In der Schlosskirche konnte die neue Stiftung in feierlichem Rahmen und mit Abstand gegründet werden.
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In der Schlosskirche konnte die neue Stiftung in feierlichem Rahmen und mit Abstand gegründet werden.

Gründung in der Schlosskirche

Weilburg: Die Brandbekämpfer im Kreis unterstützen

"Ernst-Joeres-Feuerwehr-Stiftung Limburg-Weilburg" aus der Taufe gehoben. 91 450 Euro Stiftungskapital.

Weilburg -Die Weilburger Schlosskirche bot den idealen Rahmen: Die "Ernst-Joeres-Feuerwehr-Stiftung Limburg-Weilburg" ist am Samstag von vielen engagierten Menschen aus der Taufe gehoben worden. Die hessenweit vierte ihrer Art startet mit einem Stiftungskapital von 91 450 Euro und hat auf Dauer das Ziel, Einsatzkräfte und deren Angehörige nach Dienstunfällen zu unterstützen sowie den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz sowie das Ehrenamt zu stärken. Es soll die Gleichstellung aller Bevölkerungsgruppen in den Feuerwehren unterstützt und bei der Mitgliedergewinnung geholfen werden.

"Heute ist ein besonderer Tag für unseren Kreisfeuerwehrverband", sagte dessen Vorsitzender Thomas Schmidt. "Unser Verband ist mit seinen Vorläufern zusammen gerechnet über 120 Jahre alt. Und noch nie haben wir ein solches Ereignis begangen. Wir alle sind sozusagen Teil eines einmaligen Ereignisses." So werde das heimische Feuerwehrwesen, bestehend aus 19 Stadt- und Gemeindefeuerwehren, 103 Stadt- und Ortsteilfeuerwehren, über 150 Kinder- und Jugendfeuerwehren, 13 musiktreibenden Gruppen und Zügen neben der Sterbekasse nun um eine weitere feuerwehrinterne Sozialeinrichtung bereichert.

Der Plan, die Gründungsversammlung geselliger zu gestalten und mit vielen Gästen aus Politik und Wirtschaft und natürlich den Feuerwehren ein wenig zu feiern, sei leider aufgrund der Corona-Pandemie nicht umsetzbar gewesen, fügte Schmidt an. So seien alle froh, dass in der wunderschönen Schlosskirche genügend Abstand zum Nebenmenschen eingehalten werden könne. Unter den Anwesenden waren auch die Landtagsabgeordneten Tobias Eckert (SPD) und Andreas Hofmeister (CDU) sowie die Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (Weilburg, CDU), Frank Groos (Brechen, parteilos), Andreas Höfner (Dornburg, CDU), Host Kaiser (Elz, CDU), Joachim Lehnert (Elbtal, parteilos), Silvia Scheu-Menzer (Hünfelden, parteilos), Oliver Jung (Merenberg, SPD) und Thomas Scholz (Mengerskirchen, CDU).

den ersten Vorsitzenden

Der Name "Ernst-Joeres-Feuerwehr-Stiftung Limburg-Weilburg" (EJFS) erinnert an den ersten Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Limburg-Weilburg, der nach der Zusammenlegung des ehemaligen Kreises Limburg und dem Oberlahn am 1. Juli 1974 gebildet worden war. Ernst Joeres führte den Verband und die Feuerwehren des Landkreises bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden im Jahr 1980. Zudem hatte er das Amt als Kreisbrandinspektor des neuen Landkreises inne. "Durch sein großes Engagement, seine umfangreiche Sachkenntnis und seine hervorragende Führungsqualität hat er über Jahrzehnte das heimische Feuerwehrwesen und den Zusammenhalt der Feuerwehren entscheidend gefördert und geprägt", sagte Thomas Schmidt.

Und er schilderte auch, wie es zur Stiftung kam: Durch eine Geldauflage in einem Strafverfahren wurden dem Kreisfeuerwehrverband im Dezember 2018 20 000 Euro zugesprochen. Daraufhin seien "Zustifter" und Spender gesucht worden. Und es kamen reichlich Gründungsstifter zusammen: Darunter befinden sich auch der Sohn und der Enkel von Ernst Joeres, Ernst-August und Dirk Joeres, die ebenfalls in der Schlosskirche anwesend waren.

12 400 Euro kamen von 16 Unternehmen, 1100 Euro von drei Organisationen, 3600 Euro von zehn Städten und Gemeinden, 500 Euro vom Land Hessen, 15 000 Euro vom Kreis Limburg-Weilburg, indem auf eine Rückzahlung eines vor Jahrzehnten überlassenen Betrags verzichtet wird, 24500 Euro von 56 Feuerwehrvereinen und 14 350 Euro von 28 Privatpersonen.

Die Förderung der Feuerwehr sei ein anspruchsvolles Unterfangen, sagte die Sprecherin der Bürgermeister im Kreis, Silvia Scheu-Menzer. "Die Stifter übernehmen Verantwortung und geben der Gesellschaft etwas zurück", sagte sie und wünschte der Stiftung eine sehr lange Lebensdauer. "So funktioniert Zusammenhalt untereinander", sprach Pfarrer und Hausherr Guido Hepke und erinnerte an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. "Wie gelingt das mit der Nächstenliebe?", fragte er, und antwortete: "Indem ich die Hilfsbedürftigkeit anderer Menschen an mich heranlasse und ihnen helfe." Die Feuerwehr sei als barmherziger Samariter unterwegs und dies sei ein Segen für unser Land.

des Stiftungsvorstands

Dann stand die Wahl des Stiftungsvorstands auf dem Plan: Zum Vorsitzenden wurde Thomas Schmidt gewählt, zu seinem Stellvertreter Michael Kintscher und zum Vermögens- und Kassenverwalter Jürgen Sieger. In das Kuratorium wurden Kreisbrandinspektor Georg Hauch, Kreisjugendfeuerwehrwartin Brigitte Kintscher, die Sprecherin des Fachbereichs Kinderfeuerwehren Maike Stein, der Sprecher des Fachbereichs Ehren- und Altersabteilung Franz-Josef Sehr, der Sprecher des Fachbereichs Feuerwehrvereine Roland Schmidt und Kreisstabsführer Benedikt Ibel berufen. Dazu kommen Gründungsstifter Dirk Joeres, der Präsident der Industrie- und Handelskammer Limburg Ulrich Heep, Kreishandwerksmeister Wolfram Uhe, Kreistagsvorsitzender Joachim Veyhelmann (CDU) und der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer (SPD)..

Margit Bach

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