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Weilburg: Der Herr über Zahlen, Daten und Anekdoten

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Von: Klaus-Dieter Häring

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An dem Platz, an dem auch die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof ihr Klassenfoto nach dem Abitur in Weilburg machte, endete auch die Stadtführung.
An dem Platz, an dem auch die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof ihr Klassenfoto nach dem Abitur in Weilburg machte, endete auch die Stadtführung. © Klaus-Dieter Häring

Hans-Peter Schick bietet sein zehn Jahren thematische Stadtführungen an

Weilburg -Stadtführungen in Weilburg werden auch im neuen Jahr und unter Coronabedingungen angeboten. Seit zehn Jahren hat sich hier der ehemalige Bürgermeister Hans-Peter Schick als ein Fachmann par excellence in Sachen Stadtführungen herauskristallisiert - als ein Fachmann für die Weilburger Geschichte, als ein Fachmann für Zahlen, für Menschen und für so manches Ereignis, das sich seit der ersten Erwähnung von Weilburg im Jahr 906 innerhalb der Stadtmauern ereignet hat. Verpackt mit viel Humor, wird er nicht müde, "sein" Weilburg den Fremden aber auch den Einheimischen zu präsentieren, denn "auch Einheimische erfahren hier einiges was sie vorher nicht wussten".

Auch in diesem Jahr hat er wieder sein Ziel von 20 Führungen als Mitglied des Kur- und Verkehrsvereines ins Auge gefasst. So bringt er den Menschen Weilburgs Land und Leute näher. Und gleich am Treffpunkt Marktplatz glänzt er mit den ersten Zahlen. Dort erfahren die Teilnehmer von den über 30 Schulen und Bildungseinrichtungen in Weilburg, von den elf Stadtteilen, von knapp 13 000 Einwohnern und von den 83 Nationalitäten, die in Weilburg leben: "Menschen aus der Türkei, aus Italien, Brasilien, Kanada - von allen Kontinenten."

Seine Führungen stellt Hans-Peter Schick von Beginn an immer unter ein bestimmtes Thema, das mit der Residenzstadt zu tun hat - die Kirchenbauten in Weilburg, Europa, die Reichspogromnacht, und dieses Mal zum Jahresstart "Monarchie-Demokratie-Anarchie". Das bedeutete 1100 Jahre Weilburg und die deutsche Geschichte in 90 Minuten. Schick startet bei einem der wichtigsten Monarchen, dem damals 18-jährigen Grafen Johann Ernst, der zu einem der größten Bauherren in Weilburg wurde und, "um dies zu finanzieren, aber sein Volk knechtete". Weiter ging es vom Standbild des Grafen neben der Kirche am Marktplatz durch die herrliche Altstadt von Weilburg, vorbei am Denkmal des Grafen Adolf, der 1890 Großherzog von Luxemburg wurde. Weiter führt der Weg vorbei an der über 200 Jahre alten Buche im Schlosspark, hin zu den Linden und den Schlossterrassen, um dann in die Altstadt einzutauchen. Dort erfahren die Teilnehmer etwas über den neuzeitlichen Teil der Weilburger Geschichte. Von den ehemals 30 000 Autos, die sich früher täglich durch die Altstadt von Weilburg quälten und alle durch das alte Stadttor mussten.

Monarchen, Demokraten, Anarchisten

Vom Thema Monarchie geht es hin zur Demokratie, repräsentiert durch Heinrich von Gagern, dem ersten deutschen Parlamentspräsidenten, der in der Nähe des Amtsgerichts wohnte. Zu der ganz neuen Geschichte und dem Bereich "Anarchie" gehört dann am Ende auch die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof, die 1955 ihr Abitur am Weilburger Gymnasium ablegte.

Zu den vielen Namen, die Hans-Peter Schick nennt, gehört auch der weltweit bekannte Groschenroman-Autor G.-F. Unger, der in Weilburg lebte und 2005 starb.

Das Jahr hält noch viele weitere spannende Führungen bereit: Am 13. Februar steht das Thema "Weilburg, eine Stadt im Mittelalter" und die Zeit zwischen den Jahren 900 und 1500 auf dem Plan. Am 6. März heißt es dann "Unbekanntes Weilburg - Was selbst Weilburger kaum wissen". "Von Zapfhahn zu Zapfhahn - 300 Jahre Gaststätten und Brauereien in Weilburg" lautet das Thema am 13. März und am 20. März dreht sich bei "Von der Speisekammer des Grafen zum Park für Natur und Mensch" als um den Tiergarten in Weilburg. Am 10. April heißt es dann "Von Walpurga bis Heilig Kreuz" und Thema sind Weilburg und seine Kirchen.

Am 8. Mai gibt es eine Stadtführung zur Geschichte der Weilburger Städtepartnerschaften und am 22. Mai "1100 Jahre Pleiten, Pech und Pannen in Weilburg an der Lahn" mit Konrad-Denkmal, Zeppelin-Strandung und Brückensprengungen. Das erste Halbjahr beschließt am 12. Juni "Mit KaJo und HaPe durch die Stadt Weilburg - die etwas andere Stadtführung". Die Themen werden sich im zweiten Halbjahr 2022 wiederholen. Lediglich im November wird es am 6. November eine Führung zum Thema "Reichspogromnacht in Weilburg" und am 20. November eine Führung zum Thema Gedenkstätten geben. Anmeldungen in der Geschäftsstelle des Kur- und Verkehrsvereins Weilburg, (0 64 71) 9 27 48 75, E-Mail info@kvv-weilburg.de.

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