werbung für die ausrichtende Stadt."

Es gehe bei dem Antrag ausdrücklich nicht darum, "den Weilburger Schlosskonzerten Konkurrenz zu machen, sondern attraktive andere Angebote zu finden und zu realisieren", heißt es in der Begründung zum Antrag. Mögliche Ideen sind laut Peter Rompf ein Theaterfestival oder ein Varietéfestival an verschiedenen Stellen in der Stadt wie dem Schlosshof, auf der Schleuseninsel und auf den Plätzen der Innen- und Altstadt. Aber auch Pop- und Rockmusik werden im Antrag explizit genannt.

FDP wünscht sich Kultursommer

Zwar signalisierte in der Diskussion die FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Schardt-Sauer grundsätzlich Zustimmung zu der Idee, sah aber trotzdem Änderungsbedarf. Die Stadt Limburg solle sich besser ein Vorbild am Kultursommer der Stadt Runkel nehmen. "Wir sind eine kulturelle Stadt mit Chören und Theatergruppen", sagte Schardt-Sauer. Im Übrigen verstehe sie nicht, warum der Magistrat darüber erst diskutieren solle. "Das Stadtmarketing sollte so etwas erarbeiten. Warum hat das Stadtmarketing noch nichts gemacht? Wir wollen es konkret und zeitnah haben, vor allem nach der Pandemie."

Rompf entgegnete, es gehe vorerst um die Frage: "Was könnte für Limburg ein Alleinstellungsmerkmal sein?" Die Stadt solle sich die Weilburger Schlosskonzerte als nachhaltiges Festival zum Vorbild nehmen, weil dieses über mehrere Wochen stattfinde. Aber die Schlosskonzerte sollten nicht kopiert, sondern neue Ideen kreiert werden.

CDU: "Lasst uns breit aufstellen"

Der Stadtverordnete Andreas Pötz (Grüne) wunderte sich über den Begriff "nachhaltig" im Zusammenhang mit einem Festival, denn nachhaltig bedeute umweltfreundlich. Beim SPD-Antrag sei leider vieles unkonkret und beim Vorschlag der FDP, einen Limburger Kultursommer zu schaffen, störe ihn, dass dies erst in den Haushaltsberatungen besprochen werden solle. Die Grünen würden gleichwohl den Antrag der SPD unterstützen mit der Bitte, das vom Magistrat vorlegte Konzept im Ausschuss zu diskutieren.

Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Christopher Dietz warb um die Zustimmung zum SPD-Antrag, weil dieser offener gestaltet sei als der der FDP. "Lasst uns breit aufstellen", sagte er.

Die Schlosskonzerte locken jedes Jahr im Sommer mit rund 50 Konzerten, verteilt über zehn Wochen, mehrere Zehntausend Menschen nach Weilburg. Die Konzerte finden im Renaissancehof, in der Schlosskirche und in der Unteren Orangerie statt. Die meisten Konzerte mit international renommierten Künstlern sind ausverkauft.

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