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Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (rechts) mit Magistratsmitgliedern und Ortsvorsteherin, den verantwortlichen Mitarbeitern im Rathaus sowie den Vorständen der Kreissparkasse.

Altes macht Neuem Platz

Weilburg: Altes Parkdeck weicht einem Neubau

Abrissarbeiten im Odersbacher Weg haben begonnen

Weilburg – Das vor fast sechs Jahrzehnten errichtete und vor 50 Jahren erweiterte städtische Parkdeck im Odersbacher Weg in Weilburg gilt seit Jahren als Sanierungsfall. Diese Woche haben Abrissbagger die Regie übernommen: In den kommenden Wochen soll das Gebäude abgetragen werden, um es 2021 durch ein neues Parkdeck zu ersetzen. Die Stadt Weilburg investiert mehr als eine halbe Million Euro.

Bei einem Ortstermin mit Vertretern der Stadt und den Vorständen der Kreissparkasse Weilburg, Stephan Gürtler und Stefan Hastrich, ließ Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU) die Geschichte der Anlage noch einmal Revue passieren. Er berichtete, dass der damalige Bürgermeister Rudolf Lehmann am 2. Januar 1963 einen Bauantrag für 30 Parkplätze stellte. Entstehen sollte ein Parkdeck, dessen "Schlankheit den leichten Charakter der Konstruktion betont."

Bedarf der Sparkasse wuchs

Das Regierungspräsidium erteilte am 15. Juli 1963 eine "deichbehördliche Genehmigung" für den Parkdeckbau in Lahnnähe. Bereits damals handelte es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Kreissparkasse Weilburg und der Stadt Weilburg. Doch der Bedarf der Sparkasse für Kundenparkplätze wuchs. Sie stellte daher 1971 einen neuen Bauantrag, um das Gebäude im hinteren Bereich zu erweitern, was auch genehmigt und umgesetzt wurde.

Knapp drei Jahrzehnte später war das Parkdeck deutlich in die Jahre gekommen: Bei einer Untersuchung 1999 wurde festgestellt, dass eine Sanierung mit Kosten von 1,15 Millionen Mark (rund 550 000 Euro) zu Buche schlagen würde. Im Laufe der Zeit wurde immer wieder nach Möglichkeiten für eine Finanzierung der Maßnahme gesucht, beispielsweise durch eine Beteiligung des Landes Hessen aufgrund des Hessentags 2005 oder durch Hessen Mobil wegen der Nähe zur Bundesstraße 456 über die alte Steinerne Brücke. Eine Lösung wurde allerdings nicht gefunden. Und der Sanierungsbedarf wuchs weiter: Im Oktober 2007 wurden Kosten von inzwischen einer Million Euro ermittelt. Im Dezember 2009 schließlich beschloss die Stadtverordnetenversammlung, eine gemeinsame Finanzierung mit der Kreissparkasse zu prüfen. Im April 2014 gab es einen gemeinsamen Planungsauftrag des Bankinstituts und der Stadt für die Objekt- und Tragwerksplanung, was allerdings auch zu keinem Ergebnis führte. Anfang 2018 schließlich suchte Bürgermeister Hanisch das Gespräch mit der Kreissparkasse: "Wir konnten eine gemeinsame Lösung finden, für die ich und die Stadt sehr dankbar sind", schilderte das Stadtoberhaupt. "Und die Lösung sieht so aus: Die Stadt übernimmt die Abrisskosten inklusive ökologischer Baubegleitung in Höhe von rund 516 000 Euro, und die Kreissparkasse kauft das Gelände zum symbolischen Preis von einem Euro." Die Sparkasse finanziert anschließend den Neubau.

Bis Dezember soll das alte Parkdeck verschwunden sein. Dabei würden einzelne Teile aus dem Boden herausgeschnitten und entfernt, damit nichts in die Lahn falle, so Hanisch. Der Odersbacher Weg werde in dieser Zeit zur Einbahnstraße, informierte er. Eine Ampel regelt den Verkehr. Den 150 Bankmitarbeitern und den Kunden steht weiterhin das Sparkassen-Parkhaus im Odersbacher Weg zur Verfügung. Wenn im Frühjahr kein Hochwasser mehr zu befürchten sei, könne der Neubau beginnen. Margit Bach

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