Organisatorin Sandra Redling (von links), Projektleiter Jan Roessel von der "Deutschen Gesellschaft" und BG-Koordinator Alexander Neuhoff freuen sich über das große Interesse, das das "Smart Grid"-Projekt bei den Schülern geweckt hat.
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Organisatorin Sandra Redling (von links), Projektleiter Jan Roessel von der "Deutschen Gesellschaft" und BG-Koordinator Alexander Neuhoff freuen sich über das große Interesse, das das "Smart Grid"-Projekt bei den Schülern geweckt hat.

Bundesweiter Wettbewerb

Weilburg: Unternehmerisches Denken und innovative Ideen

Zwölftklässler beteiligen sich am Projekt "Smart Kid? Smart Grid!"

Weilburg -Die drei Klassen der Jahrgangsstufe 12 des beruflichen Gymnasiums (BG) der Wilhelm-Knapp-Schule (WKS) Weilburg nehmen am Projekt "Smart Kid? Smart Grid! - Das Turnier mit Energie" teil. Dabei handelt es sich um einen bundesweiten Wettbewerb zur Entwicklung innovativer Ideen zur Energiepolitik. Veranstalter des Wettbewerbs ist die "Deutsche Gesellschaft", ein eingetragener Verein zur Förderung politischer, kultureller und sozialer Beziehungen in Europa, der bei der Projektdurchführung von der E.ON Stiftung unterstützt wird.

20 Schulen haben pro Jahr die Möglichkeit, sich an dem Projekt "Smart Kid? Smart Grid!" zu beteiligen. Im Rahmen dieses Turniers entwickeln die Schüler während eines Workshops zum intelligenten Netzausbau und im Nachgang dazu eigene Ideen im Themenfeld "Smart Grids". "Smart Grids" sind sogenannte "intelligente Stromnetze", die aus untereinander vernetzten, kommunizierenden Teilnehmern bestehen. Sie kombinieren Erzeugung, Speicherung und Verbrauch. Das bedeutet, dass in einem "Smart-Grid" nicht nur Energie, sondern auch Daten transportiert werden, so dass Netzbetreiber zusätzlich Informationen zu Energieproduktion und -verbrauch erhalten.

Die an dem Projekt beteiligten Jugendlichen werden sowohl methodisch als auch inhaltlich dazu befähigt, künftig Lösungen für komplexe Probleme - in diesem Fall im Bereich der Energiewende - zu entwickeln und sind in diesem Zusammenhang nicht nur kreativ, sondern auch unternehmerisch aktiv. In einem Workshop vor Ort erarbeiten die Teilnehmer Ideen für Geschäftsmodelle, die sie in sogenannten "Projektsteckbriefen" dokumentieren. Jede Schule kann bis zu drei dieser Geschäftsmodelle bei der "Deutschen Gesellschaft" einreichen. Aus allen eingereichten Beiträgen wählt eine Jury die drei besten Geschäftsideen anonymisiert aus. Die drei bestplatzierten Gruppen werden schließlich zur Siegerehrung nach Berlin eingeladen und dürfen dort ihre Konzepte präsentieren. Als Preise winken Gelder in Höhe von 1500, 1000 und 500 Euro.

Große Chancen, aber auch Gefahren

Ziel des Projektes ist es, die Schüler sowie deren Lehrer über die Bedeutung des intelligenten Netzausbaus für das Gelingen der Energiewende zu informieren und diese aktiv in die Debatte über den Netzausbau mit einzubinden. Dadurch soll den jungen Menschen auf methodisch innovative und spannende Weise vermittelt werden, dass es beim Netzausbau nicht lediglich um Stromtrassen geht, die von A nach B führen. Durch die Digitalisierung der Energiewende ergeben sich große Chancen, aber auch Gefahren (Datenschutz, Hackerangriffe ...), die es zu berücksichtigen gilt. Bei ihrer richtigen Umsetzung können sich zahlreiche ökonomische Möglichkeiten, bei gleichzeitigem Schutz des Klimas und der Umwelt eröffnen.

An drei Tagen führte Jan Roessel vom Verein "Deutsche Gesellschaft" jeweils mit einer der drei Klassen der Jahrgangsstufe 12 des beruflichen Gymnasiums den Einführungsworkshop durch. Nach einer Einstiegsphase, in der die Energiewende erklärt wurde, folgte die Verdeutlichung, was sich hinter dem Begriff "Smart Grids" verbirgt. Anschließend thematisierten die Kursteilnehmer Zielkonflikte des Netzausbaus und sprachen über verschiedene Geschäftsmodelle. Dann ging es in die Praxis.

In Gruppen erarbeiteten die Jugendlichen eigene Ideen für "Smart-Grid-Geschäftsmodelle" und präsentierten ihre Ergebnisse abschließend dem Plenum. Diese innovativen Geschäftsmodelle werden jetzt im weiteren Unterricht noch erweitert, präzisiert und optimiert. Anschließend werden die aussichtsreichsten Ideen weitergeleitet und die WKS-Schüler hoffen dann auf eine positive Rückmeldung der Jury und bestenfalls auf eine Einladung nach Berlin.

Gerade für eine Schule wie die WKS, die in ihrem beruflichen Gymnasium die Schwerpunkte Wirtschaft und Verwaltung einerseits sowie Umwelt andererseits anbietet, bietet das "Smart Kid? Smart Grid!"-Projekt die Möglichkeit für einen lebensnahen und praxisorientierten Unterricht. Initiatoren waren BG-Koordinator Alexander Neuhof, Umweltlehrer Andreas Bader und vor allem federführend Tutorin Sandra Redling, die die gesamte Durchführung seitens der WKS koordiniert. abö

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