Über den Start der Bauarbeiten für die neue Rad- und Fußgängerbrücke freuten sich mit Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (vorne) viele Weilburger Stadtverordnete, Vertreter der Baufirmen und Mitglieder des Magistrats und des Weilburger Ortsbeirats.
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Über den Start der Bauarbeiten für die neue Rad- und Fußgängerbrücke freuten sich mit Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (vorne) viele Weilburger Stadtverordnete, Vertreter der Baufirmen und Mitglieder des Magistrats und des Weilburger Ortsbeirats.

1,5-Millionen-Euro-Projekt

Weilburg: Über sieben Lahn-Brücken sollst du gehen

  • Rolf Goeckel
    vonRolf Goeckel
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Neues Bauwerk wird parallel zur Eisenbahnquerung verlaufen und bis Jahresende fertig sein.

Weilburg -Der gewaltige Kran auf der Ponton-Insel inmitten der Lahn hatte es bereits angekündigt: Am Mittwochnachmittag ist der offizielle Startschuss für den Bau einer neuen Rad- und Fußgängerbrücke über den Fluss gefallen. Bei einer 80-prozentigen Förderung des Landes Hessen investiert die Stadt Weilburg 1,572 Millionen Euro in das Bauwerk, sagte Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU) vor Stadtverordneten, Vertretern der beteiligten Baufirmen und Mitgliedern des Weilburger Ortsbeirats. Bereits Ende dieses Jahres soll die dann siebte Weilburger Brücke zwischen Ahausen und Odersbach eingeweiht werden, wie das Stadtoberhaupt erklärte.

"Über sieben Brücken sollst du gehen": Zu diesem Lied hatte der Schlagersänger Peter Maffay beim Hessentag 2005 eine damals provisorisch errichtete Pontonbrücke über die Lahn beschritten. Diese seinerzeit siebte Brücke über den Weilburger "Hausfluss" musste nach dem Hessentag jedoch wieder abgebaut werden. Jetzt erhält die Residenzstadt eine dauerhafte siebte Lahn-Querung.

Ein Pfeiler steht

mitten im Fluss

Das Bauwerk verläuft parallel zur Eisenbahnbrücke, ist 100 Meter lang, besteht aus einer Stahlkonstruktion und ruht auf drei Betonpfeilern, davon einer mitten im Fluss. Hanisch erinnerte an einen langen Diskussionsprozess im Weilburger Stadtparlament, bevor im August 2018 mit großer Mehrheit der Beschluss zu einem Brückenneubau aus Stahl und mit Mittelpfeiler gefasst wurde. 30 Stadtverordnete stimmten damals dafür, nur vier waren dagegen.

Den Anstoß für den Brückenschlag gab, dass der Betriebsweg entlang der Eisenbahnbrücke marode geworden war und deshalb von der Deutschen Bahn abgerissen werden sollte. Damit fiel eine fußläufige Verbindung weg, die täglich nicht nur von rund 1000 Schülern, sondern auch von vielen anderen Fußgängern und Radfahrern genutzt wurde. Ohnehin war der Betriebsweg, auf dem die Bahn den öffentlichen Gebrauch geduldet hatte, zu schmal für Rollatoren, Kinderwagen und Radfahrer im Begegnungsverkehr.

Nachdem die erforderliche wasserrechtliche Baugenehmigung eingeholt worden war, wurde im März mit der Einrichtung der Baustelle begonnen. Ende Mai begannen die Bauarbeiten vor Ort, diese Woche fiel der Startschuss für die Bauarbeiten in der Lahn, und in etwa fünf Wochen soll eine trockene Baugrube in der Lahn entstehen, damit im August und September der Mittelpfeiler betoniert werden kann. Ende September wird der Stahlüberbau geliefert und montiert. Die Restarbeiten wie Erd- und Angleicharbeiten sowie die Herstellung einer Rampe auf der Nordseite sollen bis Dezember abgeschlossen sein.

Bürgermeister Hanisch dankte dem Land Hessen, das den Bau mit 1,458 Millionen Euro bezuschusst. Das entspreche einer Förderquote von 80 Prozent. Eigentlich würden solche Bauwerke mit nur 60 Prozent vom Land gefördert, erklärte Hanisch. Doch weil die Brücke auch der Anbindung an den Lahntalradweg R 7 dient, habe Wiesbaden noch einmal 20 Prozent draufgelegt.

Vier Pontons tragen

das Rammgerät

Eindrucksvolle Zahlen nannte der Verwaltungschef auch mit Blick auf die schwarze schwimmende Insel, die nahezu über Nacht inmitten der Lahn entstanden ist. Am Freitag vor einer Woche wurden vier jeweils 20 Meter lange Ponton-Elemente angeliefert, von denen jedes 25 Tonnen wiegt. Diese wurden anschließend zu einer Insel zusammengefügt, auf der ein Rammgerät installiert ist, das alleine 55 Tonnen wiegt, dazu kommen sechs Tonnen für die Konstruktion. Über den Bauverlauf zeigte sich Hanisch optimistisch: "Wir werden diese Brücke erfolgreich und sicher bis Jahresende fertiggestellt haben."

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