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Tierparkleiter Joachim Olleck (links) und Forstamtsleiter Werner Wernecke freuen sich, dass das Tor nun wieder öffnet.

Freizeit

Weilburger Tiergarten: Immer eine Elchlänge Abstand halten

Der Wildpark öffnet wieder. Die Corona-Hygieneregeln gelten auch dort.

Weilburg -In den vergangenen Wochen war das öffentliche Leben wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt. Gerade weil Kindergärten und Schule überwiegend geschlossen sind, haben es viele Familien und ihre Kinder sehr bedauert, den Weilburger Tiergarten nicht besuchen zu können. Nun öffnet er wieder - allerdings mit Sicherheitsvorkehrungen.

An wichtigen Stellen, vor allem im Eingangsbereich, haben Forstamtsleiter Werner Wernecke und Joachim Olleck, der Leiter des Wildparks, Hinweisschilder anbringen lassen. Hier sind Abstandsmarkierungen auf dem Boden zu sehen, wie man sie bereits aus Supermärkten kennt. Dort sollen die Menschen vor allem bei größerem Andrang auf die Mindestabstände achten.

"Unser Tierpark ist so weitläufig, dass es kein Problem darstellen dürfte, überall genügend Abstand zu halten", sagt Wernecke. Sein besonderes Augenmerk richtet er daher auf ein paar wenige Engstellen. Bebilderte Tafeln zeigen an, dass Familien mit Kindern in den Tierpark dürfen, nicht aber Gruppen. Das Bild eines Elches zeigt anschaulich, dass der Abstand der Körperlänge dieser Tiere entsprechend sollte. Im Eingangsbereich besteht außerdem Maskenpflicht. Ist man dann im Tiergarten unterwegs und niemand unmittelbarer Nähe, darf man die Maske abnehmen.

Auch an den sanitären Anlagen macht ein Hinweisschild deutlich, dass man sich darin nur einzeln aufhalten darf. Ein weiteres Schild an den Toilettentüren kann gedreht werden und zeigt an, ob die Toilette frei oder besetzt ist. "Hände waschen nach Benutzung sollte selbstverständlich sein", so Wernecke.

Hat man den Eingangsbereich passiert, lockt natürlich der Kinderspielplatz. Hier orientiert sich Wernecke an den Vorgaben der Stadt Weilburg, der Spielplatz darf also genutzt werden. "Wir verlassen uns hier auf die Disziplin und das Verantwortungsbewusstsein der Eltern", betont er. Da die meisten Spielgeräte nur einzeln genutzt werden können und zudem in großem Abstand montiert sind, dürfte selbst auf dem Spielplatz Abstandhalten gut möglich sein. Beim Verweilen auf den Bänken muss ebenfalls Abstand halten werden. "Aber hier wie auch im gesamten Tierpark gilt: Wenn sich die Besucher nicht an die Regeln halten, werden die Tierparkmitarbeiter das mit einem freundlichen Hinweis einfordern", kündigt der Forstmann an. "Die Leute sollten keine gerade wiedergewonnenen Freiheiten verspielen", sagt er.

Steg und Brücke

sind Einbahnstraße

Zwei Engstellen im Park haben Wernecke und Olleck identifiziert: die Wackelbrücke und den Besuchersteg am Bärengehege. Die sollen die Besucher nur in einer Richtung benutzen. Eng werden könnte es auch in einer Hütte, in der man Holzarten kennenlernen kann. Doch auch die Hütte soll für die Besucher offenbleiben. Wernecke macht allerdings deutlich: "Wenn sich etwas nicht bewährt, werden wir sofort einen Schritt zurückrudern."

Durch die Schließung des Tiergartens kam es bereits zu einem großen finanziellen Ausfall. "Gerade über Ostern und in den Ferien hätten wir bei diesem Wetter ganz sicher viele Besucher gehabt", so Wernecke. Die Eier-Sammelaktion gehört zu den beliebtesten Veranstaltungen im Park. Ausgefallen sind Führungen und auch die Vogelstimmenwanderung. Schätzungsweise 20 000 Menschen konnten in dieser Zeit den Tiergarten nicht besuchen. Das Minus beziffert Wernecke mit etwa 200 000 Euro. "Die Personalkosten sind fix und wir hatten keine Einnahmen", führt er aus. Die besucherfreie Zeit haben die Mitarbeiter des Tierparks genutzt, um die 15 Jahre alte Köhlerhütte, die anlässlich des Hessentages im Jahr 2005 errichtet wurde, durch eine neue zu ersetzen. Renoviert wurde der Kassenbereich und diverse Bänke sind frisch gestrichen. Ungehindert konnten auch wichtige Maßnahmen zur Sicherheit durchgeführt werden. "Bäume leiden unter der langen Trockenheit. Maßnahmen zum Schutz der Besucher werden immer aufwendiger", ist sich Wernecke sicher.

"Die Tiere haben auf die wegbleibenden Menschen ganz unterschiedlich reagiert", berichtet Tiergarten-Leiter Olleck. Während Rotwild seine Fluchtdistanz einhält und Besuchern eher aus dem Weg geht, kommen nun Gänse, die Skudden-Schafe und auch die beiden Bären Tim und Steve neugierig näher.

Die Waldpädagogik mit den Wildpark-Kitz soll wieder aufgenommen werden, wenn auch Kitas regulär geöffnet sind. Wernecke bedauert, dass diese im Tierpark und auch im Jugendwaldheim nicht stattfinden kann. "Das Jugendwaldheim werden wir erst wieder öffnen, wenn der Schulbetrieb regelmäßig läuft und auch Ausflüge oder Klassenfahrten wieder stattfinden dürfen", macht er deutlich. Andreas E. Müller

Die Öffnungszeiten

Der Wildpark "Tiergarten Weilburg" ist aktuell täglich geöffnet von 9 bis 19 Uhr (letzter Einlass 18 Uhr). Der Eintritt für Erwachsene kostet 7 (ermäßigt 4) Euro, für Kinder ab vier Jahren 3,50 Euro. Der Preis für eine Familienkarte liegt bei 19 Euro. Zahlungen mit EC-Karte sind nicht möglich.

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