Nach dem Umbau im Weilburger Krankenhaus stehen die Intensivbetten nun überwiegend in Ein-Bett-Zimmern.
+
Nach dem Umbau im Weilburger Krankenhaus stehen die Intensivbetten nun überwiegend in Ein-Bett-Zimmern.

Gesundheitsversorgung

Neue Intensivbetten im Kreiskrankenhaus in Weilburg

Umbau der Station ist abgeschlossen. Kreis gibt insgesamt mehr als 5 Millionen Euro aus.

Weilburg -In kleinem Kreis ist am späten Montagnachmittag die neue Intensivstation am Weilburger Kreiskrankenhaus eröffnet worden. Bereits seit Oktober 2017 wird an dem kommunalen Krankenhaus gebaut. Der erste Bauabschnitt war die Errichtung des Anbaus Süd bis Juli 2019, einen Monat später startete der Umbau der Intensivstation mit rund 1070 Quadratmetern Gesamtnutzfläche: rund 750 davon wurden neu geschaffen und rund 320 Quadratmeter im Bestand umgebaut, wie Architekt Michael Hamm schilderte. Noch anstehende Restarbeiten wie die Strangsanierung und Arbeiten an der Außenanlage sollen bis Ende September erledigt werden.

Die alte Intensivstation mit acht Betten in zwei-Bett-Zimmern wurde komplett entkernt und im Anbauteil erweitert, wodurch der überwiegende Anteil in Zukunft als Einbettzimmer genutzt werden kann. "Wir haben nun eine Station auf dem technisch neuesten Stand mit kompletter Klimatisierung und auch mit Hebevorrichtungen für schwergewichtige Patientinnen und Patienten. Nicht zuletzt konnten auch auf eine sehr flexibel handhabbare Art und Weise die notwendigen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, den hygienischen Notwendigkeiten gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie Rechnung zu tragen", sagte Landrat Michael Köberle (CDU). Einige Zimmer sind mit Schleusen ausgestattet, und auch Nebenräume bieten mehr Platz für Geräte, Versorgungsmaterial, Medikamente und vieles mehr. Im Notfall können diese auch als Krankenzimmer genutzt werden.

Landrat bringt neue

Beatmungsgeräte mit

Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits im Februar beendet sein. Zumindest ein Teil der Verzögerung wird aber mit der Corona-Pandemie erklärt. Diese war bei der Eröffnung mehrfach Thema. So brachte Landrat Köberle drei neue Beatmungsgeräte mit, was deren Gesamtzahl in dem weiter als Notfallkrankenhaus für der Region genutzten Haus auf 14 erhöht. Er hoffe, dass von den Geräten möglichst wenig Gebrauch gemacht werden müsse, sagte Köberle. Schließlich sei eine zweite Welle immer wieder Thema. "Hier haben wir als Landkreis für unsere Bürgerinnen und Bürger mit dieser Maßnahme und auch mit der zur Verfügungstellung von Masken und Schutzkleidung wichtige Vorsorgen getroffen, damit das Kreiskrankenhaus Weilburg seinen Versorgungsauftrag auch in einer solchen Krise gut erfüllen kann", sagte der Landrat.

Köberle erinnerte daran, dass der Kreistag im Februar 2016 beschlossen hatte, dass das Kreiskrankenhaus Weilburg als Tochtergesellschaft des Landkreises Limburg-Weilburg erstmals Mittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) in Höhe von fünf Millionen Euro erhalten sollte. Basis dafür war die bauliche Zielplanung des Kreiskrankenhauses, wo die deutliche Erhöhung des Zwei-Bett-Zimmer-Anteils, die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Intensivstation und der Beginn der Strangsanierung des Rohrleitungssystems im Vordergrund standen.

Kosten sind

gestiegen

Die neuen zwei-Bett-Zimmer in Verlängerung der Pflegestationen im zweiten und dritten Stock wurden schon im vergangen Jahr in Betrieb genommen. Die ursprünglich geplanten Gesamtkosten aus dem Jahr 2017 in Höhe von 5,4 Millionen Euro haben sich um rund 500 000 Euro erhöht. Dies könne "nachvollziehbar dargestellt" werden, so Köberle.

Die Sanierung, Erneuerung und Erweiterung der Intensivstation war eine große Herausforderung - auch für das Architekturbüro Hamm, das schon etliche Bauvorhaben am Weilburger Krankenhaus umgesetzt hat. Besonderen Dank sprach der Landrat Christoph Lichert und seiner technischen Abteilung aus, die in hervorragender Art und Weise das Projekt während der gesamten Zeit begleitet habe.

Weiterhin galt der Dank dem Stationsleiter der Intensivmedizin/Anästhesie Rainer Nickel und dessen Stellvertreter Sascha Henrich, in deren Händen während der gesamten Umbauphase - und das in Zeiten der Pandemie - die Organisation der Station lag. Dies sei eine enorme logistische Herausforderung gewesen. Auch den Pflegekräften, die einige Monate diesen schwierigen Umbau im Bestand mit Einrichtung einer provisorischen Intensivstation bewältigen mussten, dankte Köberle.

Der ärztliche Direktor Joachim Sturm bedankte sich ebenfalls: "Alle Entscheidungsträger haben hier Weitblick bewiesen, dass auch so ein kleines Krankenhaus Überlebenschancen hat. Hier wird sehr gute Arbeit geleistet für die Menschen der Region", fügte er an.

In Zukunft werden noch einige Neuerungen auf die Klinik, in der jährlich 6500 Patienten stationär und über 20 000 ambulant behandelt werden, zukommen, so beispielsweise ist die Zusammenarbeit mit Vitos, das seinen Standort in Weilmünster schließen möchte, ein Thema. "Hier stehen Entscheidungen an, aber dazu lässt sich jetzt noch nichts sagen", äußerte Michael Köberle.

Und noch einmal war Corona Thema: Wenn sich die durch die Pandemie bedingten Umstände wieder geändert hätten, werde es auch eine richtige Einweihungsfeier in größerem Rahmen geben. Dies kündigte der Geschäftsführer der Klinik, Peter Schermuly, an. Margit Bach

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare