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Weilburg: "Frieden und Demokratie sind nicht selbstverständlich"

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Joachim Walther (von links), Hans-Peter Schick, Johannes Hanisch und Tobias Eckert vor der Europa-Flagge
Joachim Walther (von links), Hans-Peter Schick, Johannes Hanisch und Tobias Eckert vor der Europa-Flagge © Andreas Müller

Kundgebung des Städtepartnerschaftsvereins und der Europa-Union

Weilburg -"Wir brauchen das gemeinsame europäische Haus." Unter diesem Motto hatten der Weilburger Städtepartnerschaftsverein und die Europa-Union Oberlahn, mit initiiert vom ehemaligen Bürgermeister Hans-Peter Schick, gemeinsam zu einer Kundgebung auf den König-Konrad-Platz am Weilburger Landtor anlässlich des Europa-Tags eingeladen.

Weilburgs Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU) betrachtete den Europa-Tag unter der Zeitenwende, die Putin mit seinem Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelöst hat. In einem vereinten Europa seien die Kerngedanken Frieden, Einheit und Verbundenheit allen als selbstverständlich erschienen. "Wir mussten uns lange um deren Erhalt keine Gedanken machen", führte er aus. "Jetzt aber sind wir alle gefordert, haben die Verpflichtung als Europa zu zeigen, um was es geht: Frieden und Völkerrecht."

Hanisch betonte, dass sowohl der Städtepartnerschaftsverein als auch die Europa-Union aktiv für Europa eintreten. "Europa muss gelebt werden. Wir dürfen die Gefährdung des Friedens nicht tolerieren, sondern müssen den Diktatoren dieser Welt zeigen, dass sie gegen die große Weltbevölkerung nichts ausrichten können."

Kunst und Musik als verbindende Elemente

Der gerade neu gewählte Vorsitzende der Europa-Union Oberlahn und Landtagsabgeordnete Tobias Eckert (SPD) erinnerte an eine Rede des französischen Außenministers Robert Schuman am 9. Mai 1950 und dessen Visionen, wie man den Frieden in Europa sichern könne. "Heute leben wir wie selbstverständlich in der Europäischen Union, merken aber, dass das nicht mehr selbstverständlich ist", sagte Eckert. Am 24. Februar dieses Jahres habe sich gezeigt, wie schwer es sein kann, in Europa den Frieden zu sichern. "Das ist eine sehr reale Herausforderung", betonte er.

Er erinnere sich noch, wie er als Kind den Fall der Berliner Mauer erlebt habe. "Erwachsene Männer haben geweint. Das hat mich als Kind sehr beeindruckt, das musste etwas ganz Besonderes gewesen sein."

Das heutige Europa bezeichnete Eckert als ein Projekt, das die Bürger mit Leben füllen müssten. "Der Funke muss überspringen, und wir müssen über die Zukunft Europas diskutieren." Es sei unsäglich, dass Putin seinen Angriffskrieg auf die Ukraine in perfider Art und Weise umdrehe und ihn als Befreiung vom Faschismus deklariere. "Friede, Demokratie und Solidarität sind nicht selbstverständlich." Das habe sich jetzt gezeigt. Eckert dankte der Musikschule Oberlahn für ihre musikalische Gestaltung der Kundgebung. "Kunst und Musik sind verbindenden Elemente", betonte er.

"Ich sehe hier viele überzeugte Europäer", sagte der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins, Joachim Walther, in seiner Begrüßung. Sein Verein habe es sich zum Ziel gesetzt, die Stadt Weilburg bei der Förderung der seit 1958 bestehenden Städtepartnerschaften aktiv zu unterstützen. Gerade seien Menschen aus der italienischen Partnerstadt Quattro Castella zu einer Bootstaufe in Weilburg gewesen, eine Gruppe der Kreismusikschule Oberlahn werde Anfang Juni zum gemeinsamen Musizieren dorthin reisen. Über den Himmelfahrts-Tag würden 15 Menschen aus der französischen Partnerstadt Privas in Weilburg erwartet. "Für uns existiert Europa nicht nur auf dem Papier, wir leben und erleben Europa vor Ort, und das ist gut für den Frieden", sagte Walther. "Unsere Freundschaften mit den europäischen Partnern sind intensiv und werden hoffentlich noch lange bestehen bleiben".

Die Kundgebung musikalisch gestaltet hatte die Musikschule Oberlahn mit ihrem Leiter Martin Krähe (Posaune) und den Trompeten-Schülern Liam Freihold, Jasper Langner und Moritz Weber mit einem "Minuet" von Johann Sebastian Bach und natürlich der Europahymne "Freude schöner Götterfunken".

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