Anstoßen auf Thomas Hemp (2. v. li.) den Gewinner des Konradspreises 2021: (von links) Stadtrat Christian Radkovsky, Pia Hemp, Sabine Gorenflo, Andrea Dietrich, Dr. Johannes Hanisch sowie die Stadträte Dieter Langer und Matthias Knaust.
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Anstoßen auf Thomas Hemp (2. v. li.) den Gewinner des Konradspreises 2021: (von links) Stadtrat Christian Radkovsky, Pia Hemp, Sabine Gorenflo, Andrea Dietrich, Dr. Johannes Hanisch sowie die Stadträte Dieter Langer und Matthias Knaust.

Ausgezeichneter Kriminalroman

Weilburg: "Austern für den Grafen" gewinnt Konradspreis

  • Rolf Goeckel
    VonRolf Goeckel
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Buchautor Thomas Hemp ausgezeichnet - Vorbereitungen für die Verfilmung laufen

Weilburg -Mit seinem Buch "Austern für den Grafen" hat der Weilburger Lehrer Thomas Hemp (57) seine nicht nur einen spannenden historischen Kriminalroman geschrieben, sondern seine Heimatstadt nach Überzeugung einer Jury auch ein gutes Stück vorangebracht. Dafür ist der Pädagoge bei einem Empfang am Dienstag im Weilburger Rathaus mit dem Konradspreis 2021 ausgezeichnet worden. Das Preisgeld beträgt 1000 Euro.

Für Thomas Hemp war es bereits die zweite Preisverleihung, an der er teilnahm: Denn schon im Jahr 2015 hatte die Jury, die den Konradspreis alljährlich vergibt, eine Idee des Konrektors an der Heinrich-von-Gagern-Schule, der Sport und Biologie unterrichtet, gewürdigt: Seinerzeit wurde die von Schülern seiner Schule gezeigte Darstellung des historischen "Lebens im Schloss" mit dem Konradspreis bedacht.

In diesem Jahr hatte die Jury einmal mehr die Qual der Wahl, sagte Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU) in seiner Laudatio. Elf Vorschläge für den 2011 erstmals ausgelobten Preis seien eingegangen, erklärte er. Für die Weilburger Schlosskonzerte reichte es zu Platz drei, während die Weilburger Tafel auf dem zweiten Platz landete. Beide Vorschläge, so Hanisch, wären ebenfalls würdige Preisträger gewesen, doch die höchste Punktzahl erhielt schließlich Thomas Hemp mit seinem im März 2020 erschienenen historischen Kriminalroman "Austern für den Grafen". Der Vorschlag stammte von Andrea Dietrich aus Falkenbach.

Bemerkenswert an dem diesjährigen Preisträger fand Bürgermeister Hanisch, dass Thomas Hemp ja gar kein Bestsellerautor ist, der im Winter auf Mallorca lebt, sondern "ein Weilburger Bürger, der seine Stadt liebt". Hemp habe es geschafft, dass alle, die das Buch gelesen haben, sich nicht nur mit dem Grafen Johann Ernst, um den es in dem Roman geht, sondern auch mit der Residenzstadt Weilburg identifizierten, so der Bürgermeister.

Hanisch: "Das wird ein Kracher"

"Die Leser erleben die Geschichte Weilburgs anhand einer persönlichen Geschichte." Mehr noch: "Austern für den Grafen" mache neugierig auf die Residenzstadt - über die Grenzen Weilburgs hinaus. Hanisch verglich Hemps Buch sogar mit den historischen Romanen des US-Bestsellerautors Dan Brown, der seine Leser mit Büchern wie "Da Vinci Code" neugierig auf Rom gemacht habe.

Es sei aber nicht nur der Roman allein, der den Ausschlag für die Preisverleihung gegeben habe, resümierte Hanisch mit Blick auf eine geplante Verfilmung mit Top-Schauspielern an den Originalschauplätzen in Weilburg. Die Filmarbeiten nach einem Drehbuch von Sabine Gorenflo sollen im nächsten Jahr beginnen. "Das wird ein Kracher", zeigte sich Hanisch überzeugt. Ein Kracher, der "für die weitere Entwicklung der Stadt von großer Bedeutung sein wird". Aber auch die von Thomas Hemp angebotenen ausgedehnten Stadtführungen, die zu den Schauplätzen seines in der Barockzeit spielenden Romans führen und von einer abschließenden Austernmahlzeit gekrönt werden, seien eine ganz besondere Erfahrung, lobte Hanisch.

"Ausrufezeichen für die Stadt"

Von einem "Ausrufezeichen", das in die Chronik der Stadt eingehen werde, sprach der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Weilburg Stefan Hastrich in seiner Laudatio. Thomas Hemp sei mit seinem Buch "ein ausgezeichneter Coup" gelungen, lobte der Sparkassen-Chef. Hastrich betonte außerdem, dass die Vielseitigkeit des von der Kreissparkasse gestifteten Konradspreises wichtig sei. Die Preisträger kämen aus so unterschiedlichen Sparten wie Naturschutz und Umwelt, Geschichte und Kultur.

"Ich freue mich sehr und bin sehr stolz", dankte Thomas Hemp für die Auszeichnung. "Damit habe ich nicht gerechnet." Mit diesem Satz bezog sich Hemp aber nicht nur auf die Preisverleihung, sondern auch auf den unerwarteten Erfolg seines Romans, der bereits in der zweiten Auflage erschienen ist. "Ich hatte eigentlich nur einen Nischenroman erwartet", räumte Hemp ein. Umso überraschter sei er gewesen, wie gut sich das Buch verkaufe. "Die Entwicklung hat mich richtig überrollt", sagte der Autor, der gemeinsam mit Ehefrau Pia zur Preisverleihung erschienen war. Zusätzlich begeistert habe ihn dann die von Ralph und Sabine Gorenflo ("Weilburg TV) geborene Idee einer Verfilmung. "Ich habe doch tatsächlich mit Elke Sommer über ihre Rolle gesprochen", plauderte Hemp über ein Telefonat, das er kürzlich mit der 81-jährigen Hollywood-Diva geführt habe. Sommer zählt neben Christine Neubauer und Joe Bausch zu den Top-Besetzungen des Films.

Der Erfolg seines Erstlingswerkes ist für Thomas Hemp, wie er sagte, zugleich Ansporn zum Weitermachen: Derzeit schreibt er an einem neuen Buch, das zeitlich etwa 150 Jahre früher als die "Austern des Grafen" angesiedelt ist. Über den Inhalt verriet der 57-Jährige nur so viel: Es geht um die Hexenprozesse in Weilburg. . .

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