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Wolfram Dette (links) und Landrat Michael Köberle mit dem neuen MRT im Hintergrund.

Gesundheitsversorgung

Weilburg: "Bessere Bilder bei kürzerer Untersuchungszeit"

Neues MRT im Kreiskrankenhaus - 1,4 Millionen Euro in bauliche Voraussetzungen investiert

Weilburg -"Die Entscheidung der Landkreise Limburg-Weilburg und Lahn-Dill im Jahr 2018, dass ihre beiden Kliniken enger zusammenarbeiten wollen, trägt nun erste, wichtige Früchte!" Dies sagte Landrat Michael Köberle (CDU) am Mittwoch im Weilburger Kreiskrankenhaus. Denn dort sind nun seit Anfang Oktober erstmals MRT-Untersuchungen (Kernspintomographie) möglich. Dies kommt sowohl den stationären Patienten als auch den Menschen der Region zugute, die bis dato entweder nach Weilmünster oder Limburg fahren mussten. Bei einem offiziellen Termin wurde nun diese Investition der MVZ Radiologie Lahn-Dill Kliniken GmbH mit Hauptsitz in Dillenburg, eine Tochtergesellschaft der Lahn-Dill-Kliniken, in Trägerschaft des Nachbarkreises vorgestellt.

Wie Landrat Michael Köberle mitteilte, sei zunächst darüber nachgedacht worden - auch aufgrund der statischen Voraussetzungen und Größe des Geräts - dieses in der ehemaligen Krankenpflegeschule unterzubringen. Was aber weite Wege und eine schwierigere Logistik bedeutet hätte. "Ich bin sehr froh darüber, dass es den Experten, allen voran unserem Architekturbüro Hamm, gelungen ist, neben dem CT ein weiteres Großgerät in die zentrale Röntgenabteilung im Herz unseres Hauses im Erdgeschoss - und nicht weit von der Notfallversorgung entfernt - unterzubringen", sagte der Landrat weiter. Rund 1,4 Millionen Euro habe das Kreiskrankenhaus Weilburg in die Schaffung der baulichen Voraussetzungen investiert, insbesondere auch in die Statik hinsichtlich der Abstützung der Decke bei einem Gewicht von mehr als sechs Tonnen des Geräts.

Neben dem Landrat waren die beiden Weilburger Krankenhausgeschäftsführer Peter Schermuly und Thomas Schulz, Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU) und der Erste Stadtrat Hartmut Eisenträger (CDU) anwesend, weiterhin Wolfram Dette, der stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung Lahn-Dill-Kliniken in Vertretung für Landrat Wolfgang Schuster, die Geschäftsführerin des MVZ Radiologie Lahn-Dill, Katja Streckbein mit Tobias Gottschalk, Dr. Manuel Schloß, der ärztliche Leiter des MVZ Radiologie mit Dr. Christopher Behrens, Weilburgs Pflegedienstdirektor Stefan Eckert, Architekt Michael Hamm sowie der technische Leiter Christoph Lichert.

Kooperation weiter ausgebaut

Das Weilburger MRT ist eine Zweigpraxis des MVZ Radiologie Lahn-Dill und wird von Dr. Manuel Schloß geleitet. "Wir haben rund 0,7 Millionen Euro in das hochmoderne Gerät investiert", sagte Katja Streckbein, die Geschäftsführerin des MVZ Radiologie Lahn-Dill. Die Räume werden vom Kreiskrankenhaus in Weilburg als Vermieter zur Verfügung gestellt. "Für 1,4 Millionen Euro haben wir unseren kompletten Röntgenbereich umgebaut", erklärte Peter Schermuly. Und Wolfram Dette, Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Lahn-Dill-Kliniken, fügte an: "Dies ist ein weiterer Beweis, dass eine vertrauensvolle interkommunale Zusammenarbeit gut funktionieren kann. Mit diesem erfolgreich beendeten Projekt konnte die Kooperation weiter ausgebaut werden."

Die Kernspintomographie eignet sich zur Darstellung verschiedener Organe und Strukturen im Körper. "Durch den technischen Fortschritt sind MRT-Untersuchungen in immer höherer Qualität möglich und ihre Einsatzmöglichkeiten nehmen zu. Die MRT spielt dadurch in der Diagnostik eine immer größere Rolle", verdeutlichte Dr. Manuel Schloß. "Krankhafte Veränderungen können detaillierter dargestellt und somit besser diagnostiziert werden. Außerdem kann die Kernspintomographie, bei der keine Röntgenstrahlen eingesetzt werden, anderen bildgebenden Verfahren wie dem konventionellen Röntgen oder der Computertomographie überlegen sein."

Bei dem neuen MRT handelt es sich um einen 1,5 Tesla Magnetresonanz-Tomographen (MRT) mit der innovativen BioMatrix-Technologie von Siemens Healthineers. "Dies bietet viele Vorteile für die Patienten", so Dr. Schloß. Durch die so genannte BioMatrix-Technologie passe sich beispielsweise das Magnetfeld des Scanners optimal an die anatomischen Gegebenheiten des Patienten an. Sensoren könnten Bewegungen, Herzschlag und Atmung registrieren.

Optimale Anpassung an den Patienten

"Durch diese und weitere Eigenschaften des Gerätes lassen sich Untersuchungen optimal an den Patienten anpassen. So entstehen bessere Bilder bei kürzerer Untersuchungszeit", verdeutlichte der ärztliche Leiter der Radiologie Lahn-Dill. Patienten, denen es zum Beispiel nicht möglich sei, wiederholt bis zu 20 Sekunden die Luft anzuhalten oder bis zu 30 Minuten ruhig zu liegen, könnten jetzt besser untersucht werden. Im Vergleich zu älteren Geräten arbeite der neue Scanner wesentlich leiser, was für viele Patienten eine Erleichterung darstelle. Darüber hinaus sorge ein spezielles Lichtkonzept im Untersuchungsraum für eine angenehme und entspannte Atmosphäre. Von Margit Bach

Die Beteiligten an dem Gemeinschaftsprojekt stellten sich zum Gruppenbild vor dem Eingang des Kreiskrankenhauses Weilburg auf.

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