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Norbert Abel, Vorsitzender der SG Oberlahn, zeigt auf die verheerenden Schäden, die das Unwetter am Sonntagnachmittag am Vereinsgelände und Kunstrasenplatz hinterließ. Der Schlamm floss dabei weit auf den Kunstrasen, der erst im Jahr 2016 eingeweiht worden war.

Starkregen und Schlammmassen

Was das Unwetter in Weilburg hinterlassen hat

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Schlammmassen beschädigen das Stadion schwer. Am Tag danach war Großreinemachen angesagt.

Weilburg -Nach dem verheerenden Unwetter am späten Sonntagnachmittag war gestern im gesamten Weilburger Stadtgebiet Großreinemachen angesagt. Am heftigsten betroffen war wohl Stadion am Gymnasium Philippinum, auch wenn der Schaden noch nicht zu beziffern ist. Dort ergossen sich Schlammlawinen und bedeckten fast den gesamten Kunstrasenplatz und weitere Teile des Stadiongeländes. Auch das Vereinsheim wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Etwa eine halbe Stunde dauerte die Extremwetterlage mit Starkregen, Blitz, Donner, Sturm und sogar Hagel. Wie ein Weilburger berichtete, habe es erst wie ein normaler Regenschauer angefangen. Doch schon Sekunden später ergossen sich Regenfluten über Weilburg. Das Wasser lief über die Straßen und auch in zahlreiche Keller.

Die Weilburger Feuerwehr war im Dauereinsatz und auch gestern noch beschäftigt, weil weitere Keller ausgepumpt werden mussten. Wie viele es am Ende sein würden, konnte gestern noch niemand sagen. Die Schäden waren da noch überall in der Stadt zu sehen. Dazu gehörten umgestürzte Bäume, die auch, wie in Odersbach, auf einen Fußweg gestürzt waren. Abgerissene Äste lagen im gesamten Stadtgebiet herum und wurden im öffentlichen Raum gestern von den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beseitigt.

Vorsitzender schätzt:

600 Tonnen Schlamm

Eine erste Schadensaufnahme war bei der SG Oberlahn angesagt, die im Weilburger Stadion ihre Heimspiele austrägt. Einer der ersten am Unglücksort war der Erste Vorsitzende Norbert Abel. Schäden zu beseitigen, war aber noch nicht angesagt. "Wir müssen erst einmal die Versicherungsfrage klären und dann mit dem Hersteller des Kunstrasens die weitere Vorgehensweise klären."

Die Helfer, die bis zum Nachmittag auf dem Vereinsgelände eintrafen, konzentrierten sich daher auf die Schäden rund um das alte und am im Bau befindlichen neuen Vereinsheim. An Letzterem wurden zum Glück nur wenige Schäden bemerkt. Dafür waren aber gleich mehrere Räume am alten Vereinsheim von Schlamm und Wasser betroffen. Mit Kärcher, Schippe und Besen wurde außerdem auf dem Gehweg vor den Gebäuden der Schlamm beseitigt. "Das sind geschätzte 600 Tonnen Schlamm" sagte Norbert Abel.

Weitere Schäden wurden am schweren, eisernen Eingangstor bemerkt. "Die Schlammmassen haben das abgeschlossen Metalltor aufgedrückt und verbogen", berichtete der Vorsitzende. Die Schlammmassen seien von zwei Feldern im Gebiet der Heinrich-von-Gagern-Schule gekommen. Von dort seien sie über eine Schulstraße und weiter über einen steilen Abhang auf das Sportgelände geschossen.

Bürgermeister hofft,

dass der Platz zu retten ist

Heute soll mit Gerätschaften des Bauhofs der Schlamm vom Platz geschoben und dieser dann von der Feuerwehr abgespritzt werden. "Dann sehen wir, ob es hilft und der Platz gerettet ist. Es sieht aber nicht gut aus" sagte Weilburgs Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU), der den Feuerwehren und dem Bauhof für ihren Einsatz dankte.

Bauhof-Mitarbeiter waren gestern unter anderem in Odersbach unterwegs, um Bäume, die auf den Straßen lagen, zu beseitigen und die Straßen wieder passierbar zu machen. Verletzte gab es zum Glück nicht. "Der Autofahrer, dem ein Baum aufs Auto stürzte, hatte auch Glück", sagte Stadtbrandinspektor Armin Heberling. Mehr als 80 Aktive der Feuerwehren aus Weilburg, Ahausen, Kubach, Hirschberg und Waldhausen waren am Sonntag und gestern im Einsatz. Gestern ware es noch einmal 20. Dabei lag das Hauptaugenmerk neben den Kellern auf dem Kindergarten der Lebenshilfe und der Straße an der Gagernschule.

Wie Kreisbrandinspektor Georg Hauch sagte, sei ein solches Unwetter für die heimische Region nichts außergewöhnliches. Solche Ereignisse seien auch nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt. "Das kann im hiesigen Gebiet immer mal vorkommen", sagte er.

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