Wenn das mal keine „Handwerks-Kunst“ ist: Hier schweben 30 Tonnen in zehn Meter Höhe ihrem zukünftigen Bestimmungsort entgegen.
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Wenn das mal keine „Handwerks-Kunst“ ist: Hier schweben 30 Tonnen in zehn Meter Höhe ihrem zukünftigen Bestimmungsort entgegen.

Neue Brücke

Weilburg: Der Brückenschlag ist vollzogen - Zuschauer verfolgen Bauprojekt gespannt

Unter großem Zuschauer-Interesse werden riesige Stahlkolosse auf die Pfeiler gesetzt. Schon bald soll die neue Brücke in Weilburg fertiggestellt werden.

Weilburg - Weilburgs neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Lahn direkt neben der Eisenbahnbrücke ist nun kräftig gewachsen und geht ihrer Fertigstellung zum Jahresende entgegen. Am Dienstag und Mittwoch wurde die Brücke auf die Pfeiler gesetzt.

Der Fußgängersteg wird wieder für eine direkte Verbindung zwischen der Taunusseite der Kernstadt am Ahäuser Weg nahe des "Felsenkellers" und der Westerwaldseite zwischen dem neuen Kreishallenbad und dem zentralen Omnibusbahnhof sorgen. Und darüber werden nicht nur die vielen Schülerinnen und Schüler, die zum Bahnhof wollen, glücklich sein. Spannende Stunden erlebten viele Zuschauer am Dienstagmittag, als der mit einem Gewicht von 30 Tonnen größte und wichtigste Brückenteil von einem 450-Tonnen-Autokran rund zehn Meter in die Lüfte gehoben und mit einem Ende auf dem eigens in der Lahn errichteten Betonpfeiler platziert wurde. Das andere Ende schließt sich an ein bereits neben dem Busbahnhof eingebautes kleineres Brückenteil an. Komplettiert wird die 100 Meter lange, parallel zur Eisenbahnbrücke verlaufende neue Rad- und Fußgängerbrücke durch ein weiteres Brückenteil, dessen Einbau dann für Mittwoch in den frühesten Morgenstunden auf dem Plan stand.

Das erste, kürzere Bauteil, das bereits am Brückenanfang platziert war, ist rund 6,25 Tonnen schwer. Die anderen Teile ergeben nach ihrer endgültigen Verschweißung ein Gesamtgewicht von rund 54,3 Tonnen. Der Überbau besteht aus einer Stahlfachwerkkonstruktion aus hochfestem Stahl, und der Belag ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt.

Die Spannung am Dienstag ergab sich nicht nur wegen der immensen Maße an Größe und Gewicht des Bauteils, sondern auch aus der langen Dauer: Erst nach rund zweieinhalb Stunden "saß" das Brückenteil auf den Pfeilern. Mehrere Versuche waren nötig, um die Tragegurte zu platzieren und die Stahlkonstruktion auszubalancieren. Die Handhabung des Krans erforderte dabei höchstes Können. Hut ab dem Kranführer. Neben Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU) wohnten die Magistratsmitglieder, Mitarbeiter beteiligter Firmen und viele weitere Interessierte diesem imposanten Kraftakt bei.

Weilburg: Lange Diskussionen im Stadtparlament

Zur Geschichte der Brücke: Erst nach langen Diskussionen fasste das Weilburger Stadtparlament im August 2018 mit großer Mehrheit den Beschluss für einen Brückenneubau aus Stahl und mit Mittelpfeiler. 30 Stadtverordnete stimmten damals dafür, nur vier dagegen. Den Anstoß für den Brückenschlag gab, dass der Betriebsweg entlang der Eisenbahnbrücke marode geworden war und deshalb von der Deutschen Bahn abgerissen werden sollte. Damit fiel eine fußläufige Verbindung weg, die täglich nicht nur von rund 1000 Schülern, sondern auch von vielen anderen Fußgängern und Radfahrern genutzt wurde. Ohnehin war der Betriebsweg, auf dem die Bahn den öffentlichen Gebrauch geduldet hatte, zu schmal für Rollatoren, Kinderwagen und Radfahrer im Begegnungsverkehr.

Auch ist die neue Weilburger Fußgänger- und Radfahrerbrücke in das Radfahrkonzept eingebunden: Der R 7 führt am Lahnufer entlang. 2,3 Millionen Euro standen im Haushalt der Stadt für den Brückenbau bereit, das Land Hessen steuert dazu 1,46 Millionen Euro bei. Von Margit Bach

Der Magistrat und Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (re.) heben das Brückenteil mal kurz in die Höhe - zumindest sieht es so aus.
Geschafft: Das neue Brückenteil hat seinen endgültigen Standort erreicht.

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