Bürgermeister Hanisch (Dritter von links) und Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Stefan Hastrich (Fünfter von links) überreichten den König-Konrad-Preis 2020 an Jürgen Stroh (von rechts), Hans-Peter Schick, Karlheinz Weimar und Werner Wernecke.	Foto: Rolf Goeckel
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Bürgermeister Hanisch (Dritter von links) und Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Stefan Hastrich (Fünfter von links) überreichten den König-Konrad-Preis 2020 an Jürgen Stroh (von rechts), Hans-Peter Schick, Karlheinz Weimar und Werner Wernecke. Foto: Rolf Goeckel

Ehrung

Weilburg: König-Konrad-Preis für den Wildpark "Tiergarten"

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Förderverein und Hessen Forst gewürdigt.

Der Wildpark "Tiergarten" Weilburg und sein Förderverein haben nach Überzeugung einer Jury im laufenden Jahr am meisten zur Entwicklung der Residenzstadt Weilburg beigetragen. Am Montag sind beide Institutionen daher mit dem König-Konrad-Preis 2020 ausgezeichnet worden.

Normalerweise, so Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU), wird der König-Konrad-Preis alljährlich während des Weilburger Abends in einem großen, festlichen Rahmen verliehen. In diesem Jahr musste die Preisübergabe wegen der Corona-Pandemie bescheidener ausfallen. Sie wurde in den Sitzungssaal des Rathauses verlegt, wo Forstamtsleiter Werner Wernecke, der Tierpark-Beauftragte von Hessen Forst Jürgen Stroh sowie für die "Freunde und Förderer des Tiergartens Weilburg" dessen Vorsitzender Karlheinz Weimar und sein Stellvertreter Hans-Peter Schick die mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung entgegennahmen.

Zehn Vorschläge für den König-Konrad-Preis seien in diesem Jahr bei der Stadt Weilburg eingegangen, berichtete Bürgermeister Hanisch, der gemeinsam mit seinen Magistratskollegen den Preisträger ausgewählt hatte. Auf den dritten Platz gewählt wurde das Café International, laut dem Verwaltungschef "ein wichtiger Anlaufpunkt für alle, die in Weilburg angekommen sind oder noch ankommen möchten". Den zweiten Platz holte die Weilburger Bürgergarde, die eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung der Kirchweih habe und beste Beziehungen zur Großherzoglichen Familie von Luxemburg unterhalte.

"Der Weilburger Wildpark war schon immer eine Erfolgsgeschichte", lobte Hanisch den Preisträger und fügte hinzu: "In diesen Zeiten ganz besonders." Damit spielte das Stadtoberhaupt auf die Bedeutung des Tiergartens während der Corona-Krise an. "Corona ist eine Chance für die Heimat, wenn sie attraktiv aufgestellt ist", so der Bürgermeister mit Blick auf rund 130 000 Besucher - etwa doppelt so viele wie noch vor einigen Jahren. Mit Braunbären, Elchen, Fischottern und neuerdings Eseln aus der italienischen Partnerstadt Quatro Castella habe der Wildpark ein sehr attraktives Angebot.

Auch der Förderverein des Tiergartens sei eine Erfolgsgeschichte, lobte Hanisch und nannte als Beispiel die erst vor zwei Jahren gegründete Gruppe "Wildpark-Kitz", in der Jugendliche an die Themen Wald, Tiere und Natur herangeführt würden. Aber auch die Pläne für einen "Schulbauernhof" würdigte Hanisch als vorbildlich. Er zeigte sich überzeugt: "Wir haben einen schönen Preisträger bekommen."

"Endlich wieder Leben spüren"

Auf das Thema Nachhaltigkeit ging Stefan Hastrich, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Weilburg, ein. Der Tierpark, dessen Anfänge auf das 16. Jahrhundert zurückgingen, sei mit seinem teils uralten Baumbestand und den Tieren ein Musterbeispiel für Nachhaltigkeit, sagte Hastrich. Auch die Kreissparkasse, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an dem Preisgeld für den König-Konrad-Preis festhalte, habe sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben.

Den Dank des Fördervereins sprach Vorsitzender Karlheinz Weimar aus. "Es ist für uns eine zusätzliche Motivation, wenn man spürt, dass das, was man tut, geachtet wird", sagte der frühere hessische Finanzminister, der seit 30 Jahren an der Spitze des Vereins steht. "Wir machen das alles mit Herzblut", sagte er, zumal der Tierpark ihm persönlich immer "die liebste Beschäftigung" gewesen sei. In der ganzen Region werde der Verein von vielen Menschen unterstützt, wie das Spendenaufkommen der "Tierpaten" von fast einer halben Million Euro deutlich zeige. Weimar sagte aber auch: "Der Schulbauernhof wird keine leichte Aufgabe. Aber: Wir bekommen das hin."

Weimars Stellvertreter Hans-Peter Schick bezeichnete den Tiergarten als "ein Stück Heimat". Das habe sich nach Aufhebung des Ausgehverbots nach dem Corona-Lockdown deutlich gezeigt, indem die Besucher scharenweise in den Wildpark geströmt seien. "Die Menschen wollten endlich wieder Leben spüren", sagte der Weilburger Altbürgermeister, der sich sicher ist, dass auch in diesem Jahr wieder ein Besucherrekord erreicht werde.

"Umweltbildung, Erholung und Artenschutz", so Forstamtsleiter Werner Wernecke, seien die drei Themen, die dem Wildpark seine besondere Bedeutung verliehen. Der Tiergarten sei eine besondere Attraktion für die Stadt Weilburg, die auch in den kommenden Jahren weiterentwickelt werde. Rolf Goeckel

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