Über die Inbetriebnahme der Weilburger Radstätte auf dem Radweg Deutsche Einheit freuen sich (von links) Lothar Grollius, Dieter Langer, Heinz Schweitzer (1. Stadtrat), Helge Fröhlich (Fa. Kroschewski Richter), Dr. Johannes Hanisch, Matthias Knaust, Thomas Schmidt (Ortsbeiratsmitglied Kernstadt), Roger Schmidt (Leiter Bauamt), Gerson Kiefer (Bauamt), Elena Weber (Stadtmarketing Tourist-Information), Lucas Biedermann (IT Stadt Weilburg), Julian Schwarze (Stadtwerke) und Wolfgang Gerhardt (Bauausschussvorsitzender).
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Über die Inbetriebnahme der Weilburger Radstätte auf dem Radweg Deutsche Einheit freuen sich (von links) Lothar Grollius, Dieter Langer, Heinz Schweitzer (1. Stadtrat), Helge Fröhlich (Fa. Kroschewski Richter), Dr. Johannes Hanisch, Matthias Knaust, Thomas Schmidt (Ortsbeiratsmitglied Kernstadt), Roger Schmidt (Leiter Bauamt), Gerson Kiefer (Bauamt), Elena Weber (Stadtmarketing Tourist-Information), Lucas Biedermann (IT Stadt Weilburg), Julian Schwarze (Stadtwerke) und Wolfgang Gerhardt (Bauausschussvorsitzender).

"Radweg Deutsche Einheit"

Weilburg: Den Weg der Vereinigung radelnd nachvollziehen

  • Rolf Goeckel
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Neue Radstätte am Oberlahnbad gibt historische, geografische und touristische Orientierung

Weilburg -Von der alten Bundeshauptstadt Bonn quer durch die Republik bis nach Berlin - oder umgekehrt: Auf dem 1100 Kilometer langen "Radweg Deutsche Einheit" (RDE) können Zweiradfahrer erleben, wie die Vereinigung des Landes zustande gekommen ist und welche Fortschritte dabei insbesondere in den vergangenen Jahren gemacht wurden. So jedenfalls die Zielsetzung der Route, die 2015 anlässlich des Jubiläums 25 Jahre Deutsche Einheit ins Leben gerufen wurde und seit 2016 befahrbar ist. Mittendrin: Die malerische nassauische Residenzstadt Weilburg an der Lahn, die sich zum Ziel gesetzt hat, vom wachsenden Fahrradtourismus zu profitieren, wie Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU) am Dienstag bei der Eröffnung einer Radstätte am Oberlahnbad erklärte.

In dem leicht futuristisch wirkenden überdachten und nach oben hin offenen Kasten aus Aluminium und Glas mit Photovoltaikanlage erhalten Besucher der Residenzstadt eine historische, geografische und touristische Orientierung. Mehr als 300 000 Euro hat die Radstätte gekostet - die Kosten trägt alleine der Bund; für Pflege und Unterhaltung muss jedoch die Stadt Weilburg als Eigentümerin aufkommen, wie Bürgermeister Hanisch erläuterte.

"Wir sind stolz darauf, dass wir Teil des Radwegs Deutsche Einheit sind", sagte der Bürgermeister. Zumal mit der Person Heinrichs von Gagern, dem Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung von 1848, die Geschichte Weilburgs mit der ersten deutschen Demokratie verknüpft sei. Eigentlich sei die Radstätte schon 2015 ins Auge gefasst worden, doch der Neubau des Oberlahnbads und der neuen Lahnbrücke hätten eine spätere Realisierung sinnvoll erscheinen lassen.

Der Standort des neuen Informationsangebotes am Fernradweg R 7 unweit des Weilburger Bahnhofs sei aus Sicht der Stadt ideal, wie Hanisch weiter erklärte, auch wenn "Klein-Nizza" der ursprüngliche Wunsch-Standort gewesen sei. Architektonisch passe die Radstätte aber sicher besser zum benachbarten Oberlahnbad. Nicht nur Radfahrer, die aus Richtung Limburg kommend die Lahn über den Eisernen Steg (R 7) überqueren, finden ein ansprechendes Informationsangebot, sondern auch Besucher, die mit der Bahn in Weilburg ankommen.

Digitales Informationsterminal

Mit der Radstätte inmitten des "Weilburger Entwicklungszentrums" gebe die Stadt ein "Statement für den Tourismus" ab, sagte Hanisch weiter. "Wir wollen Lust auf Weilburg machen", so das Stadtoberhaupt. Dazu bietet die Radstätte ein Infopanel mit gedruckten Texten und Bildern über Schloss und Schlossgarten, Bergbau- und Stadtmuseum sowie zur historischen Altstadt. Ein digitales Informationsterminal enthält Informationen zu Hotels, Restaurants, Ärzten und Sehenswürdigkeiten. Diese Infos kann die Stadt direkt einspeisen. Außerdem gibt es einen Hotspot für kostenloses WLAN. Wer rasten möchte, findet eine überdachte Sitzbank und Beleuchtung vor. E-Biker können ihre Batterien in den Schließfächern der Radstätte aufladen, die sie mit einer eigenen Pin sichern können. Während die Akkus laden, können sie beispielsweise die Altstadt besichtigen. Die Anleitung für das Auswählen des eigenen Codes ist in den Schließfächern zu finden.

Projektkoordinator Helge Fröhlich, der eigens aus Berlin zur Eröffnung der schon vor einigen Wochen fertiggestellten Radstätte nach Weilburg gekommen war, berichtete, dass die Radstätten der touristischen Belebung ihrer jeweiligen Standorte dienen sollen. Dabei habe Hessen mit der Hälfte der 22 Radstätten die Nase vorn. Das liege daran, dass hier die Bereitschaft, solche Informationspunkte zu errichten, am größten gewesen sei, sagte Fröhlich.

Julian Schwarze von den Stadtwerken Weilburg berichtete, dass beim Neubau des Oberlahnbads vorausschauend geplant worden sei, indem ein Stromkabel zu der Radstätte gelegt wurde. Und Roger Schmidt vom städtischen Bauamt hoffte, dass die Radstätte vom Vandalismus verschont bleibt. "Die Radstätte", so Hanisch abschließend, "ist ein wichtiger Bestandteil der Investitionen in die Radinfrastruktur in Weilburg, die wir in den letzten Jahren durch die Radwegerampe am Ahäuser Weg, den neuen Eisernen Steg für Radfahrerinnen und Radfahrer, die neue Radfahrrampe an der alten Steinernen Brücke und das Radverkehrskonzept investiert haben."

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