Richard Hoin bleibt unvergessen

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Die Sozialdemokraten im Weilburger Land erinnerten in Odersbach an den 20. Juli 1944 und an den heimischen Widerstandskämpfer Richard Hoin, der damals nach dem Attentat auf Adolf Hitler von

Die Sozialdemokraten im Weilburger Land erinnerten in Odersbach an den 20. Juli 1944 und an den heimischen Widerstandskämpfer Richard Hoin, der damals nach dem Attentat auf Adolf Hitler von der Gestapo verhaftet wurde und vier Monate später in der Gefangenschaft an den Folgen der Misshandlungen verstarb.

Zu der öffentlichen Veranstaltung konnte der Weilburger SPD-Vorsitzende Hartmut Bock Persönlichkeiten aus der Politik, den Gewerkschaften und den Sozialverbänden begrüßen. Mit dabei auch Nachkommen von Richard Hoin, die jetzt noch in Odersbach leben. „Mit dieser Veranstaltung wollen wir auch ein Zeichen gegen das Vergessen setzen“, so Bock, denn nach einer Umfrage könnten immer weniger Menschen mit dem Datum 20. Juli 1944 etwas anfangen. Das dürfe nicht sein. „Wir werden Richard Hoin und den 20. Juli nicht vergessen“, so Bock. Christian Radkovsky, SPD-Vorsitzender in Odersbach, würdigte die Leistungen von Richard Hoin, der als Gewerkschaftler und Sozialdemokrat die SPD im Weilburger Land gegründet und aufgebaut hat.

Heinz-Ulrich Mengel, der lange Jahre für die SPD in Weilburg aktiv war, erinnerte in seiner Ansprache an den heimischen Widerstandskämpfer. Es sei nützlich und gut, am 20. Juli die Menschen in unsere Erinnerung zurückzurufen, die einen Widerstand gegen den Nationalsozialismus erst denkbar und machbar gemacht haben. Der 20. Juli 1944 ist zum Symbol dafür geworden, dass sich im deutschen Volk während der dunklen Jahre der NS-Herrschaft demokratische Kräfte fanden und das Wagnis unternahmen, dem verbrecherischen System ein Ende zu bereiten. Nach dem Scheitern des Staatsstreichs seien etwa 200 Personen von Hitlers Gefolgschaft als vermeintliche Attentäter oder Mitwisser getötet oder in den Tod getrieben worden. Neben den Verschwörern fielen auch zahlreiche Oppositionelle dem NS-Apparat zum Opfer, die schon länger das Missfallen des Regimes erregt hatten, aber nicht in das Attentat verwickelt waren. Die Terrorwelle, die nach dem gescheiterten Attentat das damalige großdeutsche Reich erfasste, riss auch Richard Hoin mit. Er wurde verhaftet und zum Sitz der Gestapo in Frankfurt gebracht, wo er von den NS-Schergen misshandelt und gefoltert wurde. Seine Familie habe ihn Wochen später mehr sterbend als lebend aus dem Keller dieses Gefängnisses abholen dürfen. „Wir können in unserer Region nicht vom 20. Juli sprechen, ohne dabei Richard Hoin hervorzuheben, der in Kollektivhaft für die demokratischen Kräfte seines Volkes genommen wurde, an die er den Glauben nie verloren hatte und für die er schließlich mit seinem Leben bezahlt hat“, so Mengel.

(mhz)

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