Schwimmbad

Das neue Oberlahnbad ist eröffnet

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Nach rund zweieinhalbjähriger Bauzeit ist gestern das neue Oberlahnbad in Weilburg offiziell eröffnet worden. Von heute an kann die Allgemeinheit die neu errichtete Sportstätte nutzen.

„Wir eröffnen heute ein Schmuckstück“, sagte Landrat Manfred Michel (CDU) gestern zur Eröffnung des neu gebauten Weilburger Hallenbads, das erst kürzlich auf den Namen „Oberlahnbad“ getauft worden ist. Bei einem festlichen Empfang, zu dem unter anderem Kreistagsmitglieder, Landtagsabgeordnete und fast alle Bürgermeister des Oberlahngebiets erschienen waren, erhielt die neue Schwimmstätte nicht nur den kirchlichen Segen, sondern wurde von allen Rednern in den höchsten Tönen gepriesen.

Dass es sich bei der Eröffnung um kein alltägliches Ereignis handelte, betonte Landrat Michel: „Während überall Bäder geschlossen werden, haben wir uns entschieden, etwas für Sport und Gesundheit der Bevölkerung zu tun, und zwar generationenübergreifend.“ Bei 26 Grad Wassertemperatur im Sportbecken und 32 Grad im Therapiebecken könnten Jung und Alt dem Badevergnügen nachgehen. Das Besondere des Bades sei, dass es im Sommer wie ein – überdachtes – Freibad genutzt werden könne, sagte Michel. Die Glaswände zur Außenterrasse hin ließen sich öffnen, so dass die Badegäste auf der barrierefrei erreichbaren Liegewiese sonnenbaden und sich zwischendurch abkühlen könnten. Die drei Saunen bieten Platz für 35 Menschen.

Die Öffnungszeiten, so Michel, wurden deutlich ausgeweitet: auf insgesamt 82 Stunden wöchentlich. Die Sauna hat sogar 92 Stunden pro Woche geöffnet. Für den Landrat ist ganz klar: „Das ist ein Angebot, das in der ganzen Region seinesgleichen sucht.“ Der Landrat wies auch auf die finanzielle Beteiligung des Landes Hessen (eine Million Euro) und fast aller Oberlahn-Kommunen (insgesamt 380 000 Euro) hin. Insgesamt hat das Bad rund zehn Millionen Euro gekostet.

Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU) sprach von einer „guten Entscheidung für die Oberlahnregion“, die der Kreistag zunächst für die Sanierung, später den Neubau des Hallenbads gefällt habe. Auch er wies darauf hin, dass die Eröffnung von Schwimmbädern derzeit eine Ausnahme darstelle. Der Weilburger Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU) lobte Landrat Michel, der mit dem Oberlahnbad seinem politischen Auftrag, „für Menschen da zu sein“, sichtbar nachgekommen sei.

Auf die besondere Lage des Baukörpers und einige seiner Besonderheiten verwies Architekt Matthias Losacker. Besonders wichtig sei die gute Sichtbeziehung zu den Weilburger Wahrzeichen, dem Schloss, der Lahn, der Oberlahnbrücke und dem Schiffstunnel. Herzstück des Bades sei das Bistro, das von Sauna- und Schwimmbadgästen, aber auch von Radfahrern und Wanderern benutzt werden könne. Die neun Oberlahn-Kommunen seien – symbolisch– mit jeweils einem Fenster vertreten, das den Blick in Richtung Brücke und Schloss frei gibt.

Losackers Kollege Sebastian Neuhaus nannte einige beeindruckende Zahlen: Die Wasserfläche beträgt 345 Quadratmeter; beide Becken fassen zusammen 585 000 Liter Wasser, so viel wie in 3900 Badewannen passt. Die Energie liefert ein Blockheizkraftwerk, das 115 kw/h Wärme und 70 kw/h Strom erzeugt. 37 Kilometer Kabel wurden verlegt, 300 Tonnen Stahlbeton verbaut und 270 Zeichnungen angefertigt. 50 Handwerkbestriebe haben an dem neuen Bad gearbeitet.

Den laufenden Betrieb erledigt nicht mehr der Kreis selbst, sondern die Deutsche Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft aus Herne. 23 Mitarbeiter sorgen für das Wohl der Badegeäste. 9000 Arbeitsstunden seien investiert worden, Tausende Liter Putzwasser geflossen, unzählige Gerichte probegekocht und 180 Stunden Saunaaufgüsse geübt worden, sagte Projektmanagerin Marie Gudorf.

Geschwommen wurde gestern auch: freiwillig von Mitgliedern der Weilburger DLRG und eher unfreiwillig von Hallenbad-Geschäftsführer Thorsten Roth und Architekt Matthias Losacker, die ins Wasser geworfen wurden. Den kirchlichen Segen erteilten Pfarrer Rolf Ringleb von der evangelischen und Gemeindereferentin Brita Höhler von der katholischen Kirchengemeinde.

Dienstag und Donnerstag von 6.30 bis 21 Uhr; an allen übrigen Tagen von 8 bis 21 Uhr. Die Tageskarte kostet acht Euro, ermäßigt sechs Euro.

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